Wissenschafts-Lexikon

Die Fachbegriffe, kurz erklärt

989 Begriffe
„Hamburger Modell“ der Kommunikationspsychologie

Nach dem bekannten „Hamburger Modell“ der Kommunikationspsychologie zeichnet sich ein verständlicher Text durch folgende Kriterien aus:• Einfachheit (Gegenteil: Kompliziertheit): Kurze, präzise Sätze und geläufige Begriffe. Fachbegriffe (Terminologie) sind erlaubt, müssen aber bei der ersten Verwendung klar definiert werden.• Gliederung & Ordnung (Unübersichtlichkeit): Ein klarer, logischer roter Faden. Durch Absätze, Zwischenüberschriften und Aufzählungen wird der Text optisch und inhaltlich strukturiert.• Kürze & Prägnanz (Gegenteil: Weitschweifigkeit): Auf den Punkt kommen. Füllwörter, Redundanzen und unnötig verschachtelte Sätze (Schachtelsätze) sind zu vermeiden.• Zusätzliche Stimulanz (Gegenteil: keine anregenden Zusätze): Tabellen, Grafiken, Beispiele oder Analogien, die das Verständnis erleichtern und den Text auflockern.

"Ja-Sager"-Daten

Der Begriff „Ja-Sager-Daten“ (oder „Ja-Sager-Syndrom“ in Bezug auf Algorithmen) bezeichnet in der Wissenschaft das Phänomen, dass Sprachmodelle und KI-Anwendungen darauf konditioniert sind, Nutzern in ihren Ansichten, Wahrnehmungen oder wahnhaften Vorstellungen stark zuzustimmen, um freundlich und unterstützend zu wirken

"zitiert nach" (zit. nach)

Der Zusatz „zitiert nach“ (bzw. „zit. nach“) kennzeichnet ein sogenanntes Sekundärzitat. Dies ist der Fall, wenn Sie eine Aussage oder ein Originalzitat eines Autors nicht im Originalwerk selbst gefunden haben, sondern in der Publikation eines anderen Autors

[ ]

siehe Zitatanpassung [ ]

[…]

siehe Zitatkürzungen […]

[sic!]

siehe Zitat mir Fehler [sic!]

a.a.O.

an anderen Ort (siehe Ebd.)

Abbildungsverzeichnis

Ein Abbildungsverzeichnis ist ein systematisches Verzeichnis in wissenschaftlichen Arbeiten, das sämtliche verwendeten Abbildungen (wie Grafiken, Diagramme, Fotos oder Karten) in der Reihenfolge ihres Auftretens im Text auflistet. Es enthält in der Regel die Abbildungsnummer, eine kurze Beschriftung und die entsprechende Seitenzahl. So wie bei allen anderen Verzeichnissen können so Leser gezielt nach bestimmten visuellen Darstellungen suchen, ohne die gesamte Arbeit durchblättern zu müssen. Ein Abbildungsverzeichnis fungiert als eine Art „Landkarte“ für die visuellen Elemente und unterstreicht die formale Professionalität einer wissenschaftlichen Arbeit. Zusätzlich belegt es auf einen Blick, wie viele und welche Art von Daten und Veranschaulichungen zur Untermauerung der eigenen Argumentation herangezogen wurden.

Abduktiver Kode

Abduktive Kodes entstehen durch stetige Wechsel zwischen Theorie und Daten. Vorhandene Konzepte werden an das Material angepasst und durch neue datengestützte Erkenntnisse erweitert.

abhängige Variable

Eine abhängige Variable (auch Ergebnis- oder Zielvariable) ist der gemessene Faktor in einem Experiment, der sich in Abhängigkeit von der sogenannten unabhängigen Variable verändert. Sie stellt den Effekt oder das Resultat dar, das Sie beobachten und quantifizieren möchten, um eine wissenschaftliche Hypothese zu überprüfen. Abhängige Variablen sind also Faktoren, die man misst oder beobachtet und die von den unabhängigen Variablen beeinflusst werden sollen (z.B. die Höhe der Pflanze).

Abstract

Ein Abstract ist eine präzise, in sich geschlossene Zusammenfassung einer wissenschaftlichen Arbeit (z. B. Bachelor-/Masterarbeit oder Forschungsartikel). Es dient Leserinnen und Lesern als schnelle Entscheidungsgrundlage, ob die Lektüre des gesamten Textes für sie relevant ist. Ein gut strukturierter Abstract umfasst meist eine halbe Seite (ca. 150 bis 250 Wörter) und beantwortet vier zentrale Fragen in einer klaren logischen Reihenfolge: Einleitung und Problemstellung, Methodik, Ergebnisse & Schlussfolgerung bzw. Ausblick.

Abstraktion (Beobachtung)

In welcher Weise kann das Beobachtete bewertet oder interpretiert werden? Man versucht sich also von dem konkreten Umfeld oder von der „historischen Einzigartigkeit“ eines Ereignisses loszulösen

Acknowledgments

Acknowledgments nennen Unterstützungen, fachliche Hilfe, Fördermittel oder institutionelle Beiträge. Gerade im Journalkontext gehören oft auch Angaben zu Funding, Interessenkonflikten oder ethischen Genehmigungen in diesen Bereich oder in benachbarte Pflichtangaben

Acquiescence Bias

siehe "Ja-Sager"-Daten

Adaption

In den Geisteswissenschaften bezeichnet Adaption (oder Adaption / Adaptation) die Bearbeitung oder Übertragung eines Stoffes oder Werkes in ein anderes Medium oder Genre (z. B. die Verfilmung eines Romans). Im Allgemeinen meint man damit die veränderte Übernahme von Informationen. Wurde eine Darstellung bearbeitet oder übersetzt, wird dies vermerkt. Der Zusatz „in Anlehnung an“ ist zwingend notwendig zu verwenden (z.B. „In Anlehnung an [Autor] [Jahr], S. [Seite]“ oder „Eigene Darstellung in Anlehnung an [Autor]“.

Adjacincy Pairs

Adjacency Pairs (deutsch: angrenzende Paare) sind in der Linguistik und Soziologie (insbesondere der Konversationsanalyse) die kleinste sequentielle Basiseinheit des dialogischen Sprechwechsels. Sie bestehen aus zwei aufeinanderfolgenden, von unterschiedlichen Sprechern geäußerten Beiträgen, wobei der erste Teil eine bestimmte Erwartungshaltung für den zweiten Teil erzeugt

Akronym

In der Wissenschaft ist ein Akronym ein Kurzwort, das aus den Anfangsbuchstaben oder -silben mehrerer Wörter gebildet und als eigenständiges Wort oder zeichenweise ausgesprochen wird. Es dient dazu, komplexe Fachbegriffe, Institutionen oder Forschungsprojekte präzise, lesbar und kommunizierbar zu halten.

Alltagsbeobachtung

siehe Naive Beobachtung

Alternativhypothese

Die Alternativhypothese (auch H₁ genannt) ist die wissenschaftliche Vermutung, dass ein tatsächlicher Effekt, ein Zusammenhang oder ein Unterschied zwischen Gruppen existiert. Sie ist das Gegenteil der Nullhypothese (H₀), die besagt, dass kein Effekt oder Unterschied vorliegt

Analyse

Eine Analyse ist das systematische Zerlegen eines komplexen Ganzen in seine Einzelteile. Man schaut sich nicht nur den „Haufen“ an, sondern untersucht, wie die einzelnen Teile zusammenhängen. Bleiben wir wieder umgangssprachlich könnte man vom methodischen „Auseinanderpflücken“ sprechen. Im Gegensatz zur Analyse ist die Forschung der gesamte systematische Prozess zur Gewinnung neuer Erkenntnisse, während die Analyse ein spezifischer Teilschritt ist, bei dem Informationen methodisch zerlegt und untersucht werden. Man kann es sich so vorstellen: Forschung ist das gesamte Bauprojekt eines Hauses, und die Analyse ist das präzise Prüfen und Einpassen der einzelnen Bausteine.

Analyseklausel

Eine „Analyse-Klausel“ ist kein feststehender juristischer oder methodischer Standardbegriff in der Wissenschaft. Der Begriff ist mehrdeutig und beschreibt je nach Kontext entweder eine statistische Auswertungsstrategie oder ein juristisches Instrument. In der empirischen Forschung, den Wirtschaftswissenschaften oder der Statistik ist die Analyse an Bedingungen oder Klauseln geknüpft. Ebenfalls kann eine Analyseklausel als im Vorfeld genau festgelegte Vorgabe eines Forschenden, einer Institution oder Hochschule sein, die einen statistischen Test, eine Methodik oder eine Partnerschaft regelt. Als juristisches Instrument sind Analyse-Klauseln Rechtsvorschriften in Gesetzen, die es erlauben, von geltenden Regeln abzuweichen, um neue Technologien, Dienstleistungen oder innovative Ansätze wissenschaftlich zu erproben (oft in sogenannten Reallaboren).

Analytischer Kode

Analytische, oder auch interpretative Kodes, gehen über die reine Beschreibung hinaus und ordnen dem Text eine tiefere Bedeutung, ein Motiv oder einen theoretischen Erklärungsmechanismus zu.

Anamnese (klinisches Gespräch, Erkundung)

Eine Anamnese als Interviewformat bezeichnet die strukturierte, systematische Erhebung der Vorgeschichte und des Ist-Zustands einer Person, um Probleme, Lebensumstände oder Störungen zu verstehen. Es dient primär als diagnostisches oder forschendes Erstgespräch, bei dem von offenen Fragen zu spezifischen Details übergeleitet wird. Es basiert auf dem standadisierten Interview.

Angewandte Forschung

Unter angewandter Forschung versteht man die systematische Untersuchung wissenschaftlicher Methoden zur Lösung konkreter Probleme in der Praxis. Ihr Ziel ist es, vorhandenes theoretisches Wissen gezielt einzusetzen, um neue Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen zu entwickeln

Anonymisierung

Anonymisierung ist der Prozess, bei dem personenbezogene Daten so verändert oder entfernt werden, dass die betroffene Person nicht mehr identifiziert werden kann. Der Personenbezug wird unwiderruflich aufgehoben, wodurch die DSGVO für diese Daten nicht mehr gilt.

ANOVA

ANOVA (Analysis of Variance, auf Deutsch Varianzanalyse) ist ein statistisches Verfahren, um zu überprüfen, ob sich die Durchschnittswerte (Mittelwerte) von drei oder mehr Gruppen signifikant voneinander unterscheiden. Anstatt mehrere Gruppen einzeln zu vergleichen, testet die ANOVA alle Gruppen in einem einzigen Durchgang. Dadurch wird verhindert, dass sich die Fehlerwahrscheinlichkeit (Fehler 1. Art) bei vielen Vergleichen künstlich erhöht.

Antiqua

Antiqua ist der Sammelbegriff für alle klassischen Druckschriften des lateinischen Alphabets, die sich historisch von den römischen Großbuchstaben (römische Inschriften) ableiten. Sie sind der absolute Standard für Fließtexte in Büchern, Zeitungen sowie im Web und zeichnen sich durch sehr gute Lesbarkeit aus

Antwort-Tendenzen

Eine große Herausforderung sind die Antwort-Tendenzen (Response-Bias). In manchen Kulturen gilt es als extrem unhöflich, einer Autoritätsperson (wie dem Forschenden) zu widersprechen. Die Folge: Reine "Ja-Sager"-Daten (Acquiescence Bias). In anderen Kulturen (z. B. im asiatischen Raum) wird oft die goldene Mitte einer Skala gewählt, während man in den USA eher zu den Extremen ("Awesome!", "Terrible!") neigt. Wie normiert man das, ohne die Daten zu verfälschen? Die Antwort darauf ist ein klares wissenschaftliches Vorgehen und die Berücksichtigung dieser Herausforderung.

Antwortbrief (Einreichung)

Zur Revision gehört fast immer ein Response Letter oder eine point-by-point response. Dieses Dokument ist weit mehr als eine Formalität; es ist die schriftliche Karte, auf der man den Gutachterinnen, Gutachtern und der Redaktion zeigt, was genau geändert wurde und wie mit jeder Anmerkung umgegangen wurde. Gute Antwortschreiben sind höflich, präzise und erstaunlich unspektakulär. Gerade das macht sie wirksam.

Antwortreiheneffekt

siehe Platzierungseffekt

Anwendbarkeit

In der Wissenschaft bezeichnet die Anwendbarkeit (auch Praxisrelevanz oder Anwendungsorientierung) den Grad, in dem theoretische Erkenntnisse, Methoden oder Modelle genutzt werden können, um praktische Probleme zu lösen oder reale gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen zu bewältigen

Anwendungsorientierung

siehe Anwendbarkeit

APA-Zitierweise

Die APA-Zitierweise (7. Auflage) ist eine Regelung der American Psychological Association, welche diese auch regelmäßig aktualisiert, und ist sehr verbreitet. Sie ist, ähnlich wie die Harvard-Zitierweise ein Autor-Jahr-System. Die APA-Zitierweise wird besonders in Sozialwissenschaften genutzt. Sie basiert auf Kurzbelegen im Text (Autor, Jahr) und einem vollständigen Literaturverzeichnis am Ende. Indirekte Zitate (Paraphrasen) benötigen nur Autor und Jahr (z.B. Müller, 2020), direkte Zitate zusätzlich die Seitenzahl (z.B. Müller, 2020, S. 15). Bei indirekten Zitaten kann der Name des Autors im Text erscheinen und das Zitat besteht dann nur aus dem Jahr (z.B. „Müller (2020) betont ...“. Auch hier nennt man, bei zwei Autoren beide (z.B. Müller & Schmidt, 2020), ab drei Autoren wird der Name des ersten Autors mit dem Zusatz „et al.“ verwendet (z.B. Müller et al., 2020). Die Abkürzungen f. oder ff. für folgende Seiten werden vermieden, stattdessen verwendet man die genauen Seitenangaben (z.B. S. 15-18). Sekundärzitate sollten vermieden werden. Wenn nötig, wird nur die Quelle ins Literaturverzeichnis aufgenommen, die tatsächlich gelesen wurde.

APC

siehe Article Processing Charge (APC)

Äpfel-und-Birnen-Vergleich

siehe Äpfel-und-Orangen-Problem

Äpfel-und-Orangen-Problem

Das Äpfel-und-Orangen-Problem (auch Äpfel-und-Birnen-Vergleich genannt und im Englischen als „apples and oranges fallacy“ bekannt) beschreibt den logischen Denkfehler, zwei grundlegend unterschiedliche Dinge miteinander zu vergleichen. Da die verglichenen Objekte keine gemeinsamen Maßstäbe haben, führt der Vergleich zu keinem sinnvollen oder objektiven Ergebnis.

Appstudie (Tagebuchstudie)

Eine App-Studie ist eine Tagebuchstudie über Apps. Mobile Tagebuch-Apps (wie Nativeye oder TestingTime) erleichtern den Prozess erheblich. Teilnehmer werden per Push-Nachricht an ihre Einträge erinnert, was die Beteiligungsquote hochhält.

Äquivalensproblem

Das sogenannte Äquivalenzproblem ist also zu bewältigen. beschreibt die sprachliche und kulturelle Herausforderung, dass Wörter, Sätze oder Konzepte aus einer Ausgangssprache nicht 1:1 in eine Zielsprache übersetzt werden können, ohne an Bedeutung, Tonfall oder kulturellem Kontext einzubüßen. Es geht darum, echte Gleichwertigkeit zu schaffen, statt rein wörtlich zu übersetzen. Die zentralen Herausforderungen lassen sich in drei Dimensionen einteilen; die konzeptuelle Äquivalenz, die linguistische Äquivalenz und der Stil und Tonfall.

Argument

Ein wissenschaftliches Argument ist eine logisch aufgebaute, nachprüfbare Beweisführung. Es dient dazu, eine Behauptung (These) anhand von Prämissen (Voraussetzungen, Fakten) zu stützen, um neue Erkenntnisse zu gewinnen oder die Fachwelt von einer neuen Theorie zu überzeugen.Im Gegensatz zu alltäglichen Meinungen muss ein wissenschaftliches Argument immer objektiv, rational und belegbar sein.

arithmethische Mittel

klassischer Durschnittswert

Artefakt (Wissenschaft)

In der Wissenschaft hat der Begriff Artefakt (Künstlich geschaffenes) zwei völlig unterschiedliche Hauptbedeutungen, je nachdem, ob man sich in den Geistes- oder den Naturwissenschaften befindet. Er beschreibt entweder ein von Menschenhand geschaffenes Objekt (z. B. in der Archäologie) oder einen künstlichen, fehlerhaften Effekt bei wissenschaftlichen Messungen (z. B. in der Medizin). In der Archäologie, Anthropologie und Geschichte ist ein Artefakt ein materieller, künstlich hergestellter oder veränderter Gegenstand. In der empirischen Forschung, Medizin und Diagnostik bezeichnet ein Artefakt eine Verzerrung oder Verfälschung von Daten, Bildern oder Messergebnissen. Das Phänomen ist künstlich durch den Menschen, das Messinstrument oder die Untersuchungsmethode erzeugt und existiert nicht in der Natur.

Article Processing Charge (APC)

Eine Article Processing Charge (kurz APC, auch Artikel- oder Publikationsgebühr genannt) ist eine Gebühr, die Verlage von Wissenschaftlern oder ihren Institutionen verlangen, damit ein wissenschaftlicher Fachartikel im sogenannten Open Access veröffentlicht wird.

Artikelgebühr

siehe Article Processing Charge (APC)

Assoziatives Interview

Ein assoziatives Interview ist eine qualitative, indirekte Befragungstechnik, bei der Probanden spontan und ungelenkt Gedächtnisinhalte, Gefühle oder unbewusste Motive zu einem bestimmten Reiz äußern. Ziel ist es, mentale Verknüpfungen (Assoziationen) jenseits rationaler und sozial erwünschter Antworten offenzulegen. Es basiert oft auf einem Narrativem Interview.

Aufnahme

Unter Aufnahmen versteht man in der Regel rein akustische oder audiovisuelle Dokumente, die nicht dem klassischen Spielfilm- oder Serienformat entsprechen. Darunter fallen beispielsweise Podcasts, Radio- und Fernsehsendungen, Interviews (Audio/Video), Musikstücke (Lieder) oder Vortrags- und Vorlesungsaufzeichnungen.

Ausfallquote

In der Wissenschaft hängt die Bedeutung der Ausfallquote (auch Ausfallrate oder Drop-out-Rate) von der Disziplin ab: In empirischen Studien bezeichnet sie den Anteil der Teilnehmer, die vorzeitig abbrechen. In den Technik- und Ingenieurwissenschaften beziffert sie hingegen die Ausfallhäufigkeit von Bauteilen oder Systemen über die Zeit.

Auskunftsperson

siehe Interviewte

Ausreißer

Ein Ausreißer (englisch Outlier) ist ein Messwert oder Datenpunkt, der deutlich außerhalb des Bereichs liegt, in dem sich die Mehrheit der übrigen Beobachtungen konzentriert. Er weicht extrem vom erwarteten Muster ab, was auf Messfehler, Tippfehler, aber auch auf echte, seltene Extremwerte hinweisen kann

Außensteg

Der äußere, unbedruckte, seitliche Rand

Ausstrahlungseffekt

siehe Strahlungseffekt

Auswertungsobjektivität

Auswertungsobjektivität ist eines der zentralen wissenschaftlichen Gütekriterien. Sie beschreibt den Grad, zu dem die Auswertung erhobener Daten unabhängig von der auswertenden Person ist. Das bedeutet: Egal welcher Wissenschaftler die Rohdaten analysiert, das Resultat sollte immer identisch sein

Auswertungsteil

Die Auswertung präsentiert die erhobenen Daten und ordnet sie wissenschaftlich ein. Er ist das Herzstück der Arbeit und belegt, ob Ihre Hypothese bestätigt oder widerlegt wurde. Oft werden diese beiden Abschnitte in getrennten Kapiteln geschrieben, um Fakten und Interpretation klar zu trennen. Sie wird klassischerweise einfach in Ergebnisse und Diskussion aufgeteilt.Die Auswertung inklusive Ergebnisse und Diskussion, zusammen mit der Methodik, umfasst in der Regel 40 bis 60% der Arbeit. Eine genaue Einteilung der jeweiligen Bereiche ist im Allgemeinen nicht möglich da es sehr von der ausgewählten Methodik abhängt.

Authentizität

Authentizität in der Wissenschaft bezeichnet die Echtheit, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse, Quellen und Methoden. Sie ist ein zentrales Gütekriterium, das sicherstellt, dass Forschungsergebnisse tatsächlich auf realen Daten beruhen und die wissenschaftlichen Standards erfüllen

Axiales Kodieren

Bei axialem Kodieren werden die im offenen Kodieren gefundenen Kodes systematisch miteinander verknüpft (z. B. nach Ursachen, Kontext, Handlungen und Konsequenzen).

Balkendiagramm

Ein Balken- oder Säulendiagramm ist eine grafische Darstellung, um Häufigkeiten, Mengen oder Vergleiche verschiedener Kategorien (wie Produkte, Länder oder Monate) mithilfe von Rechtecken (Balken oder Säulen) zu veranschaulichen. Die Länge oder Höhe des jeweiligen Rechtecks ist dabei proportional zum dargestellten Wert.

BASE (Bielefeld Academic Search Engine)

BASE (Bielefeld Academic Search Engine) ist eine der weltweit größten Suchmaschinen, die speziell auf wissenschaftliche Web-Dokumente spezialisiert ist. Sie wird von der Universitätsbibliothek Bielefeld betrieben.

Begriffe

Erklärung

Begutachtung durch Gleichrangige

siehe Peer-Review

Behaviour Coding

siehe Verhaltenskodierung

Beobachterparadoxon

siehe Paradoxon der Ethongraphie

Beobachtung

Eine wissenschaftliche Beobachtung ist eine systematische, zielgerichtete und methodisch kontrollierte Erfassung von wahrnehmbaren Verhaltensweisen, Ereignissen oder Zuständen. Der Schwerpunkt liegt auf der direkten Beobachtung menschlicher Handlungen, verbaler Äußerungen, nonverbaler Reaktionen (Mimik, Gestik) und anderer sozialer Merkmale. Sie folgt strengen Regeln, um Verzerrungen (Bias) zu minimieren und objektive, nachprüfbare Ergebnisse zu liefern. Damit die Beobachtung wissenschaftlich anerkannt wird, muss sie reliabel (zuverlässig, d.h. verschiedene Beobachter kommen zum gleichen Ergebnis) und valid (gültig, d.h. sie misst tatsächlich das, was sie messen soll) sein. Aufgrund ihrer Nähe zu alltäglichen Techniken der Informationsgewinnung gilt die Beobachtung als die ursprünglichste Methode der Datenerhebung.

Bericht

Berichte sind formelle Dokumente, die strukturierte Informationen, Fakten, Analysen oder Forschungsergebnisse zu einem spezifischen Thema enthalten. Sie werden häufig von Unternehmen, Behörden, Instituten oder Organisationen herausgegeben. Im Gegensatz zu Fachzeitschriften durchlaufen sie oft kein formelles Peer-Review-Verfahren.

beschreibende Kodes

siehe Deskriptive Kodes

beschreibende Statistik

siehe deskriptive Statistik

Bewerbungsgespräch (Interviewformat)

Bewerbungsgespräch sollten wissenschaftlich genutzt werden und folgen normalerweise dem Interviewschema. Es kann ebenfalls strukturiert, halbstrukturiert oder unstrukturiert ablaufen.

bewusste Auswahl

Bei der bewussten Auswahl werden die Teilnehmer nicht dem Zufall überlassen, sondern gezielt nach bestimmten, vordefinierten Kriterien ausgesucht. Man nutzt Vorwissen über die Gruppe. Bei Gruppen für eine Gruppendiskussion werden oft so zusammengestellt, dass soziale Ungleichheiten, Hierarchien oder gesellschaftliche Strukturen sichtbar werden.

Bias

Der Begriff Bias (aus dem Englischen, [bīəs]) bedeutet im Deutschen „Voreingenommenheit“, „Verzerrung“ oder „Vorurteil“. Er beschreibt die menschliche oder systemische Neigung, Informationen, Wahrnehmungen oder Urteile unbewusst zu verfälschen und in eine bestimmte Richtung zu lenken. In der Wissenschaft und der Statistik sind es Systematische Fehler bei Datenerhebungen oder Studien, die zu falschen oder verfälschten Ergebnissen führen.

Bibliothek

Bibliotheken werden primär nach ihrer Zielgruppe, ihrem Auftrag und den Beständen unterschieden. Die wichtigsten Kategorien im Bibliothekswesen sind Öffentliche Bibliotheken (für die Allgemeinheit), Wissenschaftliche Bibliotheken (für Forschung und Lehre), Spezialbibliotheken (für besondere Fachgebiete) sowie Nationalbibliotheken und privat Bibliotheken.

Bibliothek besonderer Einrichtungen und Spezialformen

Bibliotheken besondere Einrichtungen und Spezialformen sind generell 3: Schulbibliotheken, Virtuelle / Digitale Bibliotheken und Patienten- und Gefangenenbibliotheken. Das Erste unterstützt Schüler bei der Recherche und fördern die Lesekompetenz. Virtuelle / Digitale Bibliotheken bieten ausschließlich Zugriff auf E-Books, Datenbanken und digitale Medien. Patienten- und Gefangenenbibliotheken sind kleine Versionen zur direkten Versorgung in Krankenhäusern oder Justizvollzugsanstalten.

Bielefeld Academic Search Engine

siehe BASE

Biografisches Interview

Ein biografisches Interview ist eine qualitative Erhebungsmethode der Sozialforschung. Die befragte Person wird gebeten, frei und ausführlich aus ihrem Leben zu erzählen. Ziel ist es, subjektive Erfahrungen, Sinnstrukturen und Bewältigungsstrategien zu rekonstruieren, anstatt standardisierte Fragen abzuarbeiten. Es basiert oft auf einem Narrativem Interview.

bivariate Analyse

Eine bivariate Analyse (oder bivariate Statistik) ist eine Forschungsmethode, die den Zusammenhang, die Korrelation oder den Einfluss zwischen genau zwei Variablen (Merkmalen) untersucht. Das Ziel ist es festzustellen, ob und wie sich eine Veränderung der ersten Variablen auf die zweite Variable auswirkt oder ob beide Werte gemeinsam variieren. Bivariate Daten werden häufig visuell aufbereitet, um Trends mit dem bloßen Auge zu erkennen. Hierzu werden Streudiagramme und Balken- oder Säulendiagramme genutzt.

bivariate Statistik

siehe bivariate Analyse

Blocksatz

Unter Blocksatz versteht man eine Textausrichtung, bei der die Zeilen eines Absatzes exakt auf die gleiche Breite gebracht werden. Dadurch bilden sie sowohl links als auch rechts einen sauberen, geraden Rand.

Bold (Fettung)

In der Textverarbeitung ist Bold der englische Fachbegriff für Fettdruck (Schriftstärke). Er dient dazu, bestimmte Wörter, Sätze oder Abschnitte visuell hervorzuheben und wichtige Informationen für den Leser schneller auffindbar zu machen.

Brainstorming

In der Wissenschaft bezeichnet Brainstorming eine Kreativitäts- und Problemlösungsmethode, die der unzensierten Sammlung von Ideen, Forschungsfragen und Assoziationen dient. Sie wird meist zu Beginn eines Forschungsprojekts, zur Hypothesengenerierung oder bei der Versuchsplanung eingesetzt

Brainstorming (Interview)

Brainstorming in der Wissenschaft ist eine qualitative Kreativitäts- und Erhebungsmethode, die in der Gruppenbefragung dazu dient, spontan Ideen, Hypothesen oder Lösungsansätze zu einem spezifischen Forschungsproblem zu generieren. Im Gegensatz zu standardisierten Umfragen steht hier die freie Interaktion und Assoziation in der Gruppe im Vordergrund.

Brainwriting

In der Wissenschaft ist Brainwriting eine strukturierte Kreativitätstechnik zur systematischen Ideengenerierung oder Problemlösung. Im Gegensatz zum klassischen Brainstorming werden Ideen nicht mündlich in die Runde gerufen, sondern schriftlich, meist still und unabhängig voneinander fixiert

Brief Report

siehe Kurzberichte

Bundesanzeiger Verlag

Der Bundesanzeiger Verlag ist kein wissenschaftlicher Fachverlag für universitäre Forschung, sondern das amtliche Verkündungs- und Bekanntmachungsorgan der Bundesrepublik Deutschland. Er publiziert Gesetze, das Unternehmensregister sowie juristische Fachliteratur und ist für die Wissenschaft vor allem als Primärquelle für Gesetzgebung und Unternehmensdaten relevant.

Bundsteg (Innensteg)

Der Abstand zur Mitte bei aufgeschlagenen Seiten (Buchbindung).

CAPI

siehe Computer Assisted Personal Interviewing

CAQDAS

Software zur qualitativen Datenanalyse

Case report

Case report (Journalartikel)

siehe Fallbericht (Journalartikel)

Case series

Case Series stellen mehrere zusammenhängende Fälle, meist in klinischen oder praxisnahen Feldern, dar. Als Sonderform liegt es zwischen Fallbericht und breiterer empirischer Studie

Case study

siehe Fallstudie (methodisches Vorgehen)

Case study (Journalartikel)

siehe Fallstudien (Journalartikel)

CATI

siehe Computer Assisted Telephone Interviewing

CFA

siehe konfirmatorische Faktoranalyse

charakterisiernde Fragen

siehe soziodemografische Fragen

Cherry-Picking

siehe Rosinenpicken

Chicago-Zitierweise

Die Chicago-Zitierweise (basiert auf dem Chicago Manual of Style) bietet zwei Systeme: Fußnoten mit Bibliografie (häufig in Geisteswissenschaften) oder Autor-Datum-System (häufig in Sozialwissenschaften). Belege erfolgen entweder durch hochgestellte Nummern und Fußnoten oder durch Klammern im Text (Autor Jahr, Seite). Ein detailliertes Literaturverzeichnis ist zwingend. Wird mittels Fußnoten zitiert, befinden sich diese im Text meist hinter dem Satzzeichen (Punkt oder Komma. Bei der ersten Nennung einer Quelle ist ein Vollbeleg anzugeben, welche bei einer folgen Nennung zum Kurzbeleg wird. Zitiert man im Text nutzt man nur Kurzbelege, welche vor dem Satzzeichen stehen. Anders als bei APA, verwendet man „f.“ werden zwei Seiten zitiert. Beim Zitieren von mehr als zwei Seiten nutzt man „ff.“.

CiteSeerX

CiteSeerX ist eine frei zugängliche Suchmaschine und digitale Bibliothek für wissenschaftliche Publikationen. Der Schwerpunkt liegt primär auf den Fachbereichen Informatik und Informationswissenschaft.

Cluster

Datengruppen aufgrund von Ähnlichkeiten

Cluster Sampling

siehe Klumpenstichprobe

Clusteranalyse

Eine Clusteranalyse ist ein Verfahren der Statistik und des Data Minings. Sie dient dazu, große Datenmengen zu untersuchen und Objekte anhand ihrer Ähnlichkeiten in Gruppen (sogenannte „Cluster“) einzuteilen. Das Hauptziel besteht darin, die Daten so zu gruppieren, dass die Elemente innerhalb eines Clusters sich möglichst ähnlich sind, sich die einzelnen Cluster untereinander aber so stark wie möglich unterscheiden. Die Methode wird häufig im unüberwachten Lernen (Unsupervised Learning) eingesetzt, da man vor der Analyse meist nicht weiß, welche Strukturen oder wie viele Gruppen in den Daten verborgen liegen

Code

siehe Kode

Codebuch (Kodebuch)

Ein Codebuch (oder Kodebuch) ist ein systematischer Leitfaden, der als "Übersetzungsschlüssel" für die Auswertung von Daten dient. Es legt genau fest, wie bestimmte Informationen, Texte oder Antworten in Zahlen, Kategorien oder strukturierte Codes übersetzt werden, um sie analysierbar zu machen. Ein Codebuch sorgt also für Transparenz und stellt sicher, dass Daten nachvollziehbar, fehlerfrei und strukturiert ausgewertet werden können. Je nach Fachbereich wird es unterschiedlich genutzt. In der empirischen Sozialforschung (z.B. bei Interviews und Umfragen) listet es alle Variablen (z.B. Fragen aus einem Fragebogen) auf und weist den möglichen Antworten feste Zahlenwerte zu (z.B. Variable: Geschlecht -> 1 = weiblich, 2 = männlich, 3 = divers). In der Inhaltsanalyse (bei Texten, Medien oder Videos) ist es ein detailliertes Regelwerk, das definiert, welche Textstelle oder visuellen Inhalte bestimmten Kategorein oder Codes zugeordnet werden. Es dienst dazu, dass mehrere Forschende das Material völlig objektiv und einheitlich auswerten. In der Informatik und Kryptografie wird der Begriff historisch oder umgangssprachlich für Verzeichnisse genutzt, in denen Wörter, Phrasen oder Buchstaben durch bestimmte Geheimcodes (Chiffren) ersetzt werden.

Computer Assisted Personal Interviewing

CAPI hingegen ist ein persönliches Interview, bei dem die Antwort direkt in ein digitales Gerät von der fragenden Person eingegeben wird.

Computer Assisted Telephone Interviewing

CATI ist ein computergestütztes Telefoninterview, bei dem z.B. eine KI die Frage stellt und die Antworten dokumentiert.

Corporate Author

Ein Corporate Author (Körperschaftsautor) ist eine Institution, Organisation, Behörde oder ein Unternehmen, die als Verfasserin einer wissenschaftlichen Publikation auftritt, wenn das Werk nicht von einzelnen Personen, sondern kollektiv im Namen der Einrichtung herausgegeben wurde

Cover letter

Ein Cover Letter (Anschreiben) ist das formelle Begleitschreiben, das Sie an die Herausgeber (Editor-in-Chief oder Associate Editor) eines wissenschaftlichen Fachjournals senden, wenn Sie dort Ihr Manuskript zur Begutachtung (Peer Review) einreichen. Es ist Ihre persönliche Visitenkarte als Autor. Der Cover Letter ist kein Ort für große Literaturgeschichten oder übertriebene Selbstlobreden. Er soll knapp, professionell und präzise sein. Seine Aufgabe ist es, der Redaktion in wenigen Absätzen zu zeigen, warum der Artikel relevant ist, warum er zum Journal passt und was seine besondere Stärke ausmacht.

Data Cleaning

siehe Datenbereinigung

Data mining

In der Wissenschaft bezeichnet Data Mining den computergestützten Prozess, mithilfe von Statistik und maschinellem Lernen verborgene Muster, Korrelationen und Gesetzmäßigkeiten in großen, oft komplexen Datensätzen aufzudecken

Data paper

Data Paper / Data Report beschreibt einen Datensatz, seine Erhebung, seine Struktur, seine Zugänglichkeit und mögliche Nachnutzung, ohne den Datensatz schon als klassische Ergebnisstudie auszuwerten

Data report

siehe Data paper

Datenaufbereitung

siehe Datenbereinigung

Datenauswertungsmethode

Eine Datenauswertungsmethode ist ein systematisches Verfahren, um aus gesammelten Rohdaten verwertbare Erkenntnisse und Antworten auf konkrete Fragestellungen zu gewinnen. Sie strukturiert den Weg von der unübersichtlichen Datenmenge hin zu interpretierbaren Mustern, Trends oder Handlungsempfehlungen.Je nach Zielsetzung und Art der Daten (Zahlen oder Texte) werden unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt.

Datenbank-Infosystem

siehe DBIS

Datenbereinigung

Die Datenbereinigung (Data Cleaning) ist der essenzielle Prozess, bei dem Rohdaten auf Fehler, Lücken oder Inkonsistenzen geprüft und korrigiert werden. Sie bildet das Fundament jeder wissenschaftlichen Auswertung: Nur ein bereinigter Datensatz gewährleistet verlässliche, valide und methodisch unangreifbare Forschungsergebnisse. Hierzu sortiert man unvollständige oder unseriöse Antworten aus.

Datenerhebungsmethode

Eine Datenerhebungsmethode ist ein systematisches Verfahren, um empirische Informationen zu sammeln und auszuwerten. In der Wissenschaft, Wirtschaft oder Verwaltung dienen diese Methoden dazu, Forschungsfragen zu beantworten, Phänomene zu verstehen oder Entscheidungen auf Basis von Fakten zu treffen.Die Wahl der richtigen Methode hängt vom Forschungsziel und der Art der benötigten Daten ab.

Datenfabrikation

siehe Fabrication

Datenfälschung

Das Erschaffen oder Speichern von neuen, inhaltlich unrichtigen Daten, um im Rechtsverkehr zu täuschen. Es gibt kein echtes Original, die Daten sind komplett frei erfunden (z. B. das Erstellen eines gefälschten digitalen PDF-Vertrags). Der Unterschied zwischen Datenfälschung und Datenverfälschung liegt im Strafrecht (z. B. § 269 StGB [Fälschung beweiserheblicher Daten]) und im allgemeinen Sprachgebrauch primär darin, ob die Daten komplett neu erfunden oder nachträglich manipuliert wurden.

Datenintegrität

Datenintegrität bedeutet, dass die dargestellten Ergebnisse tatsächlich den zugrunde liegenden Daten entsprechen. Das betrifft nicht nur Experimente oder Umfragen, sondern auch qualitative Forschung, Fallstudien oder theoretische Arbeiten, soweit dort Quellen, Zitate oder Argumentationsschritte korrekt wiedergegeben werden. Ein sauberer Artikel zeigt nicht nur Ergebnisse, sondern auch, dass diese Ergebnisse vertrauenswürdig entstanden sind.

Datenkolonialismus

Datenkolonialismus (Data Colonialism) beschreibt die Aneignung von menschlichem Leben in Form von Daten durch multinationale Digitalkonzerne (Big Tech) und Regierungen, um Profite zu generieren oder Macht auszuüben.

Datenmanipulation

Der Begriff Datenmanipulation kann neutral oder negativ verstanden werden. In der Informatik und Datenanalyse bedeutet Datenmanipulation die Rohdaten in ein nutzbares, strukturiertes Format zu bringen, also den neutralen, technischen Prozess der planmäßigen Datenveränderung. In der Wissenschaft bezeichnet Datenmanipulation im negativen Sinne die vorsätzliche Verfälschung oder unzulässige Veränderung von Forschungsdaten. Ziel ist es meist, das gewünschte Ergebnis zu erzielen, eine Hypothese zu bestätigen oder die eigene Karriere voranzutreiben. So wird es auch Datenverfälschung genannt und bezeichnet somit eine nachträgliche unbefugte, betrügerische oder fehlerhafte Veränderung, die das Ergebnis unbrauchbar macht oder Dritte täuscht.

Datenminimierung DSGVO

Die Datenminimierung zwingt einen Forschenden dazu nur so viele Daten zu erheben, wie zwingend nötig sind.

Datenschutz-Grundverordnung

siehe DSGVO

Datenverfälschung

siehe Datenmanipulation

DBIS (Datenbank-Infosystem)

DBIS steht für Datenbank-Infosystem. Es ist ein kooperatives Online-Portal von über 300 Bibliotheken im deutschsprachigen Raum, das wissenschaftliche Datenbanken verzeichnet, strukturiert und den Zugriff darauf organisiert

Deduktiv

Deduktiv bedeutet, von allgemeinen Theorien auf spezifische Einzelfälle zu schließen. Also genauso gegenläufig zum induktiven Forschen ist es ein Top-down-Ansatz. Es ist ein theoriegeleiteter Ansatz, bei dem bestehende Annahmen durch Daten (meist quantitativ) überprüft, bestätigt oder widerlegt werden. Es wird also vom Allgemeinen zum Besonderen, mit dem Ziel der Überprüfung von Hypothesen (Theorietestung), vorgegangen. Diese Vorgehensweise ist aufgrund der Natur der Sache typisch für strukturierte Abschlussarbeiten auf Bachelor- und Masterniveau sowie für quantitative Forschung. Man erkennt, daß die Deduktion bestehende Theorien prüft, während bei der induktiven Methode aus Einzelfällen eine neue Theorie entwickelt wird.

deduktiv (inhaltsanalyse)

Deduktiv im Falle von Inhaltsanalysen bedeutet, daß die Kategorie vorab aus der Theorie abgeleitet wird.

Deduktiver Kode

Deduktive Kodes werden auch theoriegesteuerte Kodes genannt und basieren auf bereits bestehenden Theorien, Literatur oder der Struktur des Interviewleitfadens. Die Kategorien stehen vor der Analyse fest und werden top-down auf das Material angewendet.

demografische Fragen

siehe soziodemografische Fragen

Denke-Laut-Methode

siehe Lautes Denken

Denzentrierung der Forschung

Die Dezentrierung der Forschung ist die Abkehr von der Annahme, dass westliche Standards universell sind. Lokale und indigene Protokolle, Traditionen und Wissenssysteme werden gleichberechtigt einbezogen.

Desk Rejection

Eine Desk Rejection (oder Desk Reject) ist die Ablehnung eines wissenschaftlichen Manuskripts durch den Herausgeber (Editor-in-Chief oder Associate Editor) eines Journals, noch bevor es den eigentlichen Begutachtungsprozess (Peer-Review-Verfahren) durchläuft.

Deskriptive Fragen

Deskriptive Fragen oder auch beschreibende Frage dienen dazu, einen Ist-Zustand, ein Phänomen oder eine Zielgruppe systematisch und detailliert abzubilden. Sie beantworten Was-, Wo-, Wann- und Wie-Fragen, ohne jedoch die Ursachen ("Warum?") zu erklären. Ziel dieser Fragen ist die präzise Erfassung von Merkmalen, Häufigkeiten oder Durchschnittswerten (z. B. in der Marktforschung oder Statistik). Sie beschreiben objektiv die Realität und sind nicht wertend. Sie beschreiben Phänomene, den Status quo oder Entwicklungen. Sie bilden häufig das Fundament für weiterführende (z. B. erklärende oder hypothesenprüfende) Studien. Beispielhaft wäre „Wie hoch ist der Anteil an erneuerbaren Energien in Berlin?“

deskriptive Statistik

Die deskriptive (beschreibende) Statistik ist ein Teilbereich der Statistik, der große Datenmengen systematisch zusammenfasst, ordnet und grafisch darstellt. Ihr zentrales Ziel ist es, die wesentlichen Eigenschaften eines konkreten Datensatzes (z. B. einer Stichprobe) übersichtlich und verständlich zu machen, ohne Rückschlüsse auf eine übergeordnete Grundgesamtheit zu ziehen. Im Gegensatz zur Inferenzstatistik (induktiven Statistik) stellt die deskriptive Statistik keine Vermutungen oder Hypothesen über eine größere Allgemeinheit an. Sie beschreibt exakt und ausschließlich die Daten, die tatsächlich erhoben wurden. Die deskriptive Statistik wird in drei wichtige Säulen untergliedert; Kennzahlen, Grafische Darstellungen und Tabellen und Häufigkeiten. Kennzahlen (Maßzahlen) sind Zahlenwerte, die das Zentrum, die Verteilung oder den Zusammenhang der Daten auf den Punkt bringen. Begriffe wie Lagemaße, Streuungsmaße oder Zusammenhangsmaße (Korrelationskoeffizient). Grafische Darstelllungen sind Visualisierungen, die Muster, Ausreißer und Trends auf einen Blick erkennbar machen. Beispielhaft sind Balken- und Kreisdiagramme, um Häufigkeiten dazustellen, Histogramme, um Verteilungen von Werten zu veranschaulichen, und Boxplots, um den Median, Ausreißer und die Streuung von Daten zu zeigen. Tabellen und Häufigkeiten entsprechen der strukturierten Aufbereitung von Rohdaten wie z.B. Häufigkeitstabellen.

Deskriptiver Kode

Deskriptive Kodes, auch beschreibende Kodes genannt, fassen das Gesagte zusammen und bleiben nah am Text. Sie ordnen Themen faktisch zu (z. B. „Ort: Berlin“, „Thema: Wohnungsnot“).

Detusch

deutsche Zitierweise

Die deutsche Zitierweise (sie wird auch GHOST-Zitierweise genannt), kennzeichnet Quellen durch Fußnoten am Seitenende, oft mit einem Vollbeleg bei der ersten Nennung und Kurzbelegen bei Wiederholung. Der Vollbeleg enthält Nachname und Vorname des Autors: den Titel. Die Auflage, den Verlagsort: den Verlag, das Erscheinungsjahr, und die Seite. Der Kurzbeleg hingegen nur der Nachname des Autors, das Jahr, und die Seite. Ein ausführliches Literaturverzeichnis bildet den Abschluss. Ebd. wird genutzt, wenn die Quelle identisch mit der direkt darüber liegenden Fußnote ist. Im Gegensatz zur Harvard-Zitierweise oder APA-Stil, bei denen Quellen in Klammern im Text stehen, hält die deutsche Zitierweise den Lesefluss durch Nutzung von Fußnoten sauberer.

Dichotom

Dichotom bedeutet hierbei „zweigeteilt“, „gegabelt“ oder „gespalten“. Es beschreibt die Aufteilung eines Systems, Begriffs oder Merkmals in genau zwei, sich gegenseitig ausschließende Kategorien (Entweder-oder). Synonyme sind zweigeteilt, zwiespältig, dichotomisch oder verästelt.

Dichotome Fragen

Dichotome Fragen sind Single-Choice-Fragen, bei denen es genau zwei Antwortmöglichkeiten gibt. Sie sind ideal zur schnellen Filterung von Teilnehmern (z.B. „Waren Sie bereits Kunde?“). Nachteilig ist, daß es natürlich dadurch auch wenig differenzierend ist.

Digital Object Identifier

siehe DOI

digitale Bibliothek

Eine digitale Bibliothek speichert elektronische Medien, verwaltet diese und macht diese für Nutzer zugänglich. Elektronische Medien sind in diesem Fall E-Books, digitalisiert historische Schriften, Zeitschriften, Audiodateien oder Datenbanken. Die Medien befinden sich im direkten Besitz der jeweiligen Bibliothek oder sind für deren Nutzer lizenziert.

Dilemma der Re-Identifikation

Um Daten kompatibel und austauschbar zu machen, müssen sie anonymisiert werden. In der interkulturellen Forschung kann das Entfernen von Kontext (z.B. der genaue regionale Standort, spezifische kulturelle Praktiken) dazu führen, dass die Daten für die lokale Forschung wertlos werden, oder – im Gegenteil – durch die Kombination verschiedener Datensätze erst recht wieder Personen re-identifizierbar machen. Das Dilemma der Re-Identifikation entsteht.

Dilemma Interview

Ein Dilemma-Interview ist eine qualitative und teilstandardisierte Forschungsmethode, bei der Testpersonen mit einer fiktiven oder realen Konfliktgeschichte konfrontiert werden. Ziel ist es, die zugrundeliegenden Strukturen des moralischen Urteilens, der Entscheidungslogik (z.B. utilitaristisch vs. deontologisch) oder professionelle Bewältigungsstrategien zu analysieren. Es basiert auf dem Problemzentrieten Interview.

direktes Zitat (wörtliches Zitat)

Ein direktes Zitat (auch wörtliches Zitat) ist die exakte, unveränderte Übernahme einer Textpassage aus einer anderen Quelle. Es dient in wissenschaftlichen Arbeiten dazu, wichtige Definitionen, prägnante Kernaussagen oder spezielle Formulierungen exakt zu belegen.

Diskursanalysse

Die Diskursanalyse ist eine qualitative Auswertungsmethode der Geistes- und Sozialwissenschaften. Sie untersucht, wie gesellschaftliche Wirklichkeit, Wissen und Machtverhältnisse durch Sprache konstruiert werden. Im Fokus steht dabei nicht nur der reine Inhalt, sondern das "Wie" des Sprechens: Welche Begriffe, Metaphern und Deutungsmuster werden genutzt und wer darf überhaupt mitreden?

Diskursives Interview

Ein diskursives Interview ist eine qualitative Forschungsmethode, die darauf abzielt, gesellschaftliche Deutungsmuster und Wissensordnungen zu rekonstruieren. Anstatt reines Faktenwissen abzufragen, konfrontiert die forschende Person die Befragten gezielt mit Gegenargumenten, abweichenden Perspektiven oder typischen gesellschaftlichen Thesen, um deren individuelle Positionierung innerhalb von Diskursen sichtbar zu machen.

Diskussion

Die Diskussion ist das Kernstück einer wissenschaftlichen Arbeit. Hier werden die Ergebnisse interpretiert und in den bestehenden Forschungsstand eingeordnet. Anders als im reinen Ergebnisteil, beantworten Sie hier die Frage, was Ihre Erkenntnisse bedeuten und ob Ihre anfänglichen Hypothesen bestätigt oder widerlegt wurden. Hier interpretieret man die Ergebnisse und bewerten deren wissenschaftliche Bedeutung. Es ist quasi die Antwort auf die Frage: "Was bedeuten meine Ergebnisse für das große Ganze?"

Dissertation (Doktorarbeit)

Eine Dissertation (umgangssprachlich Doktorarbeit) ist eine umfangreiche, eigenständige wissenschaftliche Arbeit. Sie ist das Kernstück der Promotion und dient dazu, die Befähigung zu vertiefter wissenschaftlicher Arbeit nachzuweisen. Die erfolgreiche Annahme der Dissertation ist die zwingende Voraussetzung, um den Doktortitel zu erlangen. Sie muss neue wissenschaftliche Erkenntnisse liefern (Forschungslücke schließen) und den aktuellen Forschungstand abbilden. Je nach Fachbereich und Thema kann eine Dissertation 100 bis 250 (nur in Ausnahmefällen weniger) umfassen. Oft werden sie als Monografien oder als kumulative Dissertation (mehrere bereits veröffentlichte oder zur Veröffentlichung eigereichte Fachartikel mit einer übergeordneten Einleitung) eingereicht.

DOI

Ein DOI (Digital Object Identifier) ist eine dauerhafte, unveränderliche Kennung für ein bestimmtes digitales Objekt, beispielsweise einen wissenschaftlichen Artikel. Selbst wenn sich der Aufenthaltsort des Dokuments im Internet ändert, bleibt der DOI bestehen und verweist stets zuverlässig auf das korrekte Dokument. Sie ist der internationale Standard für wissenschaftliche Publikationen, um Quellen verlässlich zitiern und langfristig wiederfinden zu können.

Doktorarbeit

siehe Dissertation

Doppelblindes Begutachtungsverfahren

siehe Double-Blind-Peer-Review

Double-Blind-Peer-Review

Ein Double-Blind-Peer-Review (auf Deutsch: doppelblindes Begutachtungsverfahren) ist ein Standard-Qualitätssicherungsverfahren in der Wissenschaft. Bei der Einreichung einer wissenschaftlichen Arbeit für eine Fachzeitschrift oder Konferenz bleiben dabei sowohl die Autorinnen und Autoren als auch die prüfenden Gutachter (Peers) anonym

DPMA

Das DPMA steht für das Deutsche Patent- und Markenamt. Es ist die zentrale Bundesoberbehörde für den gewerblichen Rechtsschutz in Deutschland und für die Erteilung und Verwaltung von Patenten, Marken, Gebrauchsmustern und Designs zuständig. In der Wissenschaft dient es als entscheidendes Instrument zur Sicherung geistigen Eigentums und der Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen.

Drop-out

siehe Ausfallquote

DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung)

Die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) ist eine EU-weite direkt wirkende Rechtsnorm. Ihr Ziel ist der Schutz personenbezogener Daten natürlicher Personen und die Gewährleistung des freien Datenverkehrs. Sie regelt, wie Unternehmen, Behörden und Organisationen Daten erheben, speichern und verarbeiten. Die DSGVO gilt für alle Organisationen, die Daten von EU-Bürgern verarbeiten – unabhängig davon, wo das Unternehmen seinen Sitz hat.

Dunning-Kruger-Effekt

Der Dunning-Kruger-Effekt ist ein psychologisches Phänomen, welches die Tendenz von Personen mit geringem Wissen oder niedriger Kompetenz auf einem bestimmten Gebiet, ihre eigenen Fähigkeiten maßlos zu überschätzen und gleichzeitig die Kompetenz anderer zu unterschätzen, beschreibt. Es entsteht, weil das eigene Wissen anhand der Grenzen des Wissens bewertet wird. Je mehr man weiß desto größer sind deren Grenzen.

Durchführungsobjektivität

Die Durchführungsobjektivität beschreibt in der Wissenschaft das Ausmaß, in dem die Ergebnisse einer Untersuchung oder Erhebung völlig unabhängig von der Person sind, die sie durchführt. Sie ist ein zentrales wissenschaftliches Gütekriterium

Ebd.

Bei aufeinanderfolgenden Zitaten derselben Quelle in einem Absatz (ohne Unterbrechung durch andere Quellen) wird die Quelle beim ersten Mal vollständig genannt. Nachfolgende Zitate können stark verkürzt werden, beispielsweise durch Nutzung von „ebd.“ (ebenda) in Fußnoten oder durch den Verzicht auf die Jahreszahl bei Autoren-Nennung. Wird der Name des Autors erneut im Text genannt (narrativ), kann das Jahr entfallen (z. B. "Müller betont zudem..."). Bei Klammer-Zitaten wird in der Regel erneut Autor und Seite angegeben (Müller, S. 18). Andere mögliche Abkürzungen wären „a.a.O.“ (am anderen Ort) oder „ibid.“.

ECLI

In der Wissenschaft (insbesondere in der Rechtswissenschaft) steht ECLI für den European Case Law Identifier (Europäischer Rechtsprechungs-Identifikator). Es handelt sich um einen international standardisierten Code zur eindeutigen Identifizierung und Zitierung von Gerichtsentscheidungen.

EDA

siehe explorative Statistik

Effektgröße

siehe Effektstärke

Effektstärke

Die Effektstärke (auch Effektgröße) ist ein statistisches Maß, das angibt, wie stark ein beobachteter Effekt (z.B. der Unterschied zwischen zwei Gruppen oder der Zusammenhang zwischen zwei Variablen) in der Praxis ist. Im Gegensatz zum p-Wert zeigt sie die tatsächliche praktische oder inhaltliche Bedeutung eines Ergebnisses Diese standardisierten Werte machen die Studien mathematisch vergleichbar und werden anschließend aggregiert.

EFR

siehe Europäischer Forschungsraum

ehrliche Darstellung

Eine ehrliche Darstellung in der Wissenschaft erreicht man durch radikale Transparenz und die strikte Einhaltung von Good Scientific Practice. Dies umfasst die vollständige Offenlegung aller Daten und Methoden (Open Science), die Präregistrierung von Studien sowie den bewussten, neutralen Umgang mit unerwarteten oder "nicht-signifikanten" Ergebnissen. Dies ist die klare Verbindung zu dem Qualitätskriterium der Ehrlichkeit.

Ehrlichkeit

Ehrlichkeit (oder Redlichkeit) ist das oberste Grundprinzip jeder wissenschaftlichen Arbeit. Sie bedeutet, dass man seine Forschungsergebnisse wahrheitsgetreu und transparent darlegt, fremdes geistiges Eigentum klar kennzeicht und die Methoden so offenlegt, dass Dritte Ihre Arbeit nachvollziehen und überprüfen können. Schon bei dieser Erklärung erkennt man den starken Bezug zu weiteren Gütekriterien wie Verständlichkeit, Überprüfbarkeit oder Nachvollziehbarkeit. Ehrlichkeit schafft Glaubwürdigkeit und Vertrauen in der Forschung. Sie zeigt ebenfalls, daß der Forschende Verantwortung über seine Artefakte übernimmt. Sie bildet somit die Basis für die sogenannte Gute Wissenschaftliche Praxis. Wissenschaftliche Ehrlichkeit, und somit deren Integrität, lässt sich in vier zentrale Säulen unterteilen; der korrekte Umgang mit Quellen und Zitaten, die wahrheitsgetreue Datenerhebung und Datenauswertung, die transparente Methodik und die Objektivität und sachliche Darstellung.

Eigene Perspektive als Hindernis

Jeder Forschende nutzt theoretische Vorannahmen, die durch seine eigene Kultur geprägt sind. Wenn Forschende in fremde Lebenswelten eintauchen und selbst einen Kulturschock erleben, besteht die Gefahr, dass sie das Fremde abweichend bewerten und Phänomene falsch interpretieren. Das Eigene wird unbewusst zum Maßstab für das Fremde gemacht. Somit kann die eigene Perspektive als Hindernis gesehen werden.

Eigenständigkeit

Eigenständigkeit heißt nicht, alles neu zu erfinden. Es heißt vielmehr, das vorhandene Wissen klug zu nutzen und so zu strukturieren, dass daraus ein eigener Text entsteht. Genau daran erkennt man wissenschaftliches Arbeiten: an der Fähigkeit, nicht nur zu reproduzieren, sondern zu analysieren und zu verbinden.

Eignungsprüfung

siehe Eligibility

Einfache Auswahl

siehe Single-Choice-Fragen

Einfachheit (Gegenteil: Kompliziertheit)

In der Wissenschaft ist Einfachheit ein zentrales Gütekriterium und Erkenntnisprinzip. Es besagt, dass von mehreren Theorien, die ein Phänomen gleichermaßen gut und korrekt erklären, stets diejenige bevorzugt werden sollte, die mit den wenigsten Annahmen und der einfachsten Struktur auskommt. Kurze, präzise Sätze und geläufige Begriffe. Fachbegriffe (Terminologie) sind erlaubt, müssen aber bei der ersten Verwendung klar definiert werden.

Einfluss von Anforderungsmerkmalen

In der empirischen Forschung, insbesondere der Psychologie, beschreiben Anforderungsmerkmale (engl. Demand Characteristics) die unbewussten oder bewussten Reize einer experimentellen Situation, durch die Versuchspersonen erahnen, welches Verhalten von ihnen erwartet wird. Ihr Einfluss kann die Validität (Gültigkeit) einer Studie verfälschen.

Einflussanalyse

Die Einflussanalyse nutzt man, um herauszufinden, ob eine Variable eine andere ursächlich beeinflussen könnte. (z. B. Einfluss des Geschlechts auf das Einkommen). Die bekanntesten genutzten Analysemethoden sind Kreuztabellen, eine Korrelations-, die Regressionsanalyse und die Mittelwertvergleiche. Welches Statistische Verfahren genutzt wird, hängt vom Skalenniveau (der Art) der Daten ab.

Einflussfaktoren

siehe unabhängige Variable

Eingebettetes Design

Beim eingebetteten Design dominiert eine Methode (entweder quantitativ oder qualitativ) die Forschung, während die jeweils andere untergeordnete Methode in eine bestimmte Phase „eingebettet“ wird, um zusätzliche Detailfragen zu klären.

Einleitung

Die Einleitung ist das Entree Ihrer wissenschaftlichen Arbeit. Sie weckt das Interesse der Leserschaft, führt thesenartig in das Thema ein und steckt den konkreten Rahmen ab. Ziel ist es, dem Leser in wenigen Minuten einen klaren Überblick über das Erkenntnisinteresse, die Methode und den roten Faden der Arbeit zu geben. Eine klassische Einleitung macht etwa 5%, nicht mehr als 10 %, des Gesamtumfangs aus. Bei einer Abschlussarbeit von 40 Seiten sprecht man also von ca. 2 Seiten Einleitung.

Einstellungserhebung

siehe Meinungsinterview

Elektronische Quelle

Elektronische Quellen sind digitale Informationen, die über elektronische Geräte oder Netzwerke (insbesondere das Internet) zugänglich sind. Sie unterscheiden sich von klassischen Printmedien durch ihre Volatilität (Inhalte können sich ändern) und ihre Existenz im digitalen Raum. Eine Webseite ist ein spezifisches, visuell organisiertes Dokument im Internet (z.B. eine einzelne Unterseite), während elektronische Quellen ein Oberbegriff für alle digitalen Materialien sind, inklusive Webseiten, PDFs, E-Books oder Online-Videos. Jede Webseite ist eine elektronische Quelle, aber nicht jede elektronische Quelle ist eine Webseite. Somit gehören auch so etwas wie E-Books, E-Journals oder Online-Datenbanken zu den elektronischen Quellen, die allerdings nicht unbedingt auf Webseiten zu finden sind.

Eligibility

Eligibility (von engl. eligible = geeignet, zulässig, anspruchsberechtigt) bezeichnet in der Wissenschaft die Eignung, Zulässigkeit oder Teilnahmeberechtigung von Personen, Daten oder Studien für ein bestimmtes Forschungsvorhaben.

Emic-Perspektive

Emic, die Innensicht, beschreibt eine Kultur oder ein Verhalten aus der Sicht der Mitglieder der jeweiligen Gruppe. Es geht darum zu verstehen, wie Einheimische ihre eigene Welt wahrnehmen, welche Werte sie haben und was für sie Sinn ergibt. Der Ansatz ist subjektiv und kulturspezifisch.

Empirie

Empirie (oder empirisch) bedeutet schlichtweg Erfahrung. Es geht um alles, was wir mit unseren Sinnen oder Messgeräten in der echten Welt wahrnehmen können. Wenn du Daten sammelst, Beobachtungen machst oder Interviews führst, bist du im Bereich der Empirie. Wenn man dies Umgangssprachlich ausdrücken möchte, dann wäre die Empirie der Realitätscheck oder die „Feldforschung“.

Empirisch-analytische Forschung

Während der empirisch-analytische Ansatz auf Empirie, Objektivität, Messbarkeit und quantitativen Methoden basiert, konzentrieren sich die anderen Richtungen auf das Verstehen und Bewerten von Sinnzusammenhängen. Wissenschaftliche Forschung, die nicht empirisch-analytisch ist, verzichtet oft auf die strenge Trennung von Werturteilen und Tatsachen und bezieht ethische oder normative Bewertungen explizit in die Forschung ein.

empirische Analyse

Bei der empirischen Analyse verlässt man den Schreibtisch (zumindest geistig) und geht dorthin, wo die Daten liegen. Man untersucht die messbare Realität. Eine empirische Analyse prüft oft, ob die aufgestellten Theorien in der Praxis überhaupt stimmen.

Empirische Sätze

Empirische Sätze stellen Behauptungen über prinzipielle beobachtbare Sachverhalte auf, die wahr oder falsch sein können. Sie können nicht-singulär (als statistisch hypothetisch) oder singulär sein.

EPO

In der Wissenschaft bezeichnet EPO das Europäische Patentamt (engl. European Patent Office). Es fungiert als zentrale Behörde, bei der Wissenschaftler und Forschungseinrichtungen mit einer einzigen Anmeldung Patentschutz für ihre technischen Erfindungen in bis zu 45 europäischen Ländern erwirken können

ERA

siehe Europäischer Forschungsraum

Ereignisstichprobe (Beobachtung)

Eine Ereignisstichprobe (engl. event sampling) ist eine Beobachtungsmethode in der empirischen Forschung, bei der das Auftreten, die Häufigkeit oder die Dauer eines vorab exakt definierten Verhaltens oder Ereignisses im gesamten Beobachtungszeitraum registriert wird.

Ergebniskapitel

siehe Ergebnisteil

Ergebnisteil (Ergebniskapitel)

Der Ergebnisteil (oder Ergebniskapitel) ist das Herzstück einer empirischen wissenschaftlichen Arbeit. Er präsentiert die erhobenen Daten objektiv und sachlich. Die Befunde werden hier noch nicht bewertet oder interpretiert – das ist die Aufgabe der späteren Diskussion. Grundlegend für dieses Kapitel ist die Wertneutralität. Adjektive wie „überraschenderweise“ oder „erfreulicherweise“ sind zu vermeiden. Dazu gehört auch das hier nicht bewertet wird, warum ein Ergebnis so ausgefallen ist oder was es für die Praxis bedeutet. Das folgt erst im anschließenden Diskussionsteil. Die Ergebnisse der eigenen Studie werden in der Vergangenheit (Präteritum oder Perfekt) formuliert. Im Ergebnisteil werden ausschließlich die eigenen, neu erhobenen Daten dargelegt. Fremdliteratur gehört in die Einleitung, den Theorieteil oder die Diskussion

Ergebnisvariable

siehe abhängige Variable

Erkenntnisgewinn

In der Wissenschaft ist ein Erkenntnisgewinn der systematische Zugewinn an gesichertem, überprüfbarem Wissen. Er ist das übergeordnete Ziel aller Forschung und entsteht durch das Beantworten einer spezifischen Forschungsfrage, wobei neue Zusammenhänge aufgedeckt oder bestehende Theorien bestätigt, erweitert bzw. widerlegt werden.Der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn unterscheidet sich maßgeblich von bloßem Bauchgefühl oder alltäglichen Vermutungen durch seine methodische Vorgehensweise.

Erklärende Forschung

siehe Explanativ

Erklärende Fragen

Erklärende Fragen (auch Erklärungsfragen oder kausale Fragen genannt) fordern den Gesprächspartner auf, Ursachen, Zusammenhänge oder Motivationen für ein bestimmtes Phänomen oder Verhalten aufzuzeigen. Sie dienen dazu, Hintergründe zu verstehen und tiefere Einblicke zu gewinnen. Sie sind sogenannte offene Fragen und lassen sich nicht einfach mit "Ja" oder "Nein" beantworten. Ihr Ziel ist es Ursache-Wirkungs-Beziehungen oder logischen Abläufen aufzudecken. Sie beginnen meist mit „Warum?“, „Weshalb?“ oder „Wie kommt es, dass...?“. In Beispielform wäre eine erklärende Frage „Wie beeinflusst die Temperatur das Pflanzenwachstum?“.

Erklärungsfragen

siehe Erklärende Fragen

Erkundung (Interview)

siehe Anamnese

Erleben (Narrative Analyse)

was die Person tatsächlich in der Vergangenheit erlebt hat

Erzählen (Narrative Analyse)

wie sie die Geschichte jetzt im Interview konstruiert

Ethikvotum

Ein Ethikvotum (auch ethisches Gutachten) ist die schriftliche Stellungnahme einer unabhängigen Ethikkommission, die die ethische und rechtliche Unbedenklichkeit eines Forschungsprojekts bescheinigt.

Ethische Diskrepanzen

Ethische Diskrepanzen können auftreten. Ethische Prinzipien wie die informierte Einwilligung (Informed Consent), Autonomie oder Anonymität sind zwar universell, werden aber kulturell völlig unterschiedlich interpretiert. Was in westlichen Systemen als Standard gilt, kann in kollektivistisch geprägten Gesellschaften unpassend sein oder Misstrauen wecken. Was in Europa durch Einverständniserklärungen geregelt ist, funktioniert in indigenen Gemeinschaften oder hierarchischen Gesellschaften ganz anders. Manchmal muss erst das Dorfoberhaupt zustimmen, bevor man überhaupt mit Einzelpersonen sprechen darf.

ethnografisches Interview

siehe Feldgespräch

Ethnozentrismus

Die Tendenz, die eigene ethnische Gruppe oder Kultur als Maßstab für alle anderen zu betrachten und als überlegen zu bewerten, nennt man Ethnozentrismus. Die eigene Lebensweise gilt dabei als „normal“ und „richtig“, während fremde Kulturen oft abgewertet oder missverstanden werden Eine besondere Form des Ethnozentrismus ist der Eurozentrismus ansehen.

Etic-Perspektive

Etic, die Außensicht, beschriebt hingegen eine Kultur oder ein Verhalten aus der Perspektive eines unbeteiligten Beobachters oder Wissenschaftlers. Hierbei werden oft universelle, theoriegeleitete Kategorien und Maßstäbe angelegt, um verschiedene Kulturen objektiv miteinander zu vergleichen. Der Ansatz ist objektiv und kulturvergleichend.

EU-Verordnung

siehe Verordnung (EU)

Europäischer Forschungsraum (ERA)

Der Europäische Forschungsraum (EFR, englisch European Research Area oder ERA) ist ein politisches Konzept und der gemeinsame "Binnenmarkt für Wissen" der Europäischen Union. Er zielt darauf ab, die nationalen Forschungssysteme eng miteinander zu vernetzen, um so einen freien Austausch von Forschenden, wissenschaftlichen Erkenntnissen und Technologien in ganz Europa zu ermöglichen

Europäischer Rechtsprechungs-Identifikator

siehe ECLI

European Case Law Identifier

siehe ECLI

European Patent Office

siehe EPO

Eurozentrismus

Der Eurozentrismus beschreibt eine Denkweise, die Europa unreflektiert zum absoluten Maßstab macht. Europäische Werte, Geschichte und Normen werden dabei als überlegen betrachtet und als universelles Ideal für die gesamte Menschheit angesehen, während nicht-europäische Kulturen oft als nachrangig bewertet werden

Evaluative Inhaltsanalyse

Bei der Evaluativen Inhaltsanalyse wird das Material nach bestimmten Kriterien bewertet (z.B. „hoch“, „mittel“, „niedrig“ oder „positiv, „neutral“, „negativ“).

Event sampling

siehe Ereignisstichprobe

Evidenz

In der Wissenschaft bezeichnet Evidenz empirisch belegte Nachweise oder Beweise. Es handelt sich um den aktuellen Wissensstand zu einer Fragestellung, der durch systematische und transparente Studien gestützt wird. Sie dient dazu, Hypothesen oder Theorien zu bestätigen, zu widerlegen und so gesichertes Wissen zu schaffen.

Exotisierung

In der Wissenschaft – insbesondere in den Kultur-, Sozial- und Postcolonial Studies – bezeichnet Exotisierung (oft synonym mit Exotismus verwendet) jenen Othering-Prozess, bei dem nicht-westliche Kulturen, Ethnien oder geographische Räume aus einer eurozentrischen bzw. westlich-weißen Perspektive als geheimnisvoll, ungewöhnlich oder fundamental „anders“ konstruiert und auf diese Eigenschaften reduziert werden

Experiment

Ein Experiment (von lateinisch experimentum „Versuch, Beweis, Prüfung, Probe“) ist eine strukturierte wissenschaftliche Methode, um Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu überprüfen. Dabei wird eine oder mehrere Bedingungen gezielt verändert (manipuliert), um zu beobachten und zu messen, wie sich diese Änderungen auf das Ergebnis auswirken. Ein Experiment im Sinne der Wissenschaft ist eine methodisch angelegte Untersuchung zur empirischen Gewinnung von Information (Daten). Experimente werden in vielen Wissenschaften benötigt und durchgeführt, beispielsweise in Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Medizin, Psychologie und Soziologie. Meist sind Zählungen oder Messungen ein wichtiger Teil des Experiments

Experimentelle Entwicklung (Forschung)

Unter experimenteller Entwicklung, als Teil der Forschung, versteht man die systematische Umsetzung vorhandener wissenschaftlicher oder technischer Erkenntnisse in die Praxis. Ziel ist es, neue oder wesentlich verbesserte Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen bis zur Marktreife zu entwickeln, beispielsweise durch den Bau von Prototypen oder Pilotanlagen

Experten-Review (Pretest)

Ein Expertenreview (als Teil eines Pretests) ist eine Generalprobe für wissenschaftliche Erhebungsinstrumente (wie Fragebögen oder Leitfäden). Dabei wird der Entwurf vor der eigentlichen Datenerhebung von Fachexperten und Methodikern auf Verständlichkeit, methodische Fehler und Passgenauigkeit zur Forschungsfrage geprüft.

Experteninterview

Experteninterviews (auch Sachinterview genannt) werden genutzt, um gezielt Fachleute oder Personen mit speziellem Insiderwissen oder Erfahrungen zu befragen. Es ist eine Sonderform des Leitfadeninterviews. Ein wichtiger Punkt ist hierbei die Identifizierung der Experten. Hierbei hilft eine Stakeholderanalyse. Sie ist eine zielgerichtete, qualitative Befragung von Fachexperten. Der Fokus liegt auf sachlichen Informationen, Fachwissen und der Beurteilung spezifischer Zusammenhänge, wobei die persönliche Meinung der befragten Person in den Hintergrund tritt.

Experteninterview (Pre-Test)

Ein Experteninterview als Pretest-Methode ist ein qualitativer Probelauf. Dabei wird der Entwurf eines Fragebogens oder Leitfadens vor der eigentlichen Hauptstudie von ausgewiesenen Fachleuten auf Verständlichkeit, methodische Passung, Trennschärfe und fachliche Vollständigkeit überprüft.

Explanativ

Explanativ (erklärend / auch erklärende Forschung) ist ein wissenschaftlicher Ansatz, der darauf abzielt, Ursachen und Zusammenhänge eines bereits bekannten Phänomens zu erklären, anstatt es nur zu beschreiben. Sie überprüft konkrete, theoriebasierte Hypothesen, um das „Warum“ und „Wie“ zu beantworten.

Explanatives Design

Ein sequenzielles Design, bei dem zuerst quantitative Daten erhoben werden, nennt man Explanatives Design. Die Ergebnisse daraus werden in einer zweiten, qualitativen Phase vertieft und erklärt. Meiste werden die quantitativen Daten sind die Basis für die qualitative Datenerhebung.

Explorativ

Explorativ (erkundend) ist ein offener, forschender Ansatz, um wenig erforschte Gebiete, unbekannte Themenfelder oder schlecht verstandene Probleme zu erkunden und neue Hypothesen zu generieren (hypothesengenerierend). Sie dient dazu, Zusammenhänge aufzudecken, statt bestehende Theorien zu prüfen. Typisch sind qualitative Methoden wie Interviews oder Literaturanalysen.

explorative Datenanalyse

siehe explorative Statistik

explorative Fragen

Explorative Fragen (von lat. explorare = erforschen, erkunden) sind offene Fragen, die dazu dienen, ein noch wenig erforschtes Thema zu erkunden, neue Ideen zu entwickeln oder tiefere Einblicke in die Gedankenwelt der Befragten zu erhalten. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie keine vorgefertigten Antworten erzwingen, sondern den Weg für neue Perspektiven und Hypothesen ebnen. Sie dienen der Erkundung von wenig erforschtem Terrain und der Theoriebildung. Da sie offen gestaltet werden, zeichnen Sie sich aus, dass sie nicht mit einem einfachen "Ja" oder "Nein" beantwortet werden können. Sie beginnen meist mit Was, Wie, Warum oder Inwiefern. Sie sind neutral formuliert und beeinflussen die Antwort des Gegenübers nicht. Sie zielen darauf ab, Beweggründe, Einstellungen, Gefühle oder Ursachen zu verstehen. Explorative Fragen sind beispielhaft "Wie erleben Sie aktuell die Zusammenarbeit und Kommunikation im Team?" oder "Inwiefern beeinflusst der tägliche Konsum von sozialen Medien die Entscheidungsfindung bei Jugendlichen?".

explorative Statistik

Die explorative Statistik (auch explorative Datenanalyse oder EDA) ist ein Teilgebiet der Statistik, bei dem Datensätze untersucht werden, ohne vorab festgelegte Hypothesen zu überprüfen. Ziel ist es, völlig neue Muster, Strukturen oder Anomalien in den Daten zu entdecken und so Hypothesen für weiterführende Forschungen zu generieren. Das Verfahren lässt sich durch folgende Kernpunkte beschreiben; Hypothesengenerierend, Visueller Ansatz, Iterativer Prozess und Entdeckung von Ausreißern. Im Gegensatz zur bestätigenden (inferenzstatistischen) Statistik sucht die explorative Statistik offen nach Erkenntnissen ("Was sagen mir die Daten?") anstatt bestehender Annahmen zu validieren also Hypothesen zu generieren. Ein zentrales Werkzeug sind grafische Darstellungen wie Streudiagramme, Histogramme oder Boxplots, um Entwicklungen auf einen Blick sichtbar zu machen. Der Iterative Prozess besagt, daß durch das Betrachten der Daten aus verschiedenen Perspektiven neue Fragen aufgeworfen werden, die wiederum zu weiteren Auswertungen führen. Schließlich werden auffällige Abweichungen, die im Vorfeld nicht erwartet wurden, identifiziert und analysiert

Explorative Studie (Beispiel)

Ein Forscher befragt fünf Nutzer zu ihren Erfahrungen mit einer neuen App und entwickelt daraus eine Theorie, wie die Benutzerfreundlichkeit allgemein verbessert werden kann (induktiv), anstatt eine existierende Usability-Theorie zu testen (deduktiv).

Exploratives Design

Wird zuerst die qualitativen Daten erhoben, so liegt ein Exploratives Design vor. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für eine anschließende quantitative Phase (z. B. die Entwicklung eines Fragebogens). Also werden diese Daten werden genutzt, um die quantitative Datenerhebung aufzubauen. Theorien, die auf qualitativen Daten basieren, können ebenfalls hierdurch quantitativ getestet werden. Beispielsweise führen Sie zuerst qualitative Interviews, um ein neues Thema zu erkunden. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse nutzen Sie dann, um einen standardisierten Fragebogen für eine große quantitative Studie zu entwickeln.

exploratives Interview

siehe Tiefeninterview

Exposé

siehe Forschungsexposé

Externe Beobachtung

Eine externe Beobachtung (auch Fremdbeobachtung) ist eine wissenschaftliche oder systematische Methode, bei der eine außenstehende Person das Verhalten, Handeln oder Interaktionen einer anderen Person oder Gruppe erfasst. Sie ist das Gegenteil der Selbstbeobachtung.

Fabrication

In der Wissenschaft bezeichnet Fabrication (Datenfabrikation) das Erfinden von Daten, Beobachtungen oder Ergebnissen, die in der Realität nie stattgefunden haben. Es handelt sich dabei um einen schweren Verstoß gegen die gute wissenschaftliche Praxis und um eine Form des wissenschaftlichen Fehlverhaltens.

Fach-Chinesisch

siehe Fremdwort-Exzesse

Fachartikel

siehe wissenschaftliche Journalartikel

Fachzeitschrift

Fachzeitschriften, auch Journal genannt, sind periodisch (regelmäßig, meist mindestens viermal jährlich) [Periodizität] erscheinende Publikationen, die sich an ein Fachpublikum (Experten, Wissenschaftler oder beruflich Interessierte) richten und vertiefte Informationen, Forschungsergebnisse oder Praxisberichte aus spezifischen Disziplinen (z. B. Medizin, Recht, Technik, Wirtschaft) vermitteln. Sie dienen der wissenschaftlichen Kommunikation, dem beruflichen Informationsaustausch und der Weiterbildung. Wissenschaftliche Fachzeitschriften durchlaufen oft ein Peer-Review-Verfahren (Begutachtung durch Experten) um die Qualität zu sichern.

Fair-Data-Prinzipien

Die FAIR-Data-Prinzipien sind internationale Leitlinien für das Forschungsdatenmanagement. Sie wurden entwickelt, um wissenschaftliche Daten optimal aufzubereiten, zu teilen und nachnutzbar zu machen – sowohl für Menschen als auch für Maschinen (z.B. durch Künstliche Intelligenz). Die FAIR-Prinzipien wurden 2016 von der FORCE11-Community initiiert und sind heute der weltweite Standard in der Wissenschaft. FAIR ist ein Akronym für Findable, Accessible, Interoperable und Reusable. Findable (Auffindbar) bedeutet, daß Daten eindeutig identifizierbar und leicht zu finden sein müssen. Dies geschieht durch dauerhafte Identifikatoren (z. B. eine DOI) und detaillierte Metadaten. Accessible (Zugänglich) fordert, daß es klar geregelt sein muss, wie auf die Daten zugegriffen werden kann. Der Abruf sollte über standardisierte, offene Protokolle erfolgen. Selbst wenn die Daten selbst geschützt sind, müssen die Metadaten öffentlich abrufbar bleiben. Interoperable (Interoperabel) heißt, daß Daten und Metadaten in einer standardisierten, maschinenlesbaren Sprache vorliegen müssen. Nur so können Systeme verschiedener Institutionen Daten problemlos austauschen und miteinander kombinieren. Schließlich bestimmt Reusable (Wiederverwendbar), daß der Wert von Daten in ihrer Nachnutzung liegt. Daten müssen daher mit einer klaren Nutzungslizenz versehen sein und detaillierte Informationen zu ihrer Entstehung (Provenienz) enthalten

Faktoren

nicht direkt messbare Ursachen

Faktorenanalyse

Die Faktorenanalyse ist eine multivariate statistische Methode, die komplexe Datensätze mit vielen Variablen auf wenige, zugrundeliegende, nicht direkt messbare Ursachen (sogenannte Faktoren) reduziert. Sie dient der Datenstrukturierung und hilft dabei, verborgene Muster und Zusammenhänge in den Daten sichtbar zu machen

Fall

siehe Gerichtsurteil

Fallbericht (Journalartikel)

Ein Fallbericht ist die knappere und stärker fokussierte Form der Fallstudie. Er beschreibt meistens einen einzelnen Fall, häufig aus Medizin oder klinischer Praxis, mit dem Ziel, eine ungewöhnliche Beobachtung, einen seltenen Verlauf, eine neue Nebenwirkung oder eine besondere Intervention zu dokumentieren. Fallberichte sind also oft die konzentrierte Miniaturform der Fallstudie: weniger theoretischer Rahmen, weniger methodische Breite, dafür sehr direkte Dokumentation eines außergewöhnlichen Falls.

Fallschirm-Forschung

siehe Helikopterforschung

Fallstudie (Journalartikel)

Eine Fallstudie ist ein wissenschaftlicher Artikel, der einen konkreten Einzelfall oder eine kleine Zahl eng verwandter Fälle systematisch untersucht und detailliert beschreibt. Anders als der Kurzbericht oder der Originalforschungsartikel steht hier nicht die große Stichprobe im Vordergrund, sondern die Tiefe der Analyse eines klar abgegrenzten Falls. Fallstudien finden sich in vielen Disziplinen, etwa in der Medizin, Psychologie, Pädagogik, Sozialarbeit, Wirtschaft oder Rechtswissenschaft. In den Geistes- und Sozialwissenschaften sind sie oft besonders wertvoll, weil sie komplexe Zusammenhänge im Realzusammenhang sichtbar machen.

Fallstudie (Methodisches Vorgehen)

Eine Fallstudie (Case Study) ist eine detaillierte Untersuchung eines spezifischen Einzelfalls (z.B. eine Person, ein Unternehmen oder ein Ereignis) in seinem realen Kontext. Sie dient dazu, komplexe Sachverhalte zu verstehen, theoretische Konzepte anzuwenden oder praxisnahe Lösungsansätze zu entwickeln. Normalerweise werden Fallstudien über längere Zeitperioden durchgeführt (longitudinal). Sie beinhalten oft Multiple Methoden bzw. Mixed Methods Ansätze. Die Vorteile deiner Fallstudie sind, aufgrund ihrer vielen Datenerhebungsmethoden, die Tatsache, daß sie sehr viele detaillierte Informationen über eine Person oder Personen gibt. Sie sind oft ein ethischer Weg sensible Aspekte zu erforschen, welche durch andere Methodiken, wie Experimente, ethisch nicht durchführbar (z.B. Erforschung von Missbrauchseffekten) wären. Ihre Schwachstellen liegen in ihrer begrenzten Gültigkeit. Fallstudien werden in kleinen Gruppen oder bei Individuen durchgeführt, was nicht immer einfach übertragbar auf die Gesamtbevölkerung übertragen werden kann. Sie haben also eine begrenzte Repräsentativität. Ebenfalls besteht die Gefahr der Voreingenommenheit von Seiten des Forschenden (Interviewer Bias). Aufgrund der langen engen Zusammenarbeit und der kleinen Gruppe könnte der Forschende eine enge emotionale Beziehung aufbauen. Dies kann wiederum die Datenauswertung verfälschen.

Falsche Freunde

Falsche Freunde sind Begriffe, die in unterschiedlichen Sprachen sehr ähnlich klingen oder geschrieben werden, allerdings komplett andere Bedeutungen besitzen. Bei den falschen Fährten bei „Falschen Freunde“ verleitet die Methode dazu, Fehler zu erzeugen, die in der eigentlichen Übersetzung gar nicht vorhanden waren. Durch unglückliche Wortwahl bei der Rückübersetzung können vermeintliche Widersprüche entstehen

Falsifizierbarkeit

Die Falsifizierbarkeit (auch Widerlegbarkeit) ist ein zentrales Prinzip der Wissenschaftstheorie nach Karl Popper. Sie besagt, dass eine wissenschaftliche Aussage oder Theorie nur dann gültig ist, wenn sie prinzipiell durch Beobachtungen oder Experimente widerlegt werden kann

Familiarization

In der Wissenschaft (insbesondere in der Psychologie, den Neurowissenschaften und der qualitativen Forschung) bezeichnet Familiarization (auf Deutsch Familiarisierung oder Vertrautwerden) den systematischen Prozess, bei dem ein Proband oder Forscher durch wiederholte Exposition Reize, Umgebungen oder Daten kennenlernt

Fehler 1. Art

Bei dem Fehler 1. Art wird ein Effekt fälschlicherweise angenommen, obwohl er in der Realität nicht existiert.

Fehler 2. Art

Bei dem Fehler 2. Art (β-Fehler) wird ein tatsächlich existierender Effekt übersehen.

Fehleranalyse

In der Wissenschaft ist die Fehleranalyse die systematische Untersuchung von Abweichungen und Messunsicherheiten. Sie dient dazu, die Zuverlässigkeit von Forschungsergebnissen zu bewerten, Fehlerquellen aufzudecken und den wahren Wert einer Messgröße oder Beobachtung möglichst exakt einzugrenzen.

Fehlinterpretation

Eine Fehlinterpretation ist eine falsche Deutung oder ein Missverständnis. Sie liegt vor, wenn eine Aussage, ein Verhalten, ein Text oder ein Ereignis anders verstanden wird, als es eigentlich gemeint war oder den Tatsachen entspricht. Oft fließen dabei eigene Vorurteile oder unvollständige Informationen ein.

Feldbefragung (Interview)

Eine Feldbefragung als Gruppenbefragung (oft als Gruppendiskussion oder Fokusgruppe bezeichnet) ist eine empirische Erhebungsmethode. Forscher befragen dabei mehrere Personen gleichzeitig in deren natürlichem Umfeld. Es stellt eine Informelle Befragung natürlicher Gruppen im Kontext der Feldforschung dar.

Feldbeobachtung

siehe Naturalistische Beobachtung

Feldexperiment

Ein Feldexperiment ist eine wissenschaftliche Untersuchungsmethode, bei der eine Hypothese in der realen, natürlichen Umgebung der Testpersonen (z. B. am Arbeitsplatz, im Supermarkt oder im Straßenverkehr) überprüft wird. Im Gegensatz zu einem Laborexperiment ist das Umfeld nicht künstlich kontrolliert. Es zielt darauf ab, Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge (Kausalitäten) festzustellen. Hierbei wird eine gezielte Veränderung (die unabhängige Variable) vorgenommen, um deren Auswirkung auf das Verhalten der Probanden (die abhängige Variable) zu messen. Vorteilhaft ist hierbei, daß die Ergebnisse das echte Leben widerspiegelt und sich besser auf die Realität übertragen lässt. Sollten die Teilnehmer nicht wissen, daß sie Teil der Studie sind, handeln sie authentischer und unbefangener als in einem künstlichen Labor. Allerdings können unvorhergesehene Störfaktoren das Ergebnis beeinflussen, da es im Alltag stattfindet. Wenn Teilnehmer unwissentlich an Experimenten teilnehmen, kann dies Frage der Einwilligung (informed consent) aufwerfen.

Feldforschung (Bedingungskontrolle)

Feldforschung (auch Feldstudie genannt) bezeichnet die systematische Erhebung empirischer Daten im direkten Lebensraum der Untersuchungsobjekte (im „Feld“). Sie steht im Gegensatz zur Laborforschung und zeichnet sich dadurch aus, dass Ereignisse in ihrer natürlichen, unverfälschten Umgebung beobachtet werden. Bei der Feldforschung können Rahmenbedingungen wie Licht oder Temperatur vom Forschenden nicht beeinflusst werden.

Feldforschung (synonym Primärforschung)

siehe Primärforschung

Feldforschungs-Fail

Feldforschungs-Fail. Forschende berichten von Anekdoten, bei denen deren Umfragen völlig schiefgingen, weil sie kulturelle No-Gos missachtet haben (z. B. Fragen nach dem Einkommen in Kulturen, in denen man absolut nicht über Geld spricht, oder das Missverstehen von nonverbaler Zustimmung).

Feldgespräch (ethnografisches Interview)

Ein Feldgespräch (auch ethnografisches Interview) ist ein offenes, unstrukturiertes qualitatives Interview. Es findet direkt im natürlichen Lebens- oder Arbeitsumfeld („Feld“) der Zielgruppe statt. Anstatt starrer Fragenkataloge nutzt es spontane, alltagsnahe W-Fragen, um den Sinn fremder Lebenswelten, Subkulturen oder Routinen zu verstehen. Es basiert auf dem Informellen Interview.

Feldstudie

siehe Feldforschung (Bedingungskontrolle)

Fernleihe

Die Fernleihe ist ein Bibliotheksdienst, mit dem man Bücher, Fachzeitschriften oder Aufsätze aus anderen Bibliotheken bestellen kann, wenn diese in seiner örtlichen Bibliothek nicht vorhanden sind. Über regionale und internationale Verbundsysteme arbeiten Bibliotheken dabei zusammen, um Literatur für wissenschaftliche, berufliche oder private Zwecke verfügbar zu machen

Fettung

siehe Bold

File Drawer Problem

Das File Drawer Problem (auch bekannt als Schubladenproblem oder Publikationsbias) bezeichnet die Tendenz in der Wissenschaft, positive, signifikante Ergebnisse bevorzugt zu veröffentlichen, während Studien mit negativen oder ausbleibenden Resultaten (Null-Befunde) oft unveröffentlicht in den Aktenschubladen der Forscher verschwinden. Dieses Phänomen verzerrt die wissenschaftliche Wahrnehmung, da die veröffentlichte Literatur nicht die gesamte Wahrheit widerspiegelt. Daher ist es wichtig Studien zu veröffentlichen welche die ursprüngliche Hypothese nicht bestätigen. Ebenso ist es wichtig der Versuchung zu widerstehen, Daten so lange zu filtern, bis ein p-Wert von kleiner als 0,05 erreicht ist, das sogenannte p-Hacking.

Film

Filme sind audiovisuelle Medien, die als eigenständige historische, kulturelle oder wissenschaftliche Quellen dienen. Sie bilden die Realität nicht rein objektiv ab, sondern spiegeln immer auch die Sichtweisen, Einstellungen und den Zeitgeist ihrer Entstehungszeit wider.

Filterblasen

In der Wissenschaft bezeichnet der ursprünglich vom Aktivisten Eli Pariser geprägte Begriff „Filterblase“ (englisch filter bubble) ein Phänomen, bei dem Algorithmen von Suchmaschinen und Social-Media-Plattformen das Informationsangebot für Individuen personalisieren. Dies führt dazu, dass Nutzer zunehmend nur noch Inhalte sehen, die ihre eigenen Vorlieben und Meinungen bestätigen. In der Kommunikations- und Medienwissenschaft wird die tatsächliche Isolation durch Algorithmen jedoch kontrovers diskutiert.

Filterfrage

Eine Filterfrage (oder ein Frage-Filter) leitet Befragte in Umfragen oder Interviews gezielt zu den für sie relevanten Fragen und schließt nicht betroffene Personen von weiteren, unpassenden Fragen aus. Sie sorgt für einen effizienten und logischen Fragebogenaufbau. So werden Teilnehmer nicht mit Fragen belästigt, die für sie nicht zutreffen. Ebenso sinkt die Frustration der Befragten, da sie irrelevante Fragen überspringen können. Dies verhindert unüberlegte oder abgebrochene Antworten. Schließlich wird sichergestellt, dass nur Personen, die eine bestimmte Voraussetzung erfüllen, spezifische Detailfragen beantworten. Bei Online-Umfragen werden Filter meist so programmiert, dass irrelevante Fragen für die teilnehmende Person komplett unsichtbar sind oder automatisch übersprungen werden. Im gedruckten Format arbeitet man oft mit expliziten Verweisen wie beispielsweise "Wenn Sie mit 'Nein' antworten, gehen Sie bitte weiter zu Frage 5".

Flattersatz

Der Flattersatz (auch offener Zeilenfall, asymmetrischer Satz oder anaxialer Satz) ist eine Ausrichtungsart in der Typografie, bei der die Zeilen ungleich lang sind. Die Zeilen beginnen auf einer Seite (meist links) exakt auf einer vertikalen Linie (linksbündig), laufen auf der gegenüberliegenden Seite aber unterschiedlich weit aus.

Fokusgruppe

Die Begriffe Fokusgruppe und Gruppendiskussion werden oft synonym verwendet, da jede Fokusgruppe eine moderierte Gruppendiskussion ist. Dennoch gibt es feine methodische Unterschiede hinsichtlich Zielsetzung und Gruppendynamik. Eine Fokusgruppe ist eine spezifische Form der Gruppendiskussion, die primär in der Marktforschung und der anwendungsorientierten Forschung genutzt wird. Ihr Ziel ist es explizite Meinungen, Feedback und Ideen zu einem konkreten Thema (z.B. ein neues Produkt oder ein Web-Service) einzuholen. Statt die Gruppendynamik steht die sachliche und lösungsorientierte Art im Vordergrund. Der Moderator nutzt einen konkreten Gesprächsleitfaden (teilstandardisiert), um Antworten auf spezifische Fragen zu erhalten. Die Teilnehmer sind meist eine relativ homogene Gruppe (z.B. eine spezifische Zielgruppe). Während die Fokusgruppe schnell konkrete Antworten auf eine spezifische Frage liefern soll, dient die Gruppendiskussion dazu, soziale Dynamiken und tiefsitzende Meinungsbilder in einer Gruppe zu erforschen.

Fokussiertes Interview

Ein fokussiertes Interview (entwickelt von Merton und Kendall) ist eine qualitative Interviewform, bei der das Gespräch auf einen konkreten, vorab analysierten Reiz (z. B. einen Film, Werbespot oder ein Erlebnis) ausgerichtet ist. Ziel ist es, detailliert zu erfassen, wie die befragte Person dieses Objekt wahrnimmt, interpretiert und emotional darauf reagiert. Es basiert auf dem problemzentrierten Interview.

Font (Schriftart)

Eine Schriftart als digitale Zeichensetzung wird auch Font genannt. Es umfasst alle Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen eines bestimmten Designs und legt fest, wie Text auf dem Bildschirm oder im Druck aussieht. Ein Font ist also die konkrete digitale Datei, die man auf dem Computer installiert oder in einem Programm lädt.

Forest Plot

siehe Wald-Diagramm

formale Publikationstauglichkeit

Bei der formalen Tauglichkeit geht es darum, dass der Artikel die Richtlinien des Journals und dessen formalen Vorgaben erfüllt. Hierzu zählen die Länge, die Struktur, der Zitierstil, die DOI-Angaben oder die Abbildungsformate

Formalia

siehe Vorspann

Formalwissenschaften (Strukturwissenschaften)

Formalwissenschaften sind Disziplinen, die sich mit der Analyse von abstrakten Konzepten, Systemen und Regeln befassen. Sie untersuchen keine physische Realität, sondern schaffen logische und sprachliche Strukturen, die als Werkzeuge und Grundlagen für alle anderen Wissenschaften dienen. Sie sind mit den Strukturwissenschaften eng verbunden.

Formelverzeichnis

Ein Formelverzeichnis ist ein systematisches Register in wissenschaftlichen oder technischen Arbeiten, das alle verwendeten mathematischen Gleichungen, Modelle und Formeln auflistet. Es enthält meist die Formelnummer, eine kurze Bezeichnung und die dazugehörige Seitenzahl im Dokument.

Forschung

Forschung nutzt man um Wissen zu schaffen. Es ist ein intensiv, systematische und methodisch nach Erkenntnisse, Ursachen oder Lösungen suchender Prozess, der über bloßes Suchen hinausgeht. Er ist wissenschaftlich fundiert und zeilt darauf ab, Wissenslücken zu schließen, Theorien zu prüfen und Probleme zu lösen. Im Gegensatz zur Analyse ist die Forschung der gesamte systematische Prozess zur Gewinnung neuer Erkenntnisse, während die Analyse ein spezifischer Teilschritt ist, bei dem Informationen methodisch zerlegt und untersucht werden. Man kann es sich so vorstellen: Forschung ist das gesamte Bauprojekt eines Hauses, und die Analyse ist das präzise Prüfen und Einpassen der einzelnen Bausteine.

Forschungsbiografie

Eine Forschungsbiografie beschreibt den wissenschaftlichen Werdegang einer Person. Sie umfasst die gesamte akademische Laufbahn, einschließlich besetzter Positionen, veröffentlichter Publikationen, relevanter Forschungsaufenthalte und der inhaltlichen Entwicklung der eigenen Forschungsschwerpunkte.

Forschungsdesign

Ein Forschungsdesign ist der methodische Bauplan einer wissenschaftlichen Untersuchung, der festlegt, wie eine Forschungsfrage systematisch beantwortet wird. Es strukturiert die Planung, Datenerhebung und Analyse, um valide Ergebnisse zu gewährleisten. Der Plan verbindet theoretische Überlegungen mit der praktischen Durchführung. Im nächsten Schritt wird ein Instrument zur Datenerhebung entwickelt. Hierbei ist erneut eine tiefergreifende Literaturübersicht zu Methoden und Instrument der Datenerhebung sehr hilfreich. Als Ziel versucht man die Validität und Reliabilität des Forschungsinstruments zu gewährleisten.

Forschungsexposé (Projektantrag oder Research Proposal)

Ein Forschungsexposé (oft auch Projektantrag oder Research Proposal) ist ein strukturierter Projektplan für ein wissenschaftliches Vorhaben, wie etwa eine Bachelor-/Masterarbeit oder eine Promotion. Es dient als Leitfaden und umfasst in der Regel 2 bis 5 Seiten, in denen Sie Ihr geplantes Vorgehen skizzieren.

Forschungsfrage

Eine Forschungsfrage ist die zentrale, präzise Frage, die eine wissenschaftliche Arbeit beantworten soll. Sie bildet das Fundament, den "roten Faden" und das Ziel der Untersuchung, leitet die Methodenwahl sowie die Literaturrecherche und grenzt das Thema inhaltlich ein. Oft stellt die Formulierung einer Forschungsfrage der schwierigste Teil des Forschenden. Immerhin ist es die Grundlage der ganzen Arbeit. Daher bitte nicht jetzt schon „abkürzen“ und auch wenn es schwierig erscheint, die Forschungsfrage richtig definieren.

Forschungshypothese

siehe Hypothese (Forschung-)

Forschungslücke

Eine Forschungslücke bezeichnet einen Bereich oder eine spezifische Fragestellung in einem Fachgebiet, der bzw. die von der bisherigen Wissenschaft noch nicht oder nur unzureichend untersucht wurde. Sie ist der "blinde Fleck" im aktuellen Forschungsstand und dient als Legitimation für neue Forschungsarbeiten

Forschungsproblem

Ein Forschungsproblem ist eine offene Wissenslücke, ein theoretischer Widerspruch oder ein praktisches Problem, das durch systematische Forschung gelöst werden soll. Es bildet den wissenschaftlichen Ausgangspunkt jeder Arbeit, rechtfertigt die Relevanz der Untersuchung und grenzt den Untersuchungsbereich ein.

Frage-Filter

siehe Filterfrage

Fragebogen

In der Wissenschaft ist ein Fragebogen ein standardisiertes Erhebungsinstrument. Er dient der systematischen und theoriegeleiteten Sammlung von schriftlichen Selbstauskünften (verbal oder numerisch) über Einstellungen, Verhalten, Meinungen oder psychologische Merkmale einer großen Anzahl von Personen.

Fragen zu Beliefs

Fragen zu Beliefs (Überzeugungen oder Glaubenssätzen) erforschen hingegen Ihr grundlegendes Wahrheitsverständnis darüber, wie Sie die Welt betrachten und was Sie als wahr oder falsch ansehen. Diese Fragen zielen auf Ihre tiefen verankerten, mentalen Modelle ab, wie die Welt funktioniert. Sie bilden das kognitive Fundament. Ein Belief speist sich oft nicht aus objektiven Fakten, sondern aus Erfahrungen, und ist wesentlich resistenter gegen Veränderungen als eine bloße Meinung.

Fragen zu Einstellungen oder Meinung

Fragen zu Einstellungen oder Meinungen zielen auf Ihre bewusste Bewertung (positiv oder negativ) eines Themas ab. Diese Fragen messen, wie Sie zu einer bestimmten Sache stehen, ob Sie etwas befürworten oder ablehnen und welche Emotionen damit verbunden sind. Sie basieren oft auf Erfahrungen und sind dynamischer.

freie Diskussion

Eine freie Diskussion ist ein offener, unvoreingenommener und meist moderierter Dialog, bei dem Teilnehmer ohne starre Tagesordnung oder strikte Redezeiten Gedanken austauschen. Der Fokus liegt darauf, gemeinsam Ideen zu entwickeln, Probleme zu beleuchten oder Standpunkte zu verstehen, ohne zwingend einen festen Beschluss fassen zu müssen.

Freies Protokoll (Beobachtung)

Ein „freies Protokoll“ (oft synonym mit unstrukturierter oder offener Beobachtung) ist eine qualitative Methode, bei der Forschende das Geschehen möglichst unvoreingenommen und ohne starre Kategoriensysteme oder Beobachtungsbögen in Form von Feldnotizen oder ausführlichen Berichten protokollieren.

fremdsprachliches Zitat

Ein fremdsprachliches Zitat ist die wörtliche Übernahme eines Textausschnitts aus einer anderen Sprache in der eigenen Arbeit. Es dient meist als Beleg, wenn die Originalquelle keine adäquate Übersetzung zulässt. Die wichtigsten Regeln zur Zitation und Formatierung, zum Umgang mit Übersetzungen und zur Anpassung der Rechtschreibung sind zu befolgen.

Fremdwort-Exzesse (Fach-Chinesisch)

Unter Fremdwort-Exzessen in der Wissenschaft versteht man den übermäßigen, oft unnatürlichen Gebrauch von Fachbegriffen, Fremd- und Kunstwörtern. Dieses sprachliche Phänomen wird auch als akademischer Jargon, Fachchinesisch oder Wissenschaftssprech bezeichnet. Der Begriff leitet sich vom lateinischen excedere (hinausgehen, ein Maß überschreiten) ab und beschreibt eine sprachliche Maßlosigkeit. Die Anhäufung von unnötigen Fremdwörtern wirkt oft eher als Versuch, den Text künstlich aufzuwerten, statt den Inhalt zu transportieren. Das umgangssprachliche „Fach-Chinesisch“ kann, übertrieben eingesetzt, sogar einen unglaubwürdigen Eindruck hinterlassen.

Frequenzanalyse

Bei der Frequenzanalysen, als Teil der Inhaltsanalyse, interessiert lediglich, wie häufig Zähleinheiten den Kategorien des Kategorienschemas zugeordnet werden konnten. Sie unterstellt, dass die Häufigkeit, mit der bestimmte Kategorien in den Texten auftauchen, ein Indikator für die Wichtigkeit der Kategorie bezüglich der Untersuchungsfrage ist. Gegenstand können auch Bilder und Filme sein wie z.B. die Mordrate in Filmen oder der Wandel von Modeerscheinungen.

Full Paper

siehe Originalforschungsartikel

Fußnoten

Eine Fußnote ist ein am unteren Seitenrand stehender Zusatz, der zum Belegen von direkten oder indirekten Zitaten dient. Sie stellt die Nachvollziehbarkeit wissenschaftlicher Aussagen sicher, bewahrt den Lesefluss des Haupttextes und verhindert Plagiate. Sie ist der diskrete Butler der Zitierwelt. Im eigentlichen Text taucht lediglich eine kleine, hochgestellte Zahl auf, während die eigentliche Quellenangabe brav am unteren Ende derselben Seite auf ihren Einsatz wartet. Im Text steht also nur eine kleine Eins, und ganz unten auf der Seite liest man dann die genaue Aufschlüsselung der Quelle. Dadurch bleibt der eigentliche Text wunderbar sauber und flüssig zu lesen. Allerdings muss das Auge der Leserschaft dafür ständig zwischen dem Text und dem Seitenende hin- und herspringen, was eine gewisse Akrobatik erfordert.

Fußsteg

Der untere, meist größte unbedruckte Seitenrand

GAT 2

GAT 2 (das Gesprächsanalytische Transkriptionssystem 2) ist ein wissenschaftlicher Standard zur genauen Verschriftlichung gesprochener Sprache, der primär in der Linguistik und der qualitativen Sozialforschung angewendet wird. Es dient dazu, neben dem reinen Wortlaut auch paraverbale Eigenschaften (wie Betonung, Sprechtempo, Intonation, Pausen und Lachen) präzise in einem schriftlichen Transkript abzubilden

Gefangenenbibliothek

Gefangenenbibliotheken sind kleine Versionen zur direkten Versorgung in Justizvollzugsanstalten.

Geisteswissenschaften

Geistes- und Kulturwissenschaften beschäftigen sich mit dem Menschen, seinem Denken, seinem Handeln sowie den von ihm geschaffenen kulturellen Werken. Im Fokus stehen Verstehen, Interpretation und historische Analyse. Beispielhaft wäre das die Philosophie, Geschichte, Literatur- oder Sprachwissenschaften.

Gelegenheitsstichprobe

siehe natürliche Auswahl

Gerichtsurteil

Gerichtsurteile (oft auch als Fälle oder Rechtsprechung bezeichnet) sind verbindliche Entscheidungen eines Gerichts, die einen Rechtsstreit zwischen Parteien (z. B. Zivilprozesse, Strafsachen, Verwaltungsstreitigkeiten) abschließen. Sie werden im Namen des Volkes verkündet, enthalten eine Begründung und werden rechtskräftig, wenn keine weiteren Rechtsmittel eingelegt werden können.

geschlossene Befragung

Geschlossene Umfragen zeichnen sich hingegen durch eine strikte Reihenfolge der Fragen sowie (der meisten) Antworten aus. Quantitative Befragungen sind meist geschlossene Umfragen.

geschlossene Fragen

Eine geschlossene Frage ist eine Fragestellung, bei der die möglichen Antworten bereits vorgegeben sind oder nur eine sehr stark begrenzte Auswahl an Antwortmöglichkeiten (wie „Ja“ oder „Nein“) zulassen. Damit muss der Befragte eine klare Auswahl aus vorgegeben Antworten erstellen. Sie lassen sich schnell beantworten, sind leicht auszuwerten und liefern exakt messbare, quantitative Daten. Sie bieten allerdings keinen Raum für eigene Gedanken, Begründungen oder detaillierte Meinungen. Zu den geschlossenen Fragen gehören die Single-Choice-, dichotome, Multiple-Choice- und Skalenfragen.

gesellschaftliche Relevanz

siehe praktische Relevanz

Gesellschaftlicher Wert

Ein gesellschaftlicher Wert in der Wissenschaft beschreibt die Orientierungsleitlinien und ethischen Prinzipien, die das Handeln von Forschern bestimmen, und den Beitrag, den Wissenschaft zum Gemeinwohl leistet

Gesellschaftswissenschaften

Die Soziologie, Psychologie, Politik- oder Wirtschaftswissenschaften sind Beispiel für die Sozial- und Humanwissenschaften. Diese werden auch Gesellschaftswissenschaften genannt und Untersuchen das Zusammenleben der Menschen in der Gesellschaft sowie menschliches Verhalten und Strukturen.

Gesetz (Recht)

Ein Gesetz ist eine verbindliche Rechtsnorm, die abstrakt-generelle Regelungen für das menschliche Zusammenleben trifft. In der Rechtswissenschaft wird zwischen dem formellen Gesetz (vom Parlament im Gesetzgebungsverfahren beschlossen) und dem materiellen Gesetz (jeder inhaltlichen Regelung mit Außenwirkung) unterschieden.

Gesetz (Wissenschaft)

In der Wissenschaft ist ein Gesetz (im Gegensatz zur Theorie) eine beschreibende Aussage, die auf wiederholten Beobachtungen basiert und universelle Regelmäßigkeiten der Natur unter bestimmten Bedingungen exakt beschreibt – oft ausgedrückt in einer mathematischen Formel wie F = m ∙ a.Während eine Theorie erklärt, warum etwas passiert, sagt ein Gesetz nur voraus, dass es passiert.

Gesprächsanalyse

siehe Konversationsanalyse

Gesprächsanalytisches Transkriptionssystem

siehe GAT 2

Gestalterische Fragen

Gestalterische Fragen sind offene, strukturierende Fragestellungen, die in kreativen, konzeptionellen oder strategischen Prozessen genutzt werden, um Probleme zu analysieren, neue Ideen zu entwickeln und innovative Lösungen zu entwerfen. Sie bilden das Fundament für Design, Architektur, Kunst und Business-Innovationen. Sie zielen also auf konkrete Handlungsempfehlungen oder Interventionen ab. Gestalterische Fragen dienen der ersten Phase des kreativen Schaffens, um das eigentliche Kernproblem zu definieren. In diesem Falle hilft der Perspektivwechsel dabei, eingefahrene Denkmuster zu verlassen. Sie verhindern, dass man sich in Details verliert, und behalten den Nutzen im Auge. Außerdem wirken sie als Katalysator für Kreativität und Innovation.

GHOST-Zitierweise

siehe deutsche Zitierweise

Glaube

Glaube ist also eine reine subjektive Fürwahrhaltung. Glaube kann sobald es überprüfbar wird und rational begründet werden (objektiviert), zu Wissen werden.

Gliederung & Ordnung (Gegenteil: Unübersichtlichkeit)

Ein klarer, logischer roter Faden. Durch Absätze, Zwischenüberschriften und Aufzählungen wird der Text optisch und inhaltlich strukturiert.

Global

Global bezieht sich auf die gesamte Welt und umfasst alle Kontinente und Länder (z. B. Klimawandel). Es macht also Sinn, daß es generelle Internationale Forschung heißt.

Glossar

Ein Glossar ist ein alphabetisch sortiertes Wörterverzeichnis in einem Buch oder Dokument, das erklärungsbedürftige Fachbegriffe, Fremdwörter oder Abkürzungen auflistet und kurz definiert. Es dient als Nachschlagewerk, um Texten leichter folgen zu können. Glossare stehen meistens am Ende eines Buches, können aber in wissenschaftlichen Arbeiten, wie Bachelor- oder Masterthesen, auch vor dem Hauptteil stehen. Ein Glossar erklärt inhaltlich komplexe Fachbegriffe, Fremdwörter und Definitionen, während ein Abkürzungsverzeichnis lediglich eine Auflistung von Kurzformen (z.B. z.B., BGB, USA) und deren ausgeschriebenen Bedeutungen ist.

Google Scholar

Google Scholar ist eine frei zugängliche Suchmaschine von Google, die speziell für wissenschaftliche Literatur entwickelt wurde. Sie richtet sich an Studierende, Wissenschaftler und Akademiker und hilft dabei, Fachartikel, Bücher, Dissertationen, Abstracts und Patente zu finden

Graue Literatur

Graue Literatur umfasst alle schriftlichen oder digitalen Dokumente, die nicht über kommerzielle oder öffentliche Verlage (z.B. Bundesanzeiger Verlag GmbH) vertrieben werden. Da sie keinen offiziellen Verlagskanälen entspringen, fehlt ihnen meist eine standardisierte Kennung (wie eine ISBN).

Großzitat

Das Großzitat ist die Übernahme eines urheberrechtlich geschützten Werkes in seinem vollen Umfang (z. B. ein ganzes Gedicht, Bilder, Foto oder Lieder) in ein eigenes, wissenschaftliches Werk zur Erläuterung, geschützt durch das Urheberrecht (§ 51 UrhG). Großzitate sind meist nur in sehr eingeschränkten Fällen, insbesondere in wissenschaftlichen Arbeiten, zulässig. Durch die Verwendung des gesamten Werkes ist eine inhaltliche Auseinandersetzung zwingend erforderlich.

Grotesk

siehe Sans Serif

Grounded

gegenstandsverankert

Grounded Theory

Die Grounded-Theory-Methodologie ist ein qualitativer Forschungsansatz, bei dem eine neue Theorie direkt aus empirischen Daten entwickelt wird, anstatt bestehende Theorien zu überprüfen. Die Theorie ist somit "gegenstandsverankert" (grounded). Sie wurde in den 1960er Jahren von den Soziologen Barney Glaser und Anselm Strauss entwickelt. Um den Prozess sauber nachvollziehbar zu machen, greifen Forscher häufig auf qualitative Analysesoftware. Das Vorgehen folgt keiner starren Linie, sondern ist zirkulär und iterativ. Das bedeutet: Datenerhebung, Datenanalyse und Theoriebildung finden nicht nacheinander statt, sondern wechseln sich ab.

Grounded Theory Methodologie

siehe Grounded Theory

Grundlagenforschung

Grundlagenforschung ist die ergebnisoffene, Neugier-getriebene Suche nach neuen Erkenntnissen, Funktionsweisen und Gesetzmäßigkeiten, ohne direktes Ziel einer praktischen Anwendung. Sie erweitert das menschliche Wissen über Natur, Technik und Gesellschaft und bildet das langfristige Fundament für Innovationen und Anwendungen in Medizin, Technik und Wissenschaft

Gruppenbefragung

Aus ökonomischen und zeitlichen Gründen kann man anstatt von Einzelgesprächen auch mehrere Gesprächspartner zur selben Zeit befragen. Diese Gruppenbefragungen unterscheiden sich dann von der Gruppendiskussion oder der Fokusgruppe, da sie sich eher an einem Interviewaufbau orientieren und weniger die Gruppendynamik nutzen, um Ergebnisse zu zielen. Diese Formen sind das Brainstorming, die Feldbefragung und das Gruppeninterview.

Gruppendiskussion

Die Gruppendiskussion ist eine qualitative Erhebungsmethode der empirischen Sozialforschung, bei der im Gegensatz zu Erhebungen mit einzelnen Individuen die thematischen Aussagen einer Gruppe bzw. die Kommunikation in einer Gruppe erfasst werden soll. Mit anderen Worten diskutieren mehrere Personen ein Thema, wobei die Gruppendynamik im Fokus steht. Die Gruppendiskussionsmethode ist v.a. in qualitativ ausgerichteten Forschungen der Sozial- und Erziehungswissenschaften von Bedeutung. In der Marktforschung kommen Gruppendiskussionen ebenfalls häufig zum Einsatz. Es ist ein gutes Verfahren, um eine Gruppe auf eine Untersuchung einzustimmen, erste Informationen über die Einstellungen und Interessen von Betroffenen zu sammeln und zusätzliche Informationen über eine Zielgruppe zu finden. Keine andere Befragungsform hilft beim Verstehen von tieferliegenden, kollektiven Denk- und Verhaltensmustern (Haltungen, Meinungen, Milieus). Die Dynamik soll der eines natürlichen Alltagsgesprächs ähneln. Eine Kombination mit anderen Datenerhebungsmethoden ist leicht möglich, was wiederum die Reliabilität erhöhen kann. Das große Manko dieser Methode ist die mangelnde Repräsentativität und Übertragbarkeit. Man erkennt eben „nur“ Gruppeninhalte keine individuellen. Es ist normal, daß in Gruppen eine ungleiche Beteiligung vorhanden ist und somit „Schweigende“ wenig Einfluss auf das Gruppenergebnis haben. Die Zusammensetzung der Gruppe beeinflusst extrem deren Dynamik.

Gruppendruck

Gruppendruck (auch Gruppenzwang oder Konformitätsdruck genannt) beschreibt den sozialen Einfluss, den eine Gemeinschaft (z.B. Freundeskreis, Kollegen, Familie) auf den Einzelnen ausübt. Dieser Druck führt dazu, dass Menschen ihr Verhalten oder ihre Meinungen an die Gruppe anpassen, um akzeptiert zu werden.

Gruppendynamik

Der Fokus auf die Gruppendynamik ist ein wesentlicher Mehrwert. Gruppendynamik beschreibt die wechselseitigen Beziehungen, Kräfte und Prozesse, die entstehen, wenn Menschen in einer Gruppe (wie einem Team) miteinander interagieren. Sie zeigt sich daran, wie Mitglieder kommunizieren, Entscheidungen treffen, Rollen entwickeln und Konflikte lösen. Immerhin ist das Ganze mehr und anders als die Summe seiner Teile. In alltagnahen Gesprächssituationen, wenn man sich Geborgen fühlt, können spontane und unkontrollierte Reaktionen fördern. Man beachte, daß einige Teilnehmer sich in der Gruppe wohler fühlen und damit die Teilnahmehemmung heruntergesetzt wird. Durch den gegenseitigen Austausch in der Gruppe motivieren sich die Teilnehmer gegenseitig zu beteiligen und auszutauschen. Dadurch entwickelt sich in der Gruppe, als Schneeballeffekt, neue und andere Inhalte. Die Gruppendynamik kann allerdings auch eine Quelle von Störungen sein. Sie kann zur Unübersichtlichkeit führen, wenn unkontrolliert und gleichzeitig gesprochen wird. Genauso kann es sein, dass die Teilnehmer sich zurückhalten etwas zu sagen und dadurch die Gruppendiskussion sehr zäh wird. Dies kann an Gruppendruck oder Konsenszwang liegen. Gruppendruck (oft synonym mit Gruppenzwang) beschreibt den sozialen Druck, sich dem Verhalten, den Werten oder dem Konsum einer Gruppe anzupassen, um nicht abgelehnt zu werden. Ein Konsenszwang ist hingegen eine formelle oder informelle Regel, die in Entscheidungsprozessen absolute Einstimmigkeit fordert und abweichende Meinungen systematisch unterdrückt.

Gruppeninterview

Ein Gruppeninterview (oder die Gruppendiskussion) ist eine qualitative Erhebungsmethode in der Wissenschaft. Ein Forschender befragt mehrere Personen gleichzeitig anhand eines Leitfadens anstatt nur individuelle Einzelmeinungen zu erheben.

Gruppenzwang

siehe Gruppendruck

Gruppierung

siehe Kategorisierung

Halbinterpretative Arbeitstranskription

siehe HIAT

halboffene Fragen

siehe Hybridfragen

halbstrukturiertes Interview

Bei den halbstrukturierten Interviews, auch Leitfadeninterviews genannt, gibt es eine grobe Themenliste (den Leitfaden). Der Interviewer ist aber flexibel in der Reihenfolge und Formulierung der Fragen.

Halo-Effekt

siehe Strahlungseffekt

HARKing

HARKing ist die englische Abkürzung für Hypothesizing After the Results are Known (dt. Hypothesenaufstellung, nachdem die Ergebnisse bekannt sind). Es bezeichnet die wissenschaftlich fragwürdige Praxis, Daten zu erheben, die Ergebnisse zu betrachten und erst danach eine „passende“ Hypothese zu formulieren – diese aber im Forschungsbericht so darzustellen, als wäre sie bereits vor Beginn des Experiments aufgestellt worden

Harvard-Zitierweise

Die Harvard-Zitierweise (Autor-Jahr-System) zeichnet sich durch Quellenangaben direkt im Fließtext aus, meist in Klammern, und verzichtet auf Fußnoten. Sie umfasst einen Kurzbeleg im Text (Name, Jahr, Seite) direkt nach dem Zitat vor dem Punkt und ein vollständiges Literaturverzeichnis. Indirekte Zitate werden mit „vgl.“ gekennzeichnet. Bei zwei Autoren nennt man beide, ab drei Autoren wird der Name des ersten Autors mit dem Zusatz „et al.“ verwendet. Zitate aus zweiter Hand werden mit „zitiert nach“ gekennzeichnet. Falls kein Autor zu identifizieren ist, dann kann man Organisation oder einen Titel zur Unterscheidung verwenden.

Häufigkeitsverteilungen

Eine Häufigkeitsverteilung ist eine statistische Darstellung, die angibt, wie oft bestimmte Werte oder Merkmalsausprägungen (z. B. Testergebnisse oder Körpergrößen) in einem Datensatz vorkommen. Sie bildet die Grundlage für die empirische Datenanalyse und entscheidet darüber, welche Rechenmethoden in der Forschung angewendet werden.

Hauptzitat

In der Wissenschaft ist ein Hauptzitat (auch Kern- oder Leitzitat) das zentrale, programmatische Zitat, das die Hauptthese, das theoretische Fundament oder den Leitgedanken eines Textes, Kapitels oder Forschungsprojekts prägnant zusammenfasst und als roter Faden dient

Hawthrone-Effekt

Der Hawthorne-Effekt bezeichnet in der Wissenschaft das Phänomen, dass Versuchspersonen ihr natürliches Verhalten ändern, sobald sie wissen, dass sie an einer Studie teilnehmen oder beobachtet werden. Die bloße Aufmerksamkeit durch Forschende führt oft zu Leistungssteigerungen oder Verhaltensanpassungen, wodurch Studienergebnisse verfälscht werden können.

Heikle Fragen

Heikle Fragen (oder sensible Fragen) beziehen sich auf den Inhalt der Frage sowie deren Intensität und thematisieren potenziell unangenehme, intime oder gesellschaftlich tabuisierte Bereiche (z.B. Einkommen, Gesundheit oder abweichendes Verhalten).

Helikopterforschung

Unter Helikopterforschung (auch Fallschirm-Forschung und im Englischen auch Parachute Science oder Safari-Studie genannt) versteht man eine umstrittene Praxis in der Wissenschaft, einer Form der neokolonialen Wissenschaft. Dabei reisen Forschende – meist aus dem wohlhabenden Globalen Norden – in Länder des Globalen Südens, erheben dort Daten oder Proben, fliegen wieder in ihre Heimat und publizieren die Ergebnisse, ohne die lokale Bevölkerung oder Wissenschaftler vor Ort einzubeziehen.

Herausgeber

Ein Herausgeber (oft abgekürzt als Hrsg. oder Hg.) ist in der Wissenschaft eine Person oder Gruppe, die wissenschaftliche Beiträge verschiedener Autorinnen und Autoren inhaltlich plant, auswählt, korrigiert und als Gesamtwerk (z. B. Sammelband, Anthologie oder Fachzeitschrift) zur Veröffentlichung vorbereitet

Herausgeberwerk

siehe Sammelwerk

Hermeneutik

In der Wissenschaft ist die Hermeneutik die Theorie und Methode des Verstehens und der Auslegung. Ihr Ziel ist es, Texte, menschliche Handlungen, Symbole und ganze Kulturen nicht nur rein äußerlich zu betrachten, sondern deren tiefere Bedeutung und den Sinnzusammenhang zu entschlüsseln

Herstellerangaben

siehe Herstellerinformation

Herstellerinformation (Herstellerangaben)

Herstellerinformationen (oder Herstellerangaben) sind spezifische Daten, Beschreibungen oder technische Spezifikationen, die direkt von einem Unternehmen oder Produzenten zu einem bestimmten Produkt, einer Dienstleistung oder einer Technologie veröffentlicht werden. Sie dienen in wissenschaftlichen Arbeiten oft als wichtige Primärquellen, beispielsweise wenn es um technische Details, Inhaltsstoffe, Software-Funktionen oder offizielle Preise geht.

HIAT

HIAT steht für Halbinterpretative Arbeitstranskription. Es ist ein wissenschaftliches Verfahren zur Verschriftlichung gesprochener Sprache (Transkription), das in den 1970er Jahren von Konrad Ehlich und Jochen Rehbein entwickelt wurde. Das System wird vor allem in der Linguistik, der funktional-pragmatischen Diskursanalyse und der Konversationsanalyse eingesetzt

Hompage

Die Startseite einer Website nennt man Homepage.

Humanwissenschaften (Gesellschaftswissenschaften)

Dieser Begriff ist weiter gefasst. Er deckt alles ab, was sich mit dem Menschen als leibliches, geistiges und kulturelles Wesen befasst.

Hybridfragen

Hybridfragen (oder halboffene Fragen) in Umfragen und Fragebögen kombinieren geschlossene und offene Fragen. Zunächst wählen die Befragten aus vorgegebenen Antwortmöglichkeiten (geschlossen), erhalten aber im Anschluss die Möglichkeit, ihre Wahl in eigenen Worten zu begründen oder zu ergänzen (offen). Zwei typische Varianten existieren: Auswahl + Freitext und die „Sonstiges“-Option. Bei „Auswahl + Freitext“ folgt ein Textfeld, nach vorgegebenen Antwortkategorien (z. B. "Sehr zufrieden", "Zufrieden", "Unzufrieden"), mit der Aufforderung: "Bitte begründen Sie Ihre Antwort." Bei z.B. Multiple-Choice-Fragen gibt es ebenfalls neben der festen Auswahl die Option "Sonstiges, und zwar:" mit einem offenen Eingabefeld. Somit gehen unerwartete Antworten nicht verloren (durch die "Sonstiges"-Option). Außerdem liefern sie nicht nur Zahlen, sondern auch konkrete qualitative Meinungen und Details. Die Auswertung der Freitexte erfordert allerdings viel mehr Zeit, da sie oft manuell kategorisiert werden müssen. Leider empfinden Befragte offene Textfelder oft als anstrengender und brechen Umfragen eher ab.

Hypothese (Forschungs-)

siehe wissenschaftliche Hypothese

Hypothese (Statistische)

siehe statistische Hypothese

Hypothesenaufstellung, nachdem die Ergebnisse bekannt sind

siehe HARKing

Hypothesenprüfende Forschung

siehe Konfirmatorisch

Hypothesentest

Bei Hypothesentests werden wissenschaftliche Vermutungen anhand der Daten auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft. Dabei wird eine Nullhypothese (H₀, kein Effekt/Unterschied) einer Alternativhypothese (H₁, Effekt/Unterschied vorhanden) gegenübergestellt. Anhand des Signifikanzniveaus (oft α = 0,05) wird berechnet, ob das Ergebnis statistisch signifikant ist. Bekannt ist die Inferenzstatistik in der Politik durch Hochrechnungen und Wahl-Trends auf Basis von Wählerbefragungen

Ibid.

Ibid. ist die Abkürzung des lateinischen Begriffs ibidem und bedeutet „ebenda“ oder „am selben Ort“. Es wird in wissenschaftlichen Arbeiten verwendet, um bei direkt aufeinanderfolgenden Zitaten auf dieselbe Quelle (und Seite) wie in der Fußnote zuvor zu verweisen, um Redundanzen zu vermeiden. Im Deutschen, wird „ibid.“ eher vermieden und „edb.“ oder die Wiederholung des Nachnamens genutzt.

IEEE-Zitierweise

Die IEEE-Zitierweise ist ein numerisches System, das hauptsächlich in technischen Fachgebieten wie Elektrotechnik, Informatik und Ingenieurwissenschaften verwendet wird. Der Stil stammt vom Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) und sorgt für eine klare, platzsparende Zitationsweise in technischen Arbeiten.

Impact Factor

Im Rahmen von wissenschaftlichen Veröffentlichungen findet man oft den Journal Impact Factor (JIF) oder Impact Factor als indikator für eine „richtige“ Quelle. Der Journal Impact Factor (JIF) ist eine Kennzahl für die durchschnittliche Zitationshäufigkeit der Artikel einer wissenschaftlichen Zeitschrift. Er misst nicht die Zitierfähigkeit einzelner Arbeiten, sondern dient als Indikator für die Sichtbarkeit und das Prestige des Journals in seinem jeweiligen Fachbereich. Er dient als grober Indikator für das Prestige eines Journals, gibt jedoch ebenso keine direkte Auskunft über die Zitierwürdigkeit oder inhaltliche Qualität eines einzelnen Artikels. Der Impact Factor hat also zunächst nichts mit der Bewertung der Quelle für die eigene Arbeit zu tun.

IMRaD

Um Journalartikel lesbar, prüfbar und anschlussfähig zu machen, haben sich in vielen Disziplinen feste Grundmuster wissenschaftlicher Artikel entwickelt. Das bekannteste und wichtigste unter ihnen ist das sogenannte IMRaD-Prinzip: Introduction, Methods, Results, and Discussion. Das IMRaD-Modell ist besonders für empirische Artikel so verbreitet, weil es den Forschungsprozess in eine verständliche Erzählform übersetzt. Es trennt sauber zwischen Ausgangsproblem, Vorgehen, Befunden und Interpretation. Dadurch wird verhindert, dass alles gleichzeitig passiert und der Text in einem Mischmasch aus Hintergrundwissen, Daten und Deutung versinkt.

In-Text-Zitat

Bei dem In-Text-Zitat weicht die Quellenangabe dem Text nicht von der Seite. Sie steht direkt im Fließtext, meistens eingesperrt in Klammern, unmittelbar hinter dem geliehenen Gedanken. Das sieht dann beispielsweise so aus, dass mitten im Satz ein Verweis wie „(Mustermann, 2024, S. 42)“ auftaucht. Der große Vorteil dabei ist, dass diese Technik beim Schreiben super dynamisch ist und man sofort sieht, wer der Urheber ist. Der Nachteil ist allerdings, dass der Lesefluss ein bisschen holprig werden kann, wenn viele Quellen hintereinander genutzt werden – das wirkt dann manchmal wie ein kleiner Schluckauf im Satz.

In-Vivo-Kode

Die In-Vivo-Kodes sind eine spezielle Form der induktiven Kodierung. Hierbei werden exakte Originalbegriffe oder Redewendungen der Befragten als Kode verwendet, um deren eigene Perspektive unverfälscht einzufangen.

Index als Verzeichnis

siehe Indexierung

Indexierung (Index als Verzeichnis)

In der Literaturrecherche bedeutet Indexierung die systematische Erfassung von wissenschaftlichen Fachzeitschriften in Datenbanken (z. B. Web of Science oder Scopus). Journals, die in solchen Datenbanken indiziert sind, durchlaufen strenge Qualitätsprüfungen. Forschende nutzen sie als Orientierung, um vertrauenswürdige Quellen zu finden, und Verlage streben danach, um die Sichtbarkeit der eigenen Artikel zu erhöhen

Indikator

Ein Indikator (von lateinisch indicare „anzeigen“) ist ein Anzeiger, Messwert oder Hilfsmittel, das bestimmte Informationen sichtbar oder messbar macht. Indikatoren dienen dazu, Prozesse zu verfolgen, Zustände zu bewerten oder Entwicklungen zu erkennen, die sich nicht direkt beobachten lassen. Die selbst beobachtbare Merkmale werden klar definiert. (z.B. Anzahl der wöchentlich mit dem Fahrrad gefahrenen Kilometer)

indirektes Zitat (Paraphrase) (sinngemäßes Zitat)

Ein indirektes Zitat (auch Paraphrase genannt) ist die sinngemäße Wiedergabe fremder Gedanken in den eigenen Worten. Es steht ohne Anführungszeichen im Text und erfordert zwingend eine korrekte Quellenangabe, um Plagiate zu vermeiden.

Individualität

Individualität bezeichnet die Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeit eines Menschen. Sie umfasst die Gesamtheit aller persönlichen Eigenschaften, Charaktere züge, Talente, Wertvorstellungen und Erfahrungen, die uns von anderen Individuen unterscheiden und uns zu einer eigenständigen Persönlichkeit machen.

Induktiv

Induktiv in der Forschung bedeutet, von spezifischen Beobachtungen oder Einzelfällen auf allgemeine Theorien und Gesetzmäßigkeiten zu schließen. Es ist ein „Bottom-up“-Ansatz, bei dem Daten gesammelt werden, um Muster zu erkennen und daraus neue Theorien zu entwickeln. Diese Methode wird häufig in der qualitativen Forschung genutzt, um neue Erkenntnisse zu gewinnen.

induktiv (inhaltsanalyse)

Induktiv im Falle von Inhaltsanalysen bedeutet, daß die Kategorien direkt aus dem Textmaterial heraus entwickelt werden.

induktive Statistik

siehe Inferenzstatistik

Induktiver Kode

Induktive Kodes werden direkt aus dem erhobenen Material (z. B. Interviewtranskripten) entwickelt. Man liest die Daten „offen“ und benennt Kriterien bottom-up, ohne vorher ein starres Schema zu haben.

Inferenzstatistik

Die Inferenzstatistik (auch schließende oder induktive Statistik genannt) ist ein Teilgebiet der Statistik. Sie nutzt die Daten einer erhobenen Stichprobe, um Rückschlüsse auf eine übergeordnete Grundgesamtheit (Population) zu ziehen. Während die deskriptive Statistik Daten nur beschreibt, bewertet die Inferenzstatistik, ob gefundene Ergebnisse verallgemeinerbar sind. Damit die inferenzstatistischen Schlüsse mathematisch korrekt sind, muss die Stichprobe die Grundgesamtheit repräsentieren (z. B. durch echte Zufallsauswahl). Zudem muss sie bestimmte mathematische Parameter, wie z. B. Normalverteilung, erfüllen. Da es sich um Wahrscheinlichkeitsaussagen handelt, können bei Hypothesentests zwei Fehlerarten auftreten; Fehler 1. Art (α-Fehler) und Fehler 2. Art (β-Fehler). Um die Gültigkeit von Aussagen zu überprüfen und Unsicherheiten (Irrtumswahrscheinlichkeiten) zu quantifizieren, nutzt die Inferenzstatistik im Wesentlichen zwei Säulen; die Parameterschätzung und den Hypothesentest.

Information

Informationen kann man als Teilmenge des Wissens verstehen. Es wird auch als subjektivrelevantes Wissen bezeichnet. Somit ist zum Beispiel der Beziehungsstandes einer prominenten Person auf jeden Fall Wissen (in dem Falle ein Faktum), aber für mich persönlich komplett irrelevant, also somit auch keine Informationen (für mich).

informed consent

Der Informed Consent (die informierte Einwilligung) ist ein forschungsethisches und rechtliches Grundprinzip. Es besagt, dass Probanden vor der Teilnahme an einer Studie nach umfassender Aufklärung über Ziele, Abläufe, Risiken und Rechte freiwillig und ohne Zwang ihre ausdrückliche Zustimmung geben müssen

Informelle Interview

Informelle Interviews hingegen sind lockere, an die Situation angepasste Gespräche (z.B. kurzes Interview auf der Straße).

informierte Einwilligung

siehe Informed Consent

inhaltlich-semantische Transkription

Bei der inhaltlich-semantischen Transkription geht es nicht nur darum, was gesagt wurde, sondern auch wie es gesagt wurde. Diese Form nutzt man in der Qualitativen Sozialforschung (z. B. bei der Konversationsanalyse), da Pausen oder Betonungen die Bedeutung komplett verändern können. Jedes Wort wird exakt so aufgeschrieben, wie es fällt – inklusive; Fehlern, Satzabbrüchen und Dialektwörtern. Pausen werden (oft in Sekunden) gezählt, Betonungen werden markiert, Lachen oder Seufzen wird in Klammern notiert. Hierfür gibt es bekannte Regelsysteme wie man etwas genau notiert, z.B. HIAT (Halbinterpretative Arbeitstranskription) oder GAT 2 (Gesprächsanalytisches Transkriptionssystem). Ein Beispiel wäre; „Ja ((schmunzelt)) also ich find das / (.) äh voll gut, gell?

inhaltliche Publikationstauglichkeit

Inhaltliche Tauglichkeit ist dann gewährleistet, wenn die Forschungsfrage klar, relevant und originell genug ist. Es soll somit das Interesse der Fachcommunity rechtfertigen und zum Scope des Journals passe. Letzteres bedeutet, dass es inhaltlich und methodisch anschlussfähig ist.

inhaltliche strukturierte Inhaltsanalyse

Die inhaltlich strukturierende Inhaltsanalyse ist eine qualitative Auswertungsmethode in der empirischen Forschung. Sie zielt darauf ab, Textmaterial (wie Interviewtranskripte oder Dokumente) systematisch nach vorher definierten inhaltlichen Kriterien zu ordnen, zu strukturieren und theoriegeleitet auszuwerten, ohne den gesamten Text dabei extrem zu verkürzen

Inhaltsanalyse

Die Inhaltsanalyse ist eine empirische Methode der Sozialforschung, mit der Kommunikationsinhalte (Texte, Bilder, Videos oder Audioaufnahmen) und deren formaler Merkmale systematisch, intersubjektiv und regelgeleitet untersucht werden. Das Ziel ist es, das umfangreiche Material zu strukturieren, Muster zu erkennen und wissenschaftlich fundierte Aussagen über den Inhalt, die Entstehung oder die Wirkung der Kommunikation zu treffen. Die Inhaltsanalyse ist also eine systematische empirische Methode. Sie dient dazu, das Material selbst (z.B. Transkripte von Interviews, Zeitungsartikel oder Social-Media-Posts) nach vorab definierten Regeln und Kategorien auszuwerten, um Muster, Häufigkeiten oder Bedeutungen zu messen und zu analysieren.

Inhaltsangabe

siehe Inhaltsübersicht

Inhaltsübersicht (Inhaltsangabe)

Eine Inhaltsübersicht (oder Inhaltsangabe) ist eine kompakte, sachliche Zusammenfassung eines Textes, Buches, Films oder Vortrags. Sie gibt prägnant die wichtigsten Handlungen, Kernaussagen und Figuren wieder, ohne persönliche Meinungen zu enthalten. Eine Inhaltsübersicht kann als zusätzliches Verzeichnis vor dem Inhaltsverzeichnis, mit maximal 3 Titelebenen, oder als textliche Zusammenfassung verwendet werden. Sie kann bei sehr umfangreichen wissenschaftlichen Arbeiten wie z.B. Dissertationen verwendet werden.

Inhaltsvalidität

Die Inhaltsvalidität (engl. content validity) ist ein wissenschaftliches Gütekriterium. Sie gibt an, inwieweit die Fragen, Aufgaben oder Indikatoren eines Messinstruments (z. B. eines Fragebogens) das zu untersuchende Merkmal in all seinen Aspekten vollständig und repräsentativ erfassen. Sie dient in der Wissenschaft als Nachweis dafür, dass Sie tatsächlich das messen, was Sie messen möchten.

Inhaltsverzeichnis

Das Inhaltsverzeichnis ist das Aushängeschild der Arbeit und visualisiert den logischen Aufbau sowie die Gewichtung der einzelnen Kapitel. Es zeigt dem Prüfer sofort, ob man den wissenschaftlichen Leitfaden (Einleitung → Hauptteil → Schluss) strukturiert umgesetzt hat. Es ist eine strukturierte Auflistung der Kapitel, Unterkapitel und Verzeichnisse eines Dokuments, ergänzt durch die jeweilige Seitenzahl. Es befindet sich meist am Anfang eines Textes und bildet dessen logische Gliederung ab. Leser erhalten durch das Inhaltsverzeichnis einen kompakten Überblick über den logischen Aufbau, die Themengebiete und den Umfang der Arbeit. Zusätzlich dient es als Wegweiser, mit dem bestimmte Abschnitte, Kapitel oder Quellenverzeichnisse direkt angesteuert werden können, ohne das gesamte Dokument durchsuchen zu müssen. Für den Autor selbst macht ein Inhaltsverzeichnis die eigene Gedankenführung sichtbar. Es hilft dabei, rote Fäden zu erkennen und logische Lücken in der Argumentation aufzudecken.

Innensteg

siehe Bundsteg

Integrität (Wissenschaft)

Wissenschaftliche Integrität ist die ethische Grundlage der Forschung und beschreibt die Ehrlichkeit, Transparenz und Verantwortungsbewusstsein in allen Phasen wissenschaftlichen Arbeitens. Sie ist der moralische Kompass, der sicherstellt, dass Forschungsergebnisse verlässlich sind und die Gesellschaft Vertrauen in die Wissenschaft haben kann.

Intensitätsanalyse

Die Intensitätsanalyse ist eine erweiterte Valenzanalyse. Zusätzlich werden die identifizierten Bewertungen nach ihrer Intensität eingeordnet. Dadurch ist es möglich, nicht nur Bewertungstrends aufzudecken, sondern auch zu erfassen, wie stark das Textmaterial eine positive oder negative Tendenz aufweist.

Intercode-Reliabilität

Bei der quantitativen Analyse wird beispielsweise oft geprüft, ob zwei unterschiedliche Personen beim gleichen Text zum selben Kodieregebnis kommen.

Interdisziplinarität

Interdisziplinarität in der Wissenschaft bedeutet die Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen. Dabei werden Methoden, Theorien oder Erkenntnisse unterschiedlicher Fachgebiete verknüpft, um komplexe Fragestellungen zu lösen, die mit dem Blickwinkel einer einzelnen Disziplin nicht ausreichend beantwortet werden könnten

Interkulturelle Bildungsforschung

Die interkulturelle Bildungsforschung konzentriert sich auf die Herausforderungen und Chancen sprachlich-kultureller Vielfalt innerhalb von Bildungseinrichtungen (z.B. durch internationale Migration).

Interkulturelle Forschung

Die interkulturelle Forschung untersucht und vergleicht verschiedene kulturelle Gruppen, um zu verstehen, wie kulturelle Faktoren Denkweisen, soziale Praktiken und Verhaltensweisen prägen. Diese Gruppen können sich in unterschiedlichen Staaten oder im selben Staat befinden. Ihr Ziel ist es, kulturelle Unterschiede und Ähnlichkeiten zu analysieren, um das Zusammenleben, die Kommunikation und die Interaktion in einer globalisierten Welt zu verbessern. Interkulturelle Forschung baut oft auf internationaler Forschung auf. Sie hilft dabei, Reibungsverluste zu minimieren, die beispielsweise entstehen, wenn internationale Teams zusammenarbeiten oder multinationale Unternehmen fusionieren. Ein bekanntes theoretisches Fundament dafür liefert die Kulturdimensionenforschung (z. B. nach Geert Hofstede). Wichtige Schwerpunkte und Anwendungsbereiche dieses Fachgebiets sind: Interkulturelle Kommunikation, Interkulturelles Management, Bildungsforschung und Konsumentenforschung.

Interkulturelle Kommunikation

Die Interkulturelle Kommunikation analysiert, wie Menschen mit unterschiedlichen sprachlichen und kulturellen Hintergründen miteinander interagieren, um Missverständnisse zu vermeiden.

Interkulturelle Konsumentenforschung

Die interkulturelle Konsumentenforschung erfasst Kaufentscheidungen und Konsumentenverhalten in verschiedenen Kulturräumen als Grundlage für das internationale Marketing.

Interkulturelles Management

Das Interkulturelle Management untersucht hingegen in der Betriebswirtschaftslehre den Einfluss von Kultur auf Führung, Arbeitsverhalten und internationale Teams.

Internationale Forschung

Unter internationaler Forschung versteht man wissenschaftliche Projekte und Entwicklungen, bei denen Akteure aus verschiedenen Ländern zusammenarbeiten oder die grenzüberschreitend organisiert sind. Sie dient der Lösung globaler Herausforderungen und der Bündelung von Ressourcen sowie Fachwissen. „International“ bedeutet zwischenstaatlich, völkerverbindend oder über die Grenzen von zwei oder mehr Nationen hinweg. Der Begriff beschreibt alles, was nicht auf ein einzelnes Land beschränkt ist, sondern mehrere Länder, Staaten oder deren Bürger betrifft. Um das Ausmaß der grenzüberschreitenden Aktivität genauer zu beschreiben, werden häufig verwandte Begriffe verwendet: Multinational, Supranational und Global. Kernbereiche der Internationalen Forschung sind Internationale Kooperationen, Grenzüberschreitende Themen und Vergleichende Studien. In internationalen Kooperationen forschen Wissenschaftler gemeinsam aus verschiedenen Ländern oder Institutionen an einer Fragestellung (z.B. im Rahmen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)). Unter grenzüberschreitenden Themen sind Forschungsobjekte gemeint, die inhärent International sind. Dies ist der Fall in Forschung zum internationalen Recht, zum globalen Klimawandel oder zur weltweiten Marktwirtschaft. Vergleichende Studien bestehen aus Analysen und Vergleiche von Daten, Systemen oder Rechtsordnungen aus verschiedenen Staaten. Dank der Internationalen Forschung handelt mit Globalen Problemen – von Pandemien bis hin zur Energiewende – welche nicht an Landesgrenzen Halt machen, und internationale Teams erfordern. Damit wird die internationale Komplexität bewältigt. Auch die Exzellenz und Innovation wird dadurch unterstützt. Der weltweite Austausch von Ideen fördert nachweislich die Qualität und Innovationskraft von Forschung und Wissenschaft. Schließlich sind Ressourcen begrenzt. Großprojekte (z. B. in der Teilchenphysik oder Raumfahrt) sind oft so teuer und aufwendig, dass sie nur durch internationale Finanzierung und geteilte Infrastruktur realisiert werden können.

Interne Konsistenz

Die interne Konsistenz ist ein Maß für die Zuverlässigkeit (Reliabilität) von wissenschaftlichen Messinstrumenten wie Fragebögen oder psychologischen Tests. Sie gibt an, inwieweit die einzelnen Fragen oder Aufgaben (sogenannte Items) eines Tests inhaltlich zusammenhängen und alle dasselbe zugrundeliegende Merkmal (z. B. Intelligenz oder Stress) messen.

Internetquelle

Internetquellen sind digitale, öffentlich zugängliche Inhalte im Internet, die in wissenschaftlichen Arbeiten, Hausarbeiten oder Berichten als Quellenangabe dienen. Dazu zählen Online-Artikel, Blogbeiträge, Webseiten von Institutionen, PDF-Dokumente, Studien oder Fachberichte. Es sind Inhalte, die primär oder ausschließlich in digitaler Form existieren. Es können Webseiten, Artikel, Dokumente von Webseiten oder Multimedia sein. Webseiten und Artikel können Nachrichtenportale, Fachartikel oder Unternehmensberichte sein. Zu den Dokumenten gehören PDFs, Forschungsberichte oder Whitepapers sein. Zu das Multimedia gehören Podcasts, Online-Videos und Social-Media-Beiträge.

Internetsuchmaschinen für wissenschaftliche Arbeiten (wissenschaftliche Suchmaschinen)

Wissenschaftliche Suchmaschinen sind spezialisierte Recherche-Tools, die im Gegensatz zu Google oder Bing nur geprüfte, zitierfähige Quellen durchsuchen. Sie filtern unseriöse Webseiten heraus und eignen sich ideal, um Fachartikel, Bücher, Preprints und Dissertationen für Haus- oder Abschlussarbeiten zu finden. Alltägliche Internetsuchmaschinen erfassen nur einen Bruchteil der wissenschaftlichen Literatur, da viele Inhalte in sogenannten dynamischen Datenbanken liegen, die von normalen Crawlern nicht erfasst werden. Wissenschaftliche Suchmaschinen umgehen dieses Problem und garantieren so eine deutlich höhere Qualität, Aktualität und Nachvollziehbarkeit für Ihre akademische Arbeit.

Interpretationsanalyse

Die Interpretationsanalyse (oder das interpretative Interview) ist ein qualitatives Forschungsformat, bei dem die forschende Person nicht starr einen Fragebogen abarbeitet, sondern den Befragten in den Mittelpunkt stellt, damit dieser frei eigene Geschichten erzählt. Ziel ist es, den Sinn und die Bedeutungsstrukturen des Gesagten zu verstehen. Es basiert oft auf einem Leitfadeninterview.

Interpretative / hermeneutische Forschung

Die interpretative / hermeneutische Forschung ist eine qualitative Schule und fokussiert sich auf das Verstehen von Sinn, Sprache und Handlungen (z.B. durch hermeneutische Textanalysen).

Interpretativer Kode

siehe Analytischer Kode

Interpretatives Interview

siehe Interpretationsanalyse

Intersektionalität und Diversität

Die Intersektionalität und Diversität untersuchen, wie sich kulturelle Zugehörigkeit mit anderen Faktoren wie Geschlecht, sozialem Status oder Alter überschneidet. Dies verhindert eine Homogenisierung ganzer Bevölkerungsgruppen

Interview

Ein Interview ist ein geplantes und gezieltes Gespräch zwischen zwei oder mehreren Personen. Das Ziel ist es, Informationen, Meinungen, Erfahrungen oder Fachwissen zu einem bestimmten Thema auszutauschen und festzuhalten. Der Interviewer führt das Gespräch, während der Interviewte antwortet. Ein Interview ist eine spezifische Form der qualitativen Befragung (z. B. ein Leitfaden- oder Experteninterview). Der Unterschied liegt primär im Grad der Strukturierung und der Art der Auswertung. Befragungen können mündlich als auch schriftlich stattfinden, wobei Interviews ein persönliches oder virtuelles Gespräch von Angesicht zu Angesicht (oder auch telefonisch) zwischen Interviewer und Befragtem sind. Ebenso bei der Zielsetzung geht das Interview auf spezifischen Themen ein. Befragungen wollen subjektive Meinungen, Einstellung, Motive und tiefergehende Ursachen erfragen. Interviews ermöglichen es, die Perspektive des Befragten tiefgreifend zu erforschen und nonverbale Signale wie Körpersprache oder Tonfall in die Analyse einzubeziehen.

Interviewer

In der Wissenschaft ist der Interviewer (bzw. die Interviewerin) die forschende Person, die im Rahmen einer empirischen Erhebung Fragen stellt, um qualitative oder quantitative Daten zu erheben. Die genaue Rolle hängt stark von der gewählten Interviewarten in der Forschung ab.

Interviewformat

Interviews lassen sich anhand des Strukturierungsgrades, des methodischen Ziels und des Settings und Anwendungsbereiches unterscheiden. Je nach Strukturierungsgrad und Art der Fragestellung unterscheidet man verschiedene Formate: strukturierte, halbstrukturierte oder unstrukturierte Interviews.

Interviewpartner

siehe Interviewte

Interviews (Quelle)

Selbst geführte, nicht-öffentliche Interviews sind Primärquellen, die der eigenen Datenerhebung dienen. Da sie für Außenstehende nicht abrufbar sind, tauchen sie nicht im Literaturverzeichnis auf. Sie werden nur im Text zitiert. Mindestens benötigt werden der Name des Interviewten, der Hinweis „persönliches Interview“ und das Datum. In der Wissenschaft sind solche Interviews (oft Leitfaden- oder Experteninterviews) eigens durchgeführte Gespräche zur Gewinnung von Primärdaten. Da sie nicht öffentlich ausgestrahlt, abgedruckt oder archiviert sind, gelten sie nach gängigen Standards (z. B. APA, Harvard) als sogenannte „persönliche Kommunikation“. Da der Leser das Interview nicht nachschlagen kann, ist es wissenschaftliche Praxis, das vollständige Transkript (die wörtliche Verschriftlichung des Gesprächs) als nummerierten Anhang an die wissenschaftliche Arbeit anzufügen. Im Fließtext wird bei einem Zitat zusätzlich auf die entsprechende Textstelle oder den Anhang verwiesen.

Interviewte

In der Wissenschaft bezeichnet der oder die Interviewte (auch Interviewpartner oder Auskunftsperson) jene Person, die im Rahmen einer empirischen Erhebung Fragen eines Forschenden beantwortet. Sie liefert als Untersuchungssubjekt die primären Daten für qualitative oder quantitative Studien

Interviewtechnik

siehe Interviewformat

Introspektion

siehe Selbstbeobachtung

Irrtumswahrscheinlichkeit

In der Wissenschaft gibt die Irrtumswahrscheinlichkeit (auch Signifikanzniveau α oder Fehler 1. Art) an, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein statistisches Ergebnis rein zufällig zustande kommt. Sie beziffert das Risiko, eine eigentlich korrekte Nullhypothese fälschlicherweise zu verwerfen, obwohl in Wahrheit kein Effekt oder Unterschied existiert.

ISBN

Die ISBN ist die Internationale Standardbuchnummer (International Standard Book Number) und identifiziert einzelne Bücher und eigenständige Medien. Sie besteht in der Regel aus 13 Ziffern und wird oft als Strichcode (EAN) abgedruckt. Ein genauer Ländercode, die Verlagsnummer, die individuelle Titelnummer und eine Prüfziffer sind darin verschlüsselt.

ISSN

Die ISSN ist die Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke (International Standard Serial Number) und kennzeichnet periodisch oder fortlaufend erscheinende Publikationen wie Zeitungen, Magazine, Zeitschriften oder wissenschaftliche Reihen. Sie besteht aus 8 Ziffern, die durch einen Bindestrich getrennt sind, gefolgt von einer Prüfziffer. Die Nummer ist anonym und enthält keine Rückschlüsse auf den Verlag oder das Erscheinungsjahr.

Italics (Kursivschrift)

Der Begriff "Italics" (englisch) bedeutet Kursivschrift. Es handelt sich dabei um eine nach rechts geneigter Schriftart, die sich optisch an der menschlichen Handschrift orientiert. Sie dient in der Typografie als Auszeichnungsschrift.

Iterativer Prozess

Der Iterative Prozess besagt, daß durch das Betrachten der Daten aus verschiedenen Perspektiven neue Fragen aufgeworfen werden, die wiederum zu weiteren Auswertungen führen. Schließlich werden auffällige Abweichungen, die im Vorfeld nicht erwartet wurden, identifiziert und analysiert.

Ja-Sager-Syndrom

siehe "Ja-Sager"-Daten

JIF

siehe Impact Factor

Journal

siehe Fachzeitschrift

Journal Impact Factor

siehe Impact Factor

KA

siehe Konversationsanalyse

Katalog (Bibliothek)

Der Katalog einer Bibliothek ist ein strukturiertes Verzeichnis aller dort vorhandenen Medien (z.B. Bücher, Zeitschriften, DVDs oder E-Ressourcen). Er dient dazu, den Bestand zu verzeichnen und den Nutzern die zielgerichtete Suche nach bestimmten Werken, Themen oder Autoren zu ermöglichen

Kategorie

In der Wissenschaft bezeichnet eine Kategorie einen fundamentalen Grundbegriff oder eine Klasse, mit der Phänomene, Daten oder Objekte nach bestimmten gemeinsamen Merkmalen geordnet und strukturiert werden. Sie bildet das theoretische Raster, um Erkenntnisse überhaupt erst verständlich und vergleichbar zu machen.

Kategorisierung (Klassifizierung, Ordnung, Systematisierung, Gruppierung)

Kategorisierung bezeichnet die Einteilung von Dingen, Informationen oder Konzepten in bestimmte Gruppen (Kategorien). Dies geschieht anhand gemeinsamer Merkmale, Eigenschaften oder Zusammenhänge. Das Ziel ist es, Komplexität zu reduzieren, Strukturen zu schaffen und die Orientierung oder Analyse zu erleichtern. Verwandte Begriffe sind u.a. Klassifizierung, Ordnung, Systematisierung oder Gruppierung.

kausale Fragen

siehe Erklärende Fragen

Kausalität

Kausalität (Ursache-Wirkung-Zusammenhang) bezeichnet die gesetzmäßige Beziehung zwischen einer Ursache und der daraus resultierenden Wirkung. Das Prinzip „Wenn A passiert, folgt daraus B“ bildet die Grundlage für das Verständnis von Ursache und Wirkung.

keine anregenden Zusätze (Gegenteil: Zusätzliche Stimulanz)

„Keine anregenden Zusätze“ bedeutet im wissenschaftlichen Schreiben, dass auf rhetorische Fragen, Humor, Metaphern und emotionale oder werbende Formulierungen verzichtet werden muss. Der Text soll sachlich, objektiv und präzise sein, damit die reine Information im Vordergrund steht und der Leser nicht emotional beeinflusst wird

Kernzitat

siehe Hauptzitat

Keynote

Eine Keynote (oder Keynote Speech) ist in der Wissenschaft ein zentraler Eröffnungs- oder Hauptvortrag auf einer Konferenz oder Tagung. Sie wird von renommierten Fachexperten gehalten, um die wichtigsten Fragestellungen, aktuellen Trends oder neue disziplinübergreifende Perspektiven vorzustellen und das Plenum inhaltlich auf das Event einzustimmen

Keynote speech

siehe Keynote

Keywords

Im Anschluss an den Text des Abstracts werden meist 3-5 Schlüsselwörter, sogenannte Keywords, aufgeführt, um die Einordnung in Datenbanken zu erleichtern. Dies ist bei Forschungsartikeln und wissenschaftlichen Publikationen verpflichtend, hängt aber bei Abschlussarbeiten von den institutionellen Regelungen und den Gutachtern ab.

KI (Künstliche Intelligenz)

KI (Künstliche Intelligenz) ist ein Teilbereich der Informatik, der darauf abzielt, Maschinen und Computerprogramme so zu entwickeln, dass sie Aufgaben eigenständig lösen können, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern (z. B. logisches Denken, Lernen, Sprachen verstehen oder Entscheidungen treffen). Sie wird eingesetzt, um Prozesse zu automatisieren, Komplexität zu bewältigen und Erkenntnisse aus riesigen Datenmengen zu gewinnen, die für Menschen kaum überschaubar wären.Im wissenschaftlichen Arbeiten bleibt entscheidend, dass die Argumentation, die Quellenarbeit und die fachliche Bewertung von dir kommen. KI darf also helfen, aber nicht übernehmen. Viele Hochschulen betonen in ihren Leitfäden: KI ist ein Werkzeug, kein Co-Autor.

Klare Beschreibung

Eine klare Beschreibung in der Wissenschaft erreicht man durch Präzision, Struktur und sprachliche Sachlichkeit. Das Ziel ist es, komplexe Inhalte so einfach und direkt wie möglich darzustellen, ohne dabei wissenschaftliche Genauigkeit einzubüßen. Die wichtigsten Techniken sind die sprachliche Präzision und der Stil, die Struktur und Logik, die inhaltliche Klarheit, der Prozess des Schreibens und das Einholen von Feedback.

Klassifizierung

siehe Kategorisierung

Klassifizierung (Beobachtung)

Die Zuordnung von Merkmalen und Symbolen zu bestimmten Ereignis- oder Merkmalsklassen

Kleinzitat

Ein Kleinzitat ist im deutschen Urheberrecht (§ 51 UrhG) die auszugsweise Übernahme eines Teils eines urheberrechtlich geschützten Werkes in ein eigenes, neues Werk. Es dient als Belegstelle, Diskussionsgrundlage oder zur Erläuterung eigener Gedanken und ist unter bestimmten Voraussetzungen ohne Zustimmung des Urhebers zulässig. Es sind meist direkte Zitate, die über den Umfang eines Satzes oder weniger Sätze nicht hinausgehen. Der ursprüngliche Sinn des Zitats darf natürlich nicht verfälscht werden. Auch kurze Stellen von Musikstücken (Motive, Melodien) können als Kleinzitat übernommen werden. Eine fehlerhafte Nutzung, insbesondere ohne Einbettung in eigene Inhalte, kann zu rechtlichen Konsequenzen wie Abmahnung führen.

Klinisches Gespräch

siehe Anamnese

Klumpen

siehe Cluster

Klumpenstichprobe

Eine Klumpenstichprobe (auch Cluster-Stichprobe genannt) ist ein Stichprobenverfahren, bei dem die Grundgesamtheit in natürliche Gruppen oder Untereinheiten – die sogenannten Klumpen (Cluster) – unterteilt wird. Statt einzelne Personen oder Objekte zufällig auszuwählen, werden zufällig ganze Klumpen ausgewählt und anschließend alle darin enthaltenen Einheiten untersucht (Vollerhebung innerhalb des Klumpens).

Kode

Ein Kode (oder Code, manchmal auch Kategorie genannt) ist ein kurzes, prägnantes Etikett (wie ein Schlagwort), das in der Wissenschaft Forschern dabei hilft, nicht-numerische Daten (wie Interviewtranskripte, Bilder oder Beobachtungen) systematisch zu strukturieren, um Muster und Bedeutungen aufzudecken. Kodes werden primär nach ihrer Entstehungsweise, ihrem Abstraktionsgrad und ihrer Funktion im Analyseprozess. Kodes nach Entstehungsweise sind die induktiven, deduktiven oder abduktiven Kodes. Kodes nach Abstraktionsgrad und Inhalt sind deskriptive, analytische und In-Vivo-Kodes. Kodes nach methodischen Phasen werden in offenes, axiales und selektives Kodieren untergliedert

Kodebuch

siehe Codebuch

Kodieragenda

Kodieragenda hingegen ist eine übergeordnete Zielsetzung, die den strategischen Fahrplan und die Prioritäten für die Entwicklung und den Einsatz eines solchen Kodiersystems in einer Organisation festlegt. Sie ist der übergeordnete Forschungsplan. Sie definiert die übergeordnete Fragestellung, den zeitlichen Rahmen der Kodierarbeit, die Aufgabenverteilung im Forschungsteam (wer kodiert wann und wie oft) und die wissenschaftlichen Ziele, die mit der Auswertung der Daten erreicht werden sollen.

Kodieren

Prinzipielle bedeutet kodieren, das Gruppieren von Inhalten zu einem Thema. Siehe auch Kodierung

Kodierleitfaden

Ein Kodierleitfaden ist ein praxisbezogenes Nachschlagewerk, das konkrete Regeln und Anweisungen für die Verschlüsselung von Daten enthält (z. B. in der Medizin für Diagnosen oder im Journalismus für qualitative Inhaltsanalysen). In der qualitativen Forschung ist es das methodische Instrument für die qualitative Datenanalyse (z. B. bei Leitfadeninterviews). Er enthält die definierten Kategorien, genaue Zuweisungsregeln (Wann gehört ein Textabschnitt in Kategorie A?) sowie konkrete "Ankerbeispiele" aus dem Material

Kodierung

Im Rahmen der Kodierung als qualitative Auswertungsmethode werden Kodes primär nach ihrer Entstehungsweise, ihrem Abstraktionsgrad und ihrer Funktion im Analyseprozess. Siehe auch Kode

Kognitives Interview (Pre-Test)

Ein kognitives Interview ist eine qualitative Pretest-Methode zur Evaluation von Fragebögen. Das Ziel ist es, die kognitiven Prozesse (Verständnis, Gedächtnisabruf, Urteilsbildung und Antwortabgabe) zu analysieren, die Befragte beim Beantworten einer Umfragefrage durchlaufen, um so Schwachstellen im Fragebogen aufzudecken

Kollaborative Partnerschaften

Unter der Kollaborativen Partnerschaft (Partizipation oder partizipative Forschung) versteht man, daß Teilnehmende nicht bloß als Untersuchungsobjekte, sondern als Mitgestaltende, betrachtet werden. Der Ansatz fördert die Zusammenarbeit von der Planung bis zur Veröffentlichung. Formulare und Aufklärungsprozesse werden so angepasst, dass sie kulturell verständlich sind und den lokalen Kommunikationsformen entsprechen.

Kollektivität

Kollektivität bezeichnet das gemeinschaftliche Handeln, Denken und Zusammenleben von Menschen. Es beschreibt das Prinzip, bei dem die Gruppe und das Gemeinsame im Mittelpunkt stehen, im Gegensatz zum Individualismus, der den Einzelnen betont.

Kommentare (Journalartikel)

Ein Kommentar ist ein meist kurzer, pointierter Fachtext, der bewertet, interpretiert oder diskutiert, statt selbst neue Daten zu erheben. Er kann sich auf eine neue Studie beziehen, auf einen methodischen Trend, auf eine Fachdebatte oder auf eine Frage von größerer wissenschaftlicher oder gesellschaftlicher Relevanz. Man könnte sagen: Der Kommentar ist der Moment, in dem ein Fachgebiet nicht nur misst, sondern auch denkt laut.

Kompliziertheit (Gegenteil: Einfachheit)

Im wissenschaftlichen Schreiben bedeutet Kompliziertheit (als Gegenteil von Einfachheit) die unnötige Verschachtelung von Sprache, den exzessiven Gebrauch von Fremdwörtern und eine künstlich aufgeblähte Ausdrucksweise, die vom eigentlichen Inhalt ablenkt.

Konferenz

Eine wissenschaftliche Konferenz ist eine strukturierte Zusammenkunft von Forschenden, auf der sie aktuelle Arbeiten und Erkenntnisse vorstellen, im Call for Papers eingereichte Studien diskutieren und neue Kontakte für den wissenschaftlichen Diskurs knüpfen

Konferenzbände

siehe Proceedings

Konferenzbeitrag

Ein Konferenzbeitrag ist die schriftliche oder mündliche Präsentation neuer Forschungsergebnisse auf einer wissenschaftlichen Veranstaltung (z.B. Kongress, Tagung oder Symposium). Diese Beiträge können als Vorträge, Poster, Abstracts oder als schriftliche Ausarbeitungen in den sogenannten Proceedings (Tagungsbänden) veröffentlicht werden.

Konfidenzintervall

Ein Konfidenzintervall (auch Vertrauensintervall) gibt in der Statistik den Wertebereich an, in dem ein unbekannter, wahrer Parameter einer Grundgesamtheit mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (dem Konfidenzniveau, meist 95 % oder 99 %) liegt. Es dient dazu, die Genauigkeit einer Schätzung aus einer Stichprobe zu bewerten.

Konfirmatorisch

Konfirmatorisch (bestätigend / auch hypothesenprüfende Forschung) überprüft spezifische, vorab festgelegte Hypothesen anhand von Daten, um Theorien zu bestätigen oder zu widerlegen. Sie basiert auf vorhandenem Wissen, nutzt statistische Signifikanztests (p-Werte) und ist durch ein strukturiertes Vorgehen gekennzeichnet. Sie dient der Absicherung von Erkenntnissen. Konfirmatorische Methoden wie die Konfirmatorische Faktorenanalyse (CFA) werden typischerweise eingesetzt, wenn bereits theoretische Vorannahmen existieren, wie beispielsweise bei der Überprüfung einer Fragebogenstruktur oder der Validierung von Modellen.

konfirmatorische Analyse

siehe konfirmatorische Faktoranalyse

Konfirmatorische Faktoranalyse (CFA)

Die konformatorische Faktoranalyse ist der Einsatz von p-Werten ein zentraler Bestandteil dieser Methode, um Entscheidungen über die Nullhypothese zu treffen und dass hierbei vorhandenes Wissen genutzt wird. Die konfirmatorische Analyse steht im Gegensatz zur explorativen Datenanalyse, welche eher auf die Entdeckung neuer Strukturen abzielt.

Konjuktiv I (indirektes Zitat)

Im wissenschaftlichen Arbeiten empfiehlt es sich, das indirekte Zitat im Konjunktiv I zu schreiben (z. B. Er gebe an, dass...), um zu verdeutlichen, dass es sich um eine fremde Aussage handelt. Der Konjunktiv I ist das primäre grammatikalische Werkzeug für die indirekte Rede. In wissenschaftlichen Arbeiten distanzierst du dich damit neutral von fremden Thesen. Du zeigst an, dass du lediglich eine Behauptung oder Quelle wiedergibst, ohne die inhaltliche Verantwortung für die absolute Wahrheit dieser Aussage zu übernehmen

Konklusion

Eine Konklusion (lateinisch conclusio, dt. Schlussfolgerung) ist in der Wissenschaft eine logisch abgeleitete Aussage, die aus vorangegangenen Prämissen (Voraussetzungen, Beobachtungen oder Hypothesen) gebildet wird. Sie bildet den abschließenden Teil eines wissenschaftlichen Arguments, einer Beweisführung oder den Kern des Fazits einer Forschungsarbeit.

konkurrente Validität

siehe Übereinstimmungsvalidität

Konsenszwang

Konsenszwang beschreibt den gesellschaftlichen, politischen oder strukturellen Druck, in einer Gruppe oder Institution eine einstimmige Meinung zu erzielen. Abweichende Haltungen werden unterdrückt oder sozial sanktioniert, um (oft fiktive) Einigkeit zu demonstrieren

Konstruktvalidität

Unter Konstruktvalidität versteht man in der Wissenschaft das Ausmaß, in dem ein Messinstrument (z. B. ein Fragebogen oder ein Test) tatsächlich das abstrakte theoretische Konzept misst, das es messen soll. Sie ist eines der wichtigsten Gütekriterien in der empirischen Forschung

Kontext (Beobachtung)

Es muss bestimmt werden, unter welchen Bedingungen eine Beobachtung stattfindet

Kontingenzanalyse

Die Kontingenzanalyse, als Teil einer Inhatlsanalyse, kodiert, in welchem Zusammenhang ein sprachliches Element mit anderen sprachlichen Elementen in einem Text auftaucht. Wird bspw. in einem Text nach Aussagen zur Gewalt und nach den Bewertungen von Gewalt gesucht, so erfasst die Kontingenzanalyse zusätzlich, mit welchen anderen Aussagen die Gewaltaussagen im Zusammenhang stehen.

Kontingenztabelle

siehe Kreuztabelle

Kontingenztafel

siehe Kreuztabelle

Kontradiktorische Aussagen

Kontradiktorische Aussagen sind analytisch falsche Aussagen.• Arbeitslosigkeit erhöht und verringert die soziale Isolation.

kontrollierte Beobachtung

Eine kontrollierte Beobachtung ist eine strukturierte, empirische Forschungsmethode, bei der Forschende das Verhalten von Versuchspersonen in einer künstlichen, standardisierten Umgebung (wie einem Labor) erfassen. Anders als beim echten Experiment greifen die Forschenden nicht aktiv in das Geschehen ein, sondern standardisieren den äußeren Rahmen, um Störfaktoren auszuschließen und das zu messende Verhalten zu isolieren.

Konversationsanalyse

Die Konversationsanalyse (KA oder Gesprächsanalyse) ist eine empirisch-qualitative Methode der Sozialforschung, die mündliche Interaktionen und Gespräche mikroanalytisch untersucht. Damit ist dies eine besondere Form der qualitativen Beobachtung. Ziel ist es zu rekonstruieren, wie Menschen soziale Wirklichkeit, Kommunikation und Sinn im direkten Miteinander herstellen. Die Methode analysiert unter anderem das Turn-Taking (Sprecherwechsel), Reparaturmechanismen bei Missverständnissen, das Themenmanagement und die Konstruktion von Identität oder Wissen in der Interaktion.

Konzeptuelle Äquivalenz

Die konzeptuelle Äquivalenz fokussiert sich darauf, daß Begriffe oft eng mit der jeweiligen Kultur verwoben sind. Ein deutsches Konzept wie "Feierabend" hat im Englischen oder Französischen keine direkte Entsprechung und muss umschrieben werden.

Kopfsteg

Der obere weiße unbedruckte Seitenrand.

Körperschaftsautor

siehe Corporte Author

korrekte Quellenangaben

Neben der sachlichen Darstellung ist die korrekte Quellenangabe extrem wichtig. Korrekte Quellenangaben bestehen aus einem Kurzbeleg im Text (oder Fußnote) und einem ausführlichen Eintrag im Literaturverzeichnis. Wichtig sind Autor, Jahr, Titel, Verlagsort/Verlag oder URL/DOI. Genutzt werden Stile wie APA (Autor-Jahr), Harvard (Autor-Jahr) oder die deutsche Zitierweise (Fußnoten).

Korrelation

Eine Korrelation ist ein statistisches Maß, das die genaue Stärke und Richtung eines Zusammenhangs beschreibt (z. B. "je mehr A, desto mehr B"). Es bedeutet nicht automatisch, dass ein Ereignis die Ursache für das andere ist (Kausalität). Beide Variablen könnten durch ein drittes Ereignis beeinflusst.

Korrelationsanalyse

Eine Korrelationsanalyse misst Stärke und Richtung eines Zusammenhangs (z. B. durch den Pearson- oder Spearman-Korrelationskoeffizienten), etwa bei zwei metrischen Variablen.

Korrelationskoeffizient

Der Korrelationskoeffizient ist ein statistisches Maß, das die Stärke und Richtung des linearen Zusammenhangs zwischen zwei Variablen quantifiziert. Er wird meist mit dem Symbol r (z. B. Pearson-Korrelation) abgekürzt und nimmt Werte zwischen -1 und +1 an, wobei er dimensionslos ist.

Kreuztabelle

Kreuztabellen (Kontingenztafeln, -tabellen) werden vor allem für kategoriale Daten (wie Beruf und bevorzugtes Automodell) genutzt, um Häufigkeiten miteinander zu vergleichen.

Kriteriumsvalidität

Kriteriumsvalidität ist ein wissenschaftliches Gütekriterium, das überprüft, ob die Ergebnisse eines Messinstruments (z. B. ein Test oder ein Fragebogen) mit einem praxisrelevanten Außenkriterium übereinstimmen. Das Messinstrument ist dann valide, wenn es das betreffende Merkmal so misst, dass es sich in der Realität bewährt.

kritisch-dialektische Forschung

Die kritisch-dialektische Forschung (oder Kritische Theorie) zielt darauf ab, gesellschaftliche Zustände zu kritisieren, ihre geschichtliche Bedingtheit aufzudecken und zu verändern, anstatt sie nur messbar zu machen.

Kuckartz

siehe qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz

Kulturdimensionsforschung

Die Kulturdimensionenforschung ist ein interdisziplinärer Ansatz der Sozial-, Wirtschafts- und Kulturwissenschaften. Sie operationalisiert das abstrakte Konzept „Kultur“ in messbare, universelle Kategorien (z. B. Machtdistanz oder Individualismus), um landesspezifische Wertesysteme und Verhaltensmuster empirisch zu vergleichen und interkulturelle Missverständnisse zu minimieren

Kulturell responsive Forschungsethik

Kulturell responsive Forschungsethik (Culturally Responsive Research Ethics) ist ein ethischer Ansatz in der Wissenschaft, der traditionelle, oft westlich geprägte Forschungsmethoden erweitert. Sie verlangt von Forschenden, die kulturellen Werte, Normen und Lebenswelten der beteiligten Personen und Gemeinschaften aktiv zu respektieren, zu integrieren und Machtungleichgewichte im Forschungsprozess abzubauen. Wichtige Säulen dieses Ansatzes umfassen die Dezentrierung der Forschung, die Kollaborative Partnerschaften, die Sensibilisierte Einwilligung und die Vermeidung von Exotisierung

Kulturelle Ignoranz

Durch unglückliche Wortwahl bei der Rückübersetzung können vermeintliche Widersprüche entstehen. Nuancen, Redewendungen und kulturelle Anpassungen lassen sich selten wortgetreu zurückübersetzen. Eine korrekte Rückübersetzung bedeutet nicht zwingend, dass der Text bei der Zielgruppe funktioniert, sondern eher das eine Kulturelle Ignoranz vorliegt.

Kulturelles Missverständnis

Bei Kulturellen Missverständnisse steht im Mittelpunkt, daß jeder sprachliche Ausdruck tief mit seiner jeweiligen Kultur verwoben ist. Direkte Übersetzungen können zu peinlichen Fehlern oder dem Verlust tieferer Bedeutungen führen (z. B. Redewendungen, die keinen Sinn ergeben).

Kulturrelativismus in der Methodik

Unter Kulturrelativismus in der Methodik versteht man die Idee, daß Phänomene aus dem Wertesystem der jeweils untersuchten Kultur heraus verstanden werden sollten. Die unkritische Anwendung von (oft westlichen) Tests und Konzepten auf andere Gesellschaften muss vermieden werden

Kulturschock-Dilemma

Das Kulturschock-Dilemma in der Forschung beschreibt die methodische und ethische Herausforderung für Forschende, eine fremde Kultur zu untersuchen, ohne diese durch die eigene, unbewusste kulturelle Brille zu verzerren. Es entsteht ein Spannungsfeld zwischen dem eigenen Kulturschock des Forschers und der Forderung nach objektiver Datenerhebung. Dieses Dilemma lässt sich in 3 Kernbereiche unterteilen; Die eigne Perspektive als Hindernis, das Paradoxon der Ethnographie und die subjektive Betroffenheit.

Kunst

Kunst ist ein vielschichtiger, wandelbarer Begriff, der im Wesentlichen jede Form von kreativem, bewusstem Schaffen des Menschen bezeichnet, das ästhetische, emotionale oder kommunikative Absichten verfolgt. Sie kann als Medium zur Gesellschaftskritik, zum Ausdruck von Weltanschauungen oder als rein ästhetisches Objekt dienen.

künstliche Auswahl

Die künstliche Auswahl wird selten in der Umfrageforschung und eher bei Experimenten verwendet. In der Regel ist damit die bewusste Manipulation oder Zusammenstellung einer Versuchsgruppe nach extremen, oft unnatürlichen Merkmalen gemeint. Es geht nicht darum, die echte Welt abzubilden, sondern unter spezifischen Bedingungen etwas zu testen. Beispielhaft wäre die Einteilung von Teilnehmern in Versuchsgruppe und Kontrollgruppe

Künstliche Intelligenz

siehe KI

Kursivschrift

siehe Italics

Kurzbeleg

siehe Kurzzitierweise

Kurzberichte

Kurzberichte sind kurze Originalforschungsartikel, die neue Daten oder Beobachtungen präsentieren, aber ohne die Länge und Tiefe eines Full Papers. Je nach Journal heißen sie Short Communication, Brief Report, Research Letter, Rapid Communication oder schlicht Letter. Viele Journals definieren Kurzberichte als Beiträge, die signifikante und originelle Ergebnisse liefern, die aber (noch) keinen voll ausgebauten Datensatz für einen langen Artikel haben, oder die aufgrund ihrer Aktualität besonders schnell veröffentlicht werden sollen.

Kürze & Prägnanz (Gegenteil: Weitschweifigkeit)

Auf den Punkt kommen. Füllwörter, Redundanzen und unnötig verschachtelte Sätze (Schachtelsätze) sind zu vermeiden

Kurzzitierweise (Kurzbeleg)

Die Kurzzitierweise (Kurzbeleg) verweist nur auf das Literaturverzeichnis. Der Kurzbeleg ist extrem platzsparend. Er wird entweder direkt im Fließtext (z. B. in Klammern) oder ab der zweiten Nennung in der Fußnote genutzt. Die vollständigen Daten findet man im Literaturverzeichnis. Welche Methode man wählt, hängt meist vom vorgegebenen Zitierstil der Hochschule oder des Journals ab. Der Bestandteile eines Kurzbeleges sind der Nachname, das Jahr, und die Seitenzahl.

Laborbeobachtung

siehe kontrollierte Beobachtung

Laborexperiment

Ein Laborexperiment ist eine wissenschaftliche Untersuchung in einer künstlichen, kontrollierten Umgebung. Forscher manipulieren gezielt bestimmte Faktoren (unabhängige Variablen), um deren direkte Auswirkung auf andere Faktoren (abhängige Variablen) zu messen und so eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehungen zu belegen. Störfaktoren und äußere Einflüsse werden minimiert, um die Genauigkeit zu erhöhen (hohe interne Validität). Die Umgebung ist artifiziell (künstlich) und entspricht meist nicht den alltäglichen Leben. Die genaue Versuchsanordnung ermöglicht es, die Studie unter denselben Bedingungen exakt zu wiederholen.

Laborforschung

Laborforschung ist eine wissenschaftliche Untersuchungsmethode, bei der Hypothesen unter streng kontrollierten, künstlichen Bedingungen (meist in einem Labor) getestet werden. Sie dient der genauen Beobachtung, Messung und Analyse von kausalen Zusammenhängen, ohne dass störende Umwelteinflüsse das Ergebnis verfälschen. Anders als bei der Feldforschung kann hierbei der Forschende die Rahmenbedingungen wie Licht und Temperatur beeinflussen.

Lagemaße

Ein Lagemaß, auch Zentrale Tendenz gemeint, gibt den „Durchschnitt“ oder die Mitte der Daten an. Hierzu wird das arithmetische Mittel (der klassische Durchschnittswert), der Median oder der Modus genutzt. Der Median entspricht dem exakten Mittelwert, der die Daten in zwei gleich großen Hälften teilt. Der Modus, auch Modalwert genannt, ist hingegen der Wert, der am häufigsten vorkommt.

Landes- und Staatsbibliothek

Landes- und Staatsbibliotheken hingegen sammeln das Schrifttum eines bestimmten Bundeslandes oder Staates und dienen als Archiv. In geschichtlicher Abhängigkeit gibt es auch Landbibliotheken, deren Land keinen rechtlichen Status mehr hat, z.B. Badische Landesbibliothek, Württembergische Landesbibliothek oder Landesbibliothek Oldenburg.

Langzitierweise (Vollbeleg)

Die Langzitierweise (Vollbeleg) nennt alle bibliografischen Daten. Der Vollbeleg enthält alle essenziellen Publikationsdaten. Er wird bei der ersten Nennung einer Quelle in der Fußnote verwendet. Die Bestandteile, in Abhängigkeit der Zitierart, der Nachname, Vorname: Titel, Ort: Verlag, Jahr, Seitenzahl

Lautes Denken

Beim Lauten Denken (auch Think-Aloud, Denke-Laut-Methode oder Talkaloud Interview genannt) handelt es sich um eine qualitative Forschungsmethode, bei der Versuchspersonen aufgefordert werden, ihre Gedanken, Gefühle und Handlungsabsichten in Echtzeit auszusprechen, während sie eine Aufgabe lösen. Das Verfahren dient dazu, sonst unsichtbare kognitive Prozesse und Problemlösungswege direkt und unverzerrt empirisch erfassbar zu machen. Es basiert auf dem Informellen Interview.

Lautes Denken (Pre-Test)

Die Think-Aloud-Methode (auch „lautes Denken“ oder Thinking Aloud Test genannt) ist eine qualitative Pretest-Methode, bei der Versuchspersonen während der Bearbeitung von Aufgaben oder der Nutzung eines Produkts alle ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen laut aussprechen. Dies macht kognitive Prozesse und Probleme direkt aus erster Hand sichtbar.

lautliche Transkription

Die phonetische (lautliche) Transkription stammt aus der Linguistik und Sprachwissenschaft. Hier werden keine normalen Buchstaben genutzt, sondern das Internationale Phonetische Alphabet (IPA). Es geht rein um die akustische Realisierung eines Lautes, völlig unabhängig von der Rechtschreibung. Die exakte Aussprache für Sprachforscher, Wörterbücher oder beim Sprachenlernen festzuhalten. Für andere Wissenschaftliche Arbeiten wäre diese Form nicht ratsam. Beispielhaft würde das Wort „Transkription“ als [tʁanskʁɪpˈt͡sjoːn] geschrieben.

Lebenslauf-Analysemethode

Die Lebenslaufanalysemethode (oft als narratives oder biographisches Interview durchgeführt) ist ein qualitatives Forschungsformat, bei dem die forschende Person den Befragten auffordert, frei und zusammenhängend die eigene Lebensgeschichte zu erzählen. Ziel ist es, subjektive Sinnmuster, individuelle Verlaufsmuster und gesellschaftliche Einflüsse auf den Lebensweg zu rekonstruieren, anstatt nur Daten abzufragen. Es basiert auf dem Tiefeninterview.

Leitfaden

In der Wissenschaft hat der Begriff „Leitfaden“ zwei Hauptbedeutungen: Er bezeichnet entweder ein Instrument zur Datenerhebung (halbstrukturiertes Interview) oder ein Handbuch für formale und methodische Standards beim Verfassen von wissenschaftlichen Arbeiten.

leitfadengestütztes Interview

siehe halbstrukturiertes Interview

Leitfadeninterview

siehe halbstrukturiertes Interview

Leitlinie (Journalartikel)

Practice Guideline / Leitlinie bündelt vorhandene Evidenz und übersetzt sie in Handlungsempfehlungen. Seine Wichtigkeit zeigt sich besonders in der Medizin, im Gesundheitswesen und in Politikfeldern

Leitzitat

siehe Hauptzitat

Letter (Kommentare)

siehe Kommentare (Journalartikel)

Letter (Kurzbericht)

siehe Kurzberichte

Letter to the Editor

siehe Kommentare (Journalartikel)

Likert-Skala

Eine Likert-Skala ist hingegen eine sehr spezifische Form dieser Skalenfragen, die speziell darauf ausgelegt ist, den Grad der Zustimmung oder Ablehnung zu einer bestimmten Aussage zu messen. Sie misst immer Einstellungen, Meinungen oder Überzeugungen und zeichnet sich durch ganz bestimmte Regeln aus; Aussagen statt Fragen, Zustimmungsgrade und der klassischen Stufung. Durch die Aussagen statt Fragen arbeitet sie mit vorformulierten Aussagen (sogenannten Items) anstelle von offenen Fragen, z. B. „Die Bedienung des Geräts ist intuitiv.“ Des Weiteren müssen die Befragten angeben, wie stark sie dieser Aussage zustimmen oder sie ablehnen. Eine echte Likert-Skala ist oft 5-stufig; Stimme gar nicht zu, Stimme eher nicht zu, Weder noch (neutral), Stimme eher zu, Stimme voll und ganz zu. Ungerade Skalen (z.B. 5- oder 7-Stufen) bieten eine neutrale Mitte, welche also Raum für echte Neutralität, leidet aber unter der Tendenz-zur-Mitte-Problematik. Das Hauptproblem der „goldenen Mitte“ (der neutralen Mittelkategorie wie „weder noch“ oder „teils/teils“) bei einer Likert-Skala ist die sogenannte Tendenz zur Mitte. Viele Befragte nutzen diese Option als bequemen Ausweg, wenn sie sich nicht entscheiden können oder wollen, was die Aussagekraft der Daten verfälscht. Gerade Skalen (z.B. 4- oder 6-Stufen), ohne neutrale Mitte, zwingt die Befragten, Position zu beziehen (Zustimmung oder Ablehnung). Frustriert jedoch, wenn jemand tatsächlich neutral ist.

Limitation

In der Wissenschaft bezeichnet eine Limitation (von lateinisch limes „Grenze“) die methodischen oder inhaltlichen Einschränkungen einer Forschungsarbeit. Sie benennt offen, welche Faktoren die Aussagekraft, Gültigkeit oder Verallgemeinerbarkeit (Generalisierbarkeit) der erzielten Ergebnisse beeinflussen

Linguistische Äquivalenz

Die linguistische Äquivalenz betrachtet, daß Metaphern und Redewendungen in wissenschaftlichen Fragen absolute Minenfelder sind. Grammatikstrukturen, Metaphern, Wortspiele oder Redewendungen lassen sich selten wörtlich übertragen (z. B. "Das ist das Gelbe vom Ei" auf Englisch).

literarische Transkription

Die literarische Transkription (Wort-für-Wort-Transkription) wird am häufigsten bei Interviews (z. B. in der Marktforschung oder für Abschlussarbeiten) genutzt. Das Ziel ist es, das Gesprochene gut lesbar zu machen, ohne den Sinn zu verfälschen. Dazu gehört, daß Dialekte in die Standardsprache (wie z.B. Hochdeutsch) übertragen. Umgangssprache wird meist sanft geglättet (z.B. aus „gemma“ wird „gehen wir“). Wenn zum Beispiel „Ja, also… ich find‘ das, äh, eigentlich voll gut, gell?“ gesagt wird, dann wird „Ja, ich finde das eigentlich voll gut.“ transkribiert

Literarturrecherche

siehe Literaturanalyse

Literaturanalyse

Eine Literaturanalyse (auch Literaturarbeit, Literature Review oder Sekundärforschung) ist eine eigenständige wissenschaftliche Methode, bei der man bereits publizierte Texte und Studien auswertet, anstatt selbst Daten zu erheben (z. B. durch Umfragen oder Experimente). Ziel ist es, den Forschungsstand zu erfassen, Theorien zu vergleichen und Lücken aufzudecken. Eine Literaturanalyse (auch Literaturrecherche) und eine Inhaltsanalyse sind zwei unterschiedliche wissenschaftliche Methoden, um Informationen zu beschaffen und auszuwerten. Die Literaturanalyse dient der Erfassung des aktuellen Forschungsstandes. Man sucht, sichtet und strukturiert vorhandene Publikationen (wie Bücher und Fachartikel), um eine theoretische Basis für die eigene Arbeit zu schaffen oder den Wissensstand zu einem Thema zusammenzufassen. Die Inhaltsanalyse ist hingegen eine systematische empirische Methode. Sie dient dazu, das Material selbst (z.B. Transkripte von Interviews, Zeitungsartikel oder Social-Media-Posts) nach vorab definierten Regeln und Kategorien auszuwerten, um Muster, Häufigkeiten oder Bedeutungen zu messen und zu analysieren. Kurz gesagt: Bei der Literaturanalyse liest und bewertet man, was andere bereits geschrieben haben. Bei der Inhaltsanalyse wertet man ausgewähltes Material systematisch aus, um neue empirische Erkenntnisse zu gewinnen.

Literature Review

siehe Literaturanalyse

Literature Review (Übersichtsartikel)

siehe Übersichtsartikel

Literaturverzeichnis

Literaturverzeichnisse listen die gesamte verwendete wissenschaftliche Fachliteratur auf (z.B. Bücher, Fachzeitschriften oder Studien). Es ist das systematische Verzeichnis am Ende einer wissenschaftlichen Arbeit, das alle verwendeten Quellen (Bücher, Artikel, Internetseiten, Interviews) vollständig auflistet. Es dient dazu, Plagiate zu vermeiden und Lesern die Nachprüfung der verwendeten Informationen zu ermöglichen.

Logik

In der Wissenschaft ist Logik die formale Lehre des korrekten, vernünftigen und widerspruchsfreien Schlussfolgerns. Sie stellt das methodische Grundgerüst dar, um aus gegebenen Annahmen (Prämissen) zwingend gültige neue Erkenntnisse abzuleiten, unabhängig vom konkreten Inhalt

Logische Argumentation

Logische Argumentation bedeutet, wissenschaftliche Thesen durch nachvollziehbare, lückenlose und methodisch fundierte Gedankengänge zu stützen. Sie erfordert die stringente Verknüpfung von Prämissen (Voraussetzungen) mit einer Konklusion (Schlussfolgerung), die frei von Widersprüchen ist und auf haltbaren Beweisen basiert. Ein Argument besteht aus Prämissen und Konklusionen

Logische Sätze

Logische Sätze haben keinen empirischen Gehalt, die sie aufgrund ihrer formalen Struktur grundsätzlich war oder grundsätzlich falsch sind. Dabei werden weiter in Tautologische Aussagen und Kontradiktorische Aussagen unterschieden.

logistische Regression

Die logistische Regression ist ein statistisches Verfahren, um die Eintrittswahrscheinlichkeit eines binären Ereignisses (z. B. Ja/Nein, wahr/falsch, Tritt ein/tritt nicht ein) vorherzusagen. Anstatt wie bei der linearen Regression exakte Werte zu berechnen, ordnet das s-förmige Modell jedem Datenpunkt einen Wert zwischen 0 und 1 zu, was einer Wahrscheinlichkeit von 0 % bis 100 % entspricht

longitudinal

über längere Zeitperioden durchgeführt

Lorem Ipsum

Der absolute Klassiker in Design- und Textvorlagen. Es handelt sich um ein sinnloses, pseudo-lateinisches Kauderwelsch, dessen Buchstabenverteilung der natürlichen Sprache ähnelt.

Lost-in-Translation-Phänomen

Das Lost-in-Translation-Phänomen beschreibt den Kommunikationsverlust, der entsteht, wenn Informationen, Bedeutungen oder emotionale Nuancen von einer Sprache, Kultur oder Fachdisziplin in eine andere übersetzt werden. Es geht dabei über die bloße wörtliche Übersetzung hinaus und umfasst das Misslingen eines ganzheitlichen Bedeutungstransfers. Hierzu gehören Kulturelle Missverständnisse, die Wissenstransferproblematik und die Emotionale Entfremdung.

Makroanalyse

siehe vertikale Verhaltensanalyse

Manipulation (methodische)

In der experimentellen Forschung bedeutet Manipulation das bewusste und kontrollierte Verändern einer bestimmten Einflussgröße (der sogenannten unabhängigen Variablen), um deren Wirkung auf das Untersuchungsobjekt zu testen.

Manipulation (wissenschaftliche)

Umgangssprachlich und ethisch negativ besetzt ist es die vorsätzliche Manipulation von Daten, Studien oder Modellen. Hierunter fällt wissenschaftliches Fehlverhalten in Form von Datenfälschung, Rosinenpicken und der unzulässigen Beeinflussung. Datenfälschung (Falsifikation): Das Erfinden oder bewusste Verändern von Messwerten. Rosinenpicken (Cherry-Picking): Das gezielte Auslassen von Daten, die nicht zur eigenen Hypothese passen, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Unzulässige Beeinflussung: Auftraggeber von Studien nehmen Einfluss auf das Studiendesign oder die Interpretation, um wirtschaftliche oder politische Interessen durchzusetzen

MANOVA

MANOVA ist die Abkürzung für eine Multivariate Varianzanalyse. Sie ist ein statistisches Verfahren, um Mittelwertunterschiede zwischen verschiedenen Gruppen zu überprüfen, wenn mehrere abhängige Variablen gleichzeitig betrachtet werden. Sie ist die multivariate Erweiterung der klassischen ANOVA.

Mayring

siehe qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring

Median

Der Median entspricht dem exakten Mittelwert, der die Daten in zwei gleich großen Hälften teilt.

Mehrfachnennung

siehe Multiple-Choice-Fragen

Meinungsinterview

Ein Meinungsinterview (oder auch Einstellungserhebung) ist eine qualitative oder quantitative Erhebungsmethode der empirischen Sozialforschung. Das Ziel ist es, nicht nur Fakten zu ermitteln, sondern die subjektiven Einstellungen, Wertungen, Motive und Perspektiven der befragten Personen zu einem spezifischen Thema oder Ereignis zu erfassen. Es basiert auf dem Narrativem Interview

Memos

In der Wissenschaft hat der Begriff Memo (Kurzform für Memorandum) je nach Fachbereich unterschiedliche Bedeutungen. Am häufigsten bezeichnet es ein Forschungsmemo in der empirischen Sozialforschung oder ein Grundsatzpapier

META-Analyse

Eine Meta-Analyse ist ein statistisches Verfahren, das die quantitativen Ergebnisse mehrerer eigenständiger Studien zu einer gemeinsamen Forschungsfrage zusammenfasst. Anstatt eine neue Studie durchzuführen, wird aus den Daten aller bereits existierenden Studien ein Gesamteffekt („Meta-Ergebnis“) berechnet. Dies erhöhten die Aussagekraft und Zuverlässigkeit der Ergebnisse enorm. Typische Anwendungsbereiche sind die Medizin, Psychologie, Pädagogik und Wirtschaftswissenschaften. Eine Literaturanalyse (Literaturrecherche/Review) wertet den Forschungsstand qualitativ oder narrativ aus, um Themen zu strukturieren und Forschungsfragen zu beantworten. Eine Meta-Analyse ist hingegen eine rein statistische Methode innerhalb einer systematischen Übersichtsarbeit, die quantitative Daten mehrerer Studien zusammenfasst, um einen Gesamteffekt zu berechnen.

MetaGer

MetaGer ist eine datenschutzfreundliche Metasuchmaschine, die von dem gemeinnützigen Verein SUMA-EV in Kooperation mit der Leibniz Universität Hannover betrieben wird. Der Dienst legt seinen Fokus auf Privatsphäre, Transparenz und Nachhaltigkeit.

Metasuchmaschinen

Eine Metasuchmaschine ist eine Suchmaschine, die keine eigenen Webinhalte indexiert oder speichert. Stattdessen leitet sie Ihre Suchanfrage gleichzeitig an mehrere externe Suchmaschinen weiter, sammelt die Ergebnisse, fasst sie zusammen und präsentiert sie in einer gebündelten Trefferliste

Methode

Eine Methode (von altgriechisch méthodos = „der Weg zu etwas hin“) ist ein planmäßiges, strukturiertes Vorgehen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen oder eine Erkenntnis zu gewinnen. Sie beantwortet im Kern die Frage nach dem „Wie“.

Methode (Datenauswertung)

siehe Datenauswertungsmethode

Methode (Datenerhebung)

siehe Datenerhebungsmethode

Methodenartikel

Ein Methodenartikel (Methodology / Methods Paper) ist ein Fachartikel, der eine neue oder maßgeblich verbesserte Methode vorstellt – oder zeigt, wie eine vorhandene Methode innovativ angewendet oder angepasst werden kann. Viele Verlage definieren Method Articles als mittel-lange, peer-reviewte Beiträge (oft etwa 2 500–4 000 Wörter), die eine Weiterentwicklung bestehender Vorgehensweisen oder einen neuen methodischen Ansatz dokumentieren und nachweislich einen Fortschritt gegenüber dem Status quo bieten.

Methodik

Eine Methodik ist der systematische Rahmen und die Gesamtheit der theoretischen Ansätze, Regeln und Verfahren, die in einer wissenschaftlichen Arbeit angewendet werden. Sie legt fest, wie Erkenntnisse gewonnen werden, um die Forschungsfragen fundiert und nachvollziehbar zu beantworten. In wissenschaftlichen Arbeiten spielt sie eine zentrale Rolle. Die Methodik zusammen mit der Auswertung inklusive Ergebnisse und Diskussion, um fasst in der Regel 40 bis 60% der Arbeit. Eine genaue Einteilung der jeweiligen Bereiche ist im Allgemeinen nicht möglich da es sehr von der ausgewählten Methodik abhängt.

methodische Manipulation

siehe Manipulation (methodische)

Methodology Article

siehe Methodenartikel

Methodology Paper

siehe Methodenartikel

Methods Paper

siehe Methodenartikel

Mini-Review

siehe Primer

Minimale Stichprobe (Pretest)

Ein Pretest ist ein Probelauf der Datenerhebung. Die minimale Stichprobe bezeichnet dabei eine kleine, nicht repräsentative Testgruppe (meist 5 bis 20 Personen), um Fragebögen, Experimente oder Versuchsabläufe vor der eigentlichen Hauptstudie auf Verständlichkeit, Fehler und Zeitaufwand zu prüfen und zu optimieren.

Missing Data

In der Wissenschaft bezeichnet „missing data“ (fehlende Werte) Datenpunkte oder Variablen, die in einem empirischen Datensatz unerwarteterweise nicht vorliegen. Sie entstehen durch Messfehler, technische Ausfälle, das Auslassen von Fragen oder Verweigerung der Teilnahme, was die statistische Aussagekraft mindern und zu Verzerrungen (Bias) führen kann.

Mittelwertvergleiche

Mittelwertvergleiche (z.B. ein t-Test) prüfen, ob sich die Mittelwerte zweier Gruppen in einer bestimmten Variable signifikant voneinander unterscheiden (z. B. Test-Score zwischen Gruppe A (Training) und Gruppe B (Kontrollgruppe)).

Mixed Methods

Unter Mixed Methods versteht man die Kombination aus qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden in einer einzigen Untersuchung. Ziel ist es, die Stärken beider Ansätze zu nutzen und komplexe Fragestellungen besser zu beantworten, als es mit einer Methode allein möglich wäre. Das Mixed Methods kann in verschiedenen Forschungsdesigns auftreten; das Triangulationsdesign, das Sequenzielle Design und das Eingebettete Design.

MLA-Zitierweise

Die MLA-Zitierweise (Modern Language Association) ist ein amerikanischer Stil, der primär auf Belegen direkt im Text (In-Text Citations) statt Fußnoten basiert. Sie wird vorzugsweise in den Sprach- und Literaturwissenschaften verwendet. Er nutzt ein Autor-Seite-System (Nachname Seite), um Quellen im Literaturverzeichnis („Works Cited“) zuzuordnen. Das Hauptmerkmal ist die Schlankheit, oft ohne Komma zwischen Namen und Seite. Wird der Autor im Satz genannt, folgt nur die Seite (z.B. Müller zufolge ...(23)). Auch hier nennt man, bei zwei Autoren beide(z.B. Müller und Schmidt 45), ab drei Autoren wird der Name des ersten Autors mit dem Zusatz „et al.“ verwendet (z.B. Müller et al. 112). Gibt es keinen Autor, so kann man den Kurztitel des Werkes verwenden („Titel der Quelle“ 48). Ist keine Seitenzahl vorhanden, wird oft das Kapitel (z.B. Müller Kap. 3) oder der Absatz (z.B. Müller Abs. 4) genutzt. Direkte Zitate werden in Anführungszeichen gesetzt, gefolgt vom Verweis vor dem Schlusspunkt. Indirekten Zitaten wird „vgl.“ Vorangestellt, wenn der Fokus stark auf der Paraphrasierung liegt. Bei Online-Quellen wird primär der Autor genannt und die URL folgt im Literaturverzeichnis.

Moderator

Soll die Gruppendiskussion strukturiert oder eher unstrukturiert verlaufen. Je strukturierte der Verlauf stattfinden soll, desto wichtiger ist die Rolle des Moderators. Er wird dann zum Diskussionsleiter und muss das Gespräch in Gang bringen und halten. Er soll eben auch möglichst viele Teilnehmer zur Meinungsäußerung ermutigen. Schließlich sollte dieser dann auch die Arbeitsergebnisse visualisieren. Wenn ein Moderator eingesetzt wird, sind einige Strategien zu berücksichtigen. Moderatoren sollen fragen statt Sagen. Sie sollten paraphrasieren oder verschärft und überspitzt nachformulieren. Um den roten Faden aufrecht zu erhalten, ist eine Zusammenfassung der bisherigen Diskussion hilfreich. Eine der größten Fehler von Moderatoren ist das Bewerten und Beurteilen. Davon sollte dringend Abstand genommen werden. Man sollte sich immer in Gedanken halten, daß die Gruppe nicht der Feind ist, und es nicht notwendig ist gegen die Gruppe anzukämpfen. Der Moderator muss ebenfalls darauf achte, daß es eine freie Diskussion bleibt.

Modulwert

siehe Modus

Modus

Der Modus, auch Modalwert genannt, ist der Wert, der am häufigsten vorkommt.

Monografie

Eine Monografie ist eine wissenschaftliche Einzelschrift, die ein eng umrissenes Thema, ein spezifisches Problem oder eine Fragestellung umfassend, detailliert und systematisch behandelt. Im Gegensatz zu einem Sammelband, der Beiträge verschiedener Autoren zusammenfasst, stammt eine Monografie meist von einem einzelnen Autor oder einem festen Autorenteam, die eine zusammenhängende Argumentation entwickelt. Sie erscheint als eigenständiges Buch (oder E-Book).

Monographie

Monospace-Schrift

Eine Monospace-Schrift (auch Festbreitenschrift, Nichtproportionalschrift oder Monospaced Font genannt) ist eine Schriftart, bei der alle Zeichen exakt denselben horizontalen Platz einnehmen, wie z.B. bei Courier. Unabhängig davon, ob es sich um ein breites "m" oder ein schmales "i" handelt, ist die Zeichenbreite immer identisch.

Mulitvariate Analyse

Multivariate Analysen sind statistische Verfahren zur gleichzeitigen Untersuchung von drei oder mehr Variablen. Sie dienen dazu, komplexe Zusammenhänge, Abhängigkeiten und Interaktionen zwischen verschiedenen Faktoren zu erkennen, die mit einfacheren Methoden verborgen bleiben würden. Je nachdem, ob man Strukturen vereinfachen oder Ursachen und Wirkungen erklären möchte, nutzt man unterschiedliche Methoden; Strukturprüfende oder strukturentdeckende Verfahren. Multivariate Analysen werden beispielsweise bei der Erstellung von Kunden-Segmenten (Clusteranalyse) oder der Optimierung von Webseiten und Produkten genutzt. In der Medizin und Biowissenschaften gibt es Analysen, welche Kombinationen von Risikofaktoren (Alter, Blutdruck, Vorerkrankungen) zu bestimmten Krankheitsverläufen führen. Bei Forschung in den Finanzen und der Wirtschaft gibt es Risikoanalysen und Aktienmarkt-Prognosen basierend auf diversen Kennzahlen.

Multinational

Multinational bezieht sich auf mehrere eigenständigen Länder oder wird für große Konzerne verwendet, die weltweit präsent sind.

multiple Regression

Eine multiple Regression ist ein statistisches Verfahren, um den Einfluss von zwei oder mehr unabhängigen Variablen (Einflussfaktoren/Prädiktoren) auf eine abhängige Variable (Zielgröße) zu untersuchen und vorherzusagen.

Multiple-Choice-Fragen

Multiple-Choice-Fragen (Mehrfachnennung) geben mehrere Antwortoptionen vor, aus denen eine, mehrere oder sogar alle zutreffend sein können. Oft ist nicht vorgegeben, wie viele Antworten richtig sind, weshalb der Befragte jede Option einzeln prüfen muss. Sie ermöglichen eine objektive, schnelle und oft automatisierte Auswertung. Die Beantwortung erfordert weniger Zeit als das Formulieren eigener Antworten. Es besteht die Gefahr, dass die richtige Antwort durch bloßes Raten erraten wird. Zudem ist der Antwortspielraum starr; tiefergehendes, eigenes Verständnis oder unvorhergesehene Meinungen können nicht abgebildet werden.

Multivariate Varianzanalyse

siehe MANOVA

mündliche Befragungen

Mündliche Befragungen (z.B. telefonisch oder persönlich) sind es dann, wenn ein Interviewer die Fragen exakt nach vorgegebenem Skript vorliest. Anders als bei der schriftlichen oder der onlinebasierten, können geringfügige Verständnisfragen gestellt werden. Antwortet der Interviewer auf diese Frage muss darauf geachtet werden, dass diese nicht beeinflussend auf die Antwort des Befragten wirkt. Zur Durchführung der Mündlichen Befragung können Computer Assisted Telephone Interviewing (CATI) oder Computer Assisted Personal Interviewing (CAPI) genutzt werden.

Nachspann

Im Nachspann steht ein Fazit, das Literaturverzeichnis, der Anhang und die eidesstattliche Erklärung. Ein Fazit beantwortet abschließend die Forschungsfrage und gibt einen Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf. Das Literaturverzeichnis listet alle verwendeten Quellen z.B. alphabetisch auf. Im Anhang stehen alle umfangreichen Daten, Grafiken, Frageböge oder Interviewtranskripte, die den Lesefluss im Hauptteil stören würden. Mit der eidesstattlichen Erklärung versichert der Autor, daß die Arbeit selbstständig verfasst wurde. Dies kann in Abhängigkeit der institutionellen Regeln auch in Vorspann liegen.

Naive Beobachtung

Eine naive Beobachtung (oft mit der Alltagsbeobachtung gleichgesetzt) ist eine unsystematische, spontane Wahrnehmung, die stark von persönlichen Erwartungen, unbewussten Filtern oder Vorurteilen geprägt ist. Sie entspricht dem alltäglichen, unkritischen Betrachten der Welt und genügt nicht den strengen Kriterien wissenschaftlicher Methoden. Sie dient der Orientierung der Akteure in der Welt. Sie verläuft nicht wissenschaftlich, sondern meist routinemäßig und unreflektiert. Somit ist sie oft der Grund für ungerechtfertigte Vorurteile.

Narrationsanalyse

siehe Narrative Analyse

narrativ

In der Wissenschaft bezeichnet ein Narrativ eine sinnstiftende, prägende Erzählung oder ein Deutungsmuster, das komplexe Sachverhalte reduziert. Es dient als kollektiver Interpretationsrahmen, der gesellschaftliche Werte, Emotionen und Fakten in eine geordnete, verständliche Abfolge bringt, um Wirklichkeit zu erklären oder politisch und sozial zu legitimieren

Narrative Analyse

Die Narrative Analyse (oder Narrationsanalyse) ist eine qualitative Auswertungsmethode, die auf der Annahme basiert, dass Menschen ihre Erfahrungen und ihre Identität in Form von Geschichten (Narrativen) strukturieren. Statt Daten in kleine Kategorien zu zerlegen, untersucht sie Geschichten ganzheitlich auf ihren Aufbau, ihre innere Logik und ihre gesellschaftliche Bedeutung. Die Auswertung erfolgt in der Regel prozesstransformierend. Das bedeutet, dass Sie schrittweise vom reinen Text über die Struktur zur tiefenpsychologischen oder gesellschaftlichen Bedeutung vordringen.

narrative Literaturübersicht

siehe narrative Übersichtsarbeit

Narrative Review

siehe narrative Übersichtsarbeit

narrative Übersichtsarbeit

Eine narrative Übersichtsarbeit (auch narrative Literaturübersicht oder Narrative Review) ist eine Form der wissenschaftlichen Publikation, die den aktuellen Forschungsstand zu einem bestimmten Thema zusammenfasst. Im Gegensatz zu anderen Formaten beruht sie primär auf dem Fachwissen und der Argumentation der Autoren, die die Literatur beschreibend aufbereiten

Nationalbibliothek

Nationalbibliotheken sind das Nationale Gedächtnis eines Staates. Sie sammeln lückenlos alle Publikationen, die in einem Staat erscheinen, und bewahren sie dauerhaft auf. Ihr Zugang ist meist besonders reguliert. In Deutschland ist dies die Deutsche Nationalbibliothek, in Österreich die Österreichische Nationalbibliothek.

Naturalistische Beobachtung

Die naturalistische Beobachtung (Feldbeobachtung) ist eine Forschungsmethode, bei der Wissenschaftler das Verhalten von Menschen oder Tieren in ihrer gewohnten Umgebung erforschen, ohne Variablen zu manipulieren oder einzugreifen. Das Ziel ist es, echtes, unverfälschtes Verhalten zu erfassen

natürliche Auswahl (Gelegenheitsstichprobe, Zufällige Auswahl der Bequemlichkeit)

Eine natürliche Auswahl wird auch Gelegenheitsstichprobe oder „Zufällige Auswahl der Bequemlichkeit“ genannt. Dies ist der korrekte wissenschaftliche Begriff für das, was umgangssprachlich oftmals als "zufällig" oder "spontan" bezeichnet wird. Die Personen werden ausgewählt, weil sie gerade am leichtesten verfügbar sind. Wenn ein Student vor der Universitätsbibliothek die ersten 50 Kommilitonen, die an ihm vorbeigehen, zu ihrer Meinung befragt, dann wäre dies ein Beispiel

Natürliches Experiment

Ein natürliches Experiment ist eine empirische Beobachtungsstudie. Die Zuordnung von Personen zu Versuchs- und Kontrollgruppen erfolgt dabei nicht durch den Forscher oder durch Zufall, sondern durch äußere, natürliche oder politische Ereignisse, die einem Zufallsexperiment ähneln. Das Ziel ist also die Untersuchung von Phänomenen, die aus ethischen oder praktischen Gründen nicht im Labor oder Feld manipuliert werden können. Der Hauptunterschied zwischen einem Feld- und einem natürlichen Experiment liegt im Grad der Kontrolle, den der Forscher über die Situation und die Variablen hat. Beim Feldexperiment greift der Forscher aktiv in das Geschehen ein, indem er eine oder mehrere unabhängigen Variablen manipulieren, um deren Wirkung zu beobachten. Bei einem natürlichen Experiment hingegen kann der Forschende die Situation nicht aktiv manipulieren oder kontrollieren. Er nutzt ein Ereignis aus, das von selbst eingetreten ist, und beobachtet die Auswirkungen. Die Gruppen (Versuchs- und Kontrollgruppe) entstehen durch die natürlichen Umstände. Die Vor- und Nachteile eines natürlichen Experiments ähneln denen des Feldexperiments mit höherer Ausprägung

Naturwissenschaften

Naturwissenschaften erforschen die belebte und unbelebte Natur. Sie arbeiten stark empirisch, also durch Beobachtung, Messung und Experimente. Hierzu gehören z.B. Physik, Chemie, Biologie oder Astronomie

nicht-singulär (statistisch hypothetisch) empirische Sätze

Empirische Sätze sind nicht-singulär, wenn Sie zu allen Zeiten und allen Orten Gültigkeit beanspruchen. Alle Schwäne sind weiß.

Nicht-teilnehmende Beobachtung

Die nicht-teilnehmende Beobachtung ist eine empirische Forschungsmethode, bei der Forschende das Geschehen oder Personen von außen betrachten, ohne selbst in die Situation einzugreifen oder Teil der Gruppe zu werden. Sie dient der objektiven Datenerfassung, um menschliches Verhalten oder Phänomene in ihrem natürlichen Umfeld oder Labor zu untersuchen.

Nominalstil

Der Nominalstil ist eine Ausdrucksweise, bei der Handlungen, Prozesse oder Eigenschaften nicht durch Verben (Tuwörter), sondern durch Nomen (Hauptwörter) ausgedrückt werden (sogenannte Nominalisierung). In der Wissenschaft dient er vor allem der Informationsverdichtung, um Texte objektiv, präzise und formell wirken zu lassen.

Normativ-analytische Forschung

Die normativ-analytische Forschung wird oft in der Politikwissenschaft genutzt, um normative Beiträge (wie vertragstheoretische Ansätze) zu bearbeiten, die sich nicht empirisch prüfen lassen.

normative-ontologische Forschung

Die normativ-ontologische Forschung beschäftigt sich mit Fragen nach dem "Sollen" und "Gut". Sie untersucht Normen, Werte und Zwecke, anstatt nur beobachtbare Fakten zu beschreiben

Null-Befunde

In der Wissenschaft beschreibt ein Null-Befund (oder Nullergebnis) ein Experiment oder eine Studie, das den erwarteten Effekt nicht nachweisen kann. Es bedeutet nicht, dass die Messung fehlgeschlagen ist, sondern lediglich, dass die aufgestellte Arbeitshypothese verworfen werden muss, da kein statistisch signifikanter Zusammenhang besteht. Null-Befunde sind gültige wissenschaftliche Arbeiten und sollten ebenfalls veröffentlicht werden

Nullhypothese

Die Nullhypothese (abgekürzt H₀) ist eine fundamentale Annahme in der Statistik und Wissenschaft. Sie besagt, dass zwischen zwei Gruppen, Variablen oder Messungen kein Unterschied, kein Effekt oder kein Zusammenhang besteht. Alle beobachteten Abweichungen sind dem reinen Zufall geschuldet

numerische Ratingskalen

Numerische Ratingskalen geben einen Zahlenstrahl für die Bewertung vor.

Numerische Zitierweise

Die numerische Zitierweise (Nummernsystem) ist ein Verfahren, bei dem Quellen im Text durch Nummern in eckigen Klammern (z. B. [1]) oder hochgestellten Zahlen gekennzeichnet werden. Diese Nummern entsprechen einer nummerierten Liste im Literaturverzeichnis am Ende der Arbeit (Endnoten). Die Nummern werden in der Regel fortlaufend im Text vergeben, beginnen mit [1] für die erste Quelle. Wird eine Quelle erneut verwendet, wird wieder die ursprüngliche Nummer genutzt. Es wird im Text zitiert. Der einzige Unterschied zwischen direktem und indirektem Zitat ist die Nutzung der Anführungszeichen bei direkten Zitaten. Um das Zitat präzise belegbar zu mache, kann (muss aber nicht) die Seitenzahl in der Klammer ergänzt werden (z.B. [1, S.41]. Bezieht man sich auf mehrere Quellen gleichzeitig, können diese zusammengefasst werden (z.B. [1, 2, 5]. Vorteile sind der bessere Lesefluss und die Kompaktheit. Der Text wird nicht durch lange Autorennamen oder Jahreszahlen unterbrochen. Es ist zudem besonders bei vielen Quellenangaben platzsparend.

o.A.

In der Wissenschaft steht die Abkürzung o.A. in der Regel für „ohne Angabe“ (oder ohne Angabe des Autors, ohne Ortsangabe, ohne Jahresangabe bei Quellenangaben). In manchen Kontexten kann es auch als Abkürzung für Open Access (freier Zugang zu Literatur) verwendet werden.

o.D.

In der Wissenschaft bedeutet die Abkürzung „o.D.“ in der Regel „ohne Datum“ und wird beim Zitieren nach gängigen Richtlinien wie APA verwendet, wenn bei Quellen (z.B. Internetseiten) das genaue Veröffentlichungsjahr fehlt. Wird hingegen „OD“ (ohne Punkt) großgeschrieben, steht dies meist für „Optische Dichte“ (engl. Optical Density).

o.J.

Die Abkürzung o.J. bedeutet in der Wissenschaft ohne Jahr (bzw. ohne Jahresangabe). Der Begriff wird im Literaturverzeichnis oder in Fußnoten verwendet, wenn bei einer Quelle das formale Erscheinungsjahr fehlt und auch nach einer Recherche nicht ermittelt werden konnte.

Objektivität

Das Gütekriterium der Objektivität bedeutet in der Wissenschaft, dass die Ereignisse einer Untersuchung unabhängig von der Person sind, die sie durchführt, auswertet oder bewertet.

offene Befragung

Offene Befragungen erfordern in der Regel ein hohes Maß an Eigeninitiative seitens des Befragten, auf die der Interviewer reagiert. Das bedeutet, dass sich der Ablauf der Befragung je nach Befragten ändern kann, was jedoch nicht bedeutet, dass die Umfrage willkürlich ist.

Offene Beobachtung

Die offene Beobachtung ist eine wissenschaftliche Erhebungsmethode, bei der die beobachteten Personen darüber informiert sind, dass sie Teil einer Studie sind. Sie ist das Gegenteil der verdeckten Beobachtung, da die Absicht und Anwesenheit des Forschenden für alle Beteiligten transparent sind.

offene Fragen

Offene Fragen sind Fragen, die nicht mit einem einfachen „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden können. Sie laden den Befragten dazu ein, in eigenen Worten ausführlich zu antworten, und fördern so den Informationsaustausch sowie tiefere Gespräche. Es gibt also keine Antwortauswahl wie bei Multiple-Choice und beginnen meist mit Fragewörtern wie Wer, Wie, Was, Warum, Weshalb, Wozu oder Welche. Der Befragte antwortet in eigenen Worten. Dadurch liefern sie tiefe Einblicke, qualitative Details sowie unerwartete Antworten. Dies mach allerdings die Auswertung ebenfalls aufwendiger.

offene Methodik

siehe Open Methodology

Offene Wissenschaft

siehe Open Science

offenes Begutachtungsverfahren

siehe Open Peer-Review

Offenes Kodieren

Offenes Kodieren finden im ersten Schritt der Textzerlegung statt. Daten werden Zeile für Zeile gelesen und mit ersten, vorläufigen Kodes versehen

Öffentliche Bibliothek

Öffentliche Bibliotheken dienen der Grundversorgung der breiten Bevölkerung mit Informationen, Medien und Unterhaltung. Typische Orte sind Stadt-, Stadtteil- und Gemeindebüchereien. Gerade in entlegene Regionen versorgen sogenannte Fahrbibliotheken oder Bücherbusse oft die Bevölkerung.

öffentlicher Zugang (Publikationen)

siehe Open Access

ohne Serifen

siehe Sans Serif

onlinebasierte Befragung

Onlinebasierte Umfragen verstärken diese Vorteile und bieten sowohl für den Forscher als auch für den Befragten zusätzlichen Bedienkomfort. Alle Vorteile können andererseits auch Nachteile sein. Bei mehreren oder sensiblen Fragen sinkt die Bereitschaft zur Beantwortung oder sogar zur Teilnahme. Zudem ist es schwierig, die Stichprobe zu kontrollieren, da die Fragen in der Regel anonym beantwortet werden. Online-Umfragen können Fragen zur Validität der Ergebnisse aufwerfen. Ältere Menschen sind beispielsweise möglicherweise weniger an Internet-Fragebögen gewöhnt, was zu verzerrten Antworten führen kann. Ein damit verbundenes Validitätsproblem ist das Risiko einer verzerrten Stichprobe, da nicht jeder Zugang zum Internet hat.

Open Access

Open Access bedeutet den freien und kostenlosen Zugang zu wissenschaftlicher Literatur und Forschungsdaten im Internet. Es ermöglicht jedem Nutzer, wissenschaftliche Artikel oder Bücher ohne finanzielle, technische oder rechtliche Barrieren zu lesen, herunterzuladen, zu kopieren und weiterzuverwenden

Open Data

Open Data in der Wissenschaft bezieht sich auf die Praxis, Forschungsdaten – wie Messwerte, Umfrageergebnisse, Quellcode oder Skripte – öffentlich zugänglich zu machen. Diese Daten werden im Internet kostenfrei, maschinenlesbar und mit klaren Nutzungslizenzen zur Verfügung gestellt, damit Dritte sie überprüfen, analysieren und weiterverwenden können

Open Methodology

In der Wissenschaft bedeutet Open Methodology (offene Methodik) die vollständige Transparenz und Dokumentation des gesamten Forschungsprozesses. Es ist ein zentraler Baustein von Open Science und stellt sicher, dass Studien für andere Forschende nachvollziehbar, überprüfbar und wiederholbar (reproduzierbar) sind

Open Peer-Review

Unter einem Open Peer Review (offenes Begutachtungsverfahren) versteht man eine transparente Variante der klassischen Qualitätskontrolle in der Wissenschaft. Anders als beim traditionellen, oft anonymen Verfahren werden hier die Identitäten von Autoren und Gutachtern offengelegt oder der Prozess wird öffentlich einsehbar und kommentierbar gemacht

Open Science

Open Science (Offene Wissenschaft) ist ein umfassender Kulturwandel in der Forschung. Das Ziel ist es, den gesamten wissenschaftlichen Prozess – von der ersten Idee bis zur Veröffentlichung – für jeden frei zugänglich, transparent und nachvollziehbar zu machen. Die Maxime lautet: „So offen wie möglich, so eingeschränkt wie nötig“.

Operationalisierung

Unter Operationalisierung versteht man die "Messbarmachung" abstrakter, theoretischer Begriffe. Sie übersetzt theoretische Ideen in beobachtbare, messbare Variablen und Handlungen, damit sie in der Praxis oder empirischen Forschung untersucht werden können.

Opinion

siehe Kommentare (Journalartikel)

Oral History (Zeitzeugeninterview)

Oral History (englisch für „mündliche Geschichte“) ist eine geschichtswissenschaftliche Methode, bei der durch aufgezeichnete Interviews mit Zeitzeugen neue, mündliche Primärquellen produziert werden. Sie rückt den Alltag, individuelle Erfahrungen und subjektive Deutungen von Personen in den Fokus, die in schriftlichen Archiven oft unsichtbar bleiben. Es ist also ein Offenes Interview über besondere historische Ereignisse oder Phasen, ergänzend zur offiziellen Geschichtsschreibung, welches auf dem narrativen Interview basiert.

Ordnung

siehe Kategorisierung

Original Research

siehe Originalforschungsartikel

Originalforschungsartikel

Ein Originalforschungsartikel (Original Research Article, Full Paper) berichtet erstmals über Ergebnisse, die die Autor:innen selbst erhoben und ausgewertet haben. Er ist damit eine Primärquelle: Die Daten stammen aus eigenen Experimenten, Befragungen, Beobachtungen oder Auswertungen – nicht aus der Zusammenfassung fremder Studien.

Originalität

Originalität bedeutet „Ursprünglichkeit“, „Einzigartigkeit“ und „schöpferische Eigenständigkeit“. Es beschreibt die Fähigkeit, neue, unkonventionelle Ideen zu entwickeln oder Dinge mit einer unverkennbaren, eigenen Note zu versehen, statt sie bloß zu kopieren. Originalität bedeutet beim wissenschaftlichen Arbeiten nicht zwangsläufig, eine völlig neue Disziplin zu erfinden oder bahnbrechende Entdeckungen zu machen. Vielmehr geht es um einen eigenständigen Zugang, eine neue Perspektive oder die Synthese bereits vorhandener Erkenntnisse, die Ihren Beitrag als Autor sichtbar machen. Sie fördert nicht nur die akademische Integrität und den wissenschaftlichen Fortschritt, sondern stellt auch sicher, dass ein echter Mehrwert für die Wissenschaft oder die Gesellschaft entsteht. Originalität hebt die Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens nicht auf. Eigene Gedanken müssen stets logisch hergeleitet und belegt werden. Auch bei originellen Ideen müssen die Methodik und Argumentationskette für den Leser transparent und überprüfbar bleiben. Die verschiedenen Facetten von Originalität in der Wissenschaft lassen sich in Eigenständige Fragestellung und Analyse, dem methodischen Zugang und der theoretischen Verknüpfung unterteilen.

OSF

Open Science Framework

OSF Registries

OSF Registries sind offizielle, öffentliche Register auf der Plattform OSF (Open Science Framework), die primär der Präregistrierung von wissenschaftlichen Studien dienen. Sie stellen sicher, dass Forschungsprozesse transparent, nachvollziehbar und manipulationssicher dokumentiert werden

Othering

In der Wissenschaft – insbesondere in den Kultur-, Sozial- und Geisteswissenschaften sowie der Soziologie – bezeichnet Othering (von engl. other = anders) einen sozialen Konstruktionsprozess. Dabei wird eine Eigengruppe (das „Wir“) als gesellschaftliche Norm definiert, während eine andere Gruppe als „abweichend“, „fremd“ oder „andersartig“ markiert und hierarchisch abgewertet oder exotisiert wird.

Outlook Paper

siehe Perspective Paper

Over-Interpretation

Unter Over-Interpretation (auch Überinterpretation oder Überinterpretieren) versteht man das Hineingeheimnissen von zu viel Bedeutung, Tiefe oder Absicht in etwas, das eigentlich simpel oder oberflächlich gemeint war. Es bedeutet, den eigentlichen Kontext zu verlassen und über das Ziel hinauszuschießen. Daten, Umfragen oder Testergebnisse werden überdramatisiert, indem man verallgemeinernde Schlüsse zieht, die die Zahlenbasis gar nicht hergibt (z. B. eine Korrelation fälschlicherweise als direkten Beweis für eine Ursache zu sehen).

p-Hacking

Das sogenannte p-Hacking ist der Versuchung, Daten so lange zu filtern, bis ein p-Wert von kleiner als 0,05 erreicht ist. Davon ist in wissenschaftlichen Arbeiten dringend abzusehen.

Paradoxon der Ethnographie

Das Paradoxon der Ethnographie (oft als Beobachterparadoxon bezeichnet) beschreibt das methodische Dilemma, dass Forschende das natürliche Verhalten einer Gruppe oder Person allein durch ihre Anwesenheit und den Beobachtungsprozess verändern. Das Ziel ist es, den Alltag authentisch zu dokumentieren – doch die Anwesenheit der Forschenden macht den Alltag unweigerlich künstlich.

Paralleltest-Methode

Die Paralleltest-Methode (oder Paralleltest-Reliabilität) ist ein statistisches Verfahren, um die Messgenauigkeit und Zuverlässigkeit (Reliabilität) eines wissenschaftlichen Messinstruments zu überprüfen. Dabei bearbeiten dieselben Testpersonen kurz hintereinander zwei inhaltlich gleichwertige, aber nicht identische Versionen desselben Tests.

Paralleltest-Reliabilität

siehe Paralleltest-Methode

Parameterschätzung

Durch die Parameterschätzung werden unbekannte Kennwerte der Grundgesamtheit (wie der wahre Mittelwert) anhand der Stichprobe geschätzt. Dies geschieht meist in Form von Konfidenzintervallen

Paraphrase

siehe indirektes Zitat

paraphrasieren

indirekt zitieren (sieh indirektes Zitat)

Partizipation

siehe Kollaborative Partnerschaften

partizipative Forschung

siehe Kollaborative Partnerschaften

Passim

Der lateinische Begriff „passim“ (bedeutet so viel wie „hier und da“, „verstreut“ oder „überall“) wird in wissenschaftlichen Arbeiten verwendet, wenn sich ein bestimmtes Konzept, ein Argument oder ein Beleg nicht auf eine einzelne Textstelle beschränkt, sondern im gesamten zitierten Werk an vielen verschiedenen Stellen vorkommt. Da passim keine exakte Fundstelle liefert, wird es vor allem bei indirekten Zitaten (Paraphrasen) oder als ergänzender Hinweis genutzt. Die genaue Formatierung hängt von dem gewählten Zitierstil ab. Passim sollte sehr sparsam verwendet werden und niemals als Ausrede für ungenaues Arbeiten oder als Alibi-Zitierweise dienen. Wenn man sich auf konkrete Argumente bezieht, sind genaue Seitenzahlen immer Pflicht. Es wird wie die meisten lateinischen Begriffe in der Wissenschaft kursiv geschrieben.

Passivkonstruktionen

Passivkonstruktionen sind wichtig. Eine Nutzung der ersten Person Singular oder Plural ist (zumindest in Deutschland) verpönt. Dennoch wirkt zu viel Passiv distanziert und unpersönlich. Damit wird das Lesen erschwert.

Patent

Ein Patent ist ein gewerbliches Schutzrecht für eine technische Erfindung (ein Erzeugnis oder ein Verfahren). Es gewährt dem Inhaber das Recht, anderen die Nutzung der Erfindung für eine begrenzte Zeit zu untersagen. Im Gegenzug wird die Erfindung in der Patentschrift detailliert und öffentlich zugänglich gemacht.

Patientenbibliothek

Patientenbibliotheken sind kleine Versionen zur direkten Versorgung in Krankenhäusern.

Pearson-Korrelationskoeffizient

Der Pearson-Korrelationskoeffizient misst den linearen Zusammenhang anhand der tatsächlichen Messwerte.

Peer-Review

Ein Peer Review (auf Deutsch: „Begutachtung durch Gleichrangige“) ist das wichtigste Verfahren zur Qualitätssicherung in der Wissenschaft. Bevor eine Forschungsarbeit in einem Fachjournal veröffentlicht wird, prüfen unabhängige Experten (die „Peers“ = Ebenbürtige) aus demselben Fachgebiet die Arbeit auf wissenschaftliche Korrektheit, Methodik und Relevanz

personenbezogene Daten

Personenbezogen sind Daten dann, wenn sie sich auf eine identifizierte oder identifizierbare Person beziehen; das gilt in der Forschung oft auch dann, wenn Namen fehlen, aber eine Zuordnung noch möglich ist. Dies steht in der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Personinterview

Ein Personeninterview (oft synonym mit Leitfaden- oder Experteninterviews in der qualitativen Forschung) ist eine primär-empirische Erhebungsmethode. Ziel ist es, das individuelle Wissen, subjektive Erfahrungen, Einstellungen oder Handlungsweisen einer spezifischen Person zu rekonstruieren und wissenschaftlich auszuwerten. Es dient also dazu, ein Porträt der befragten Person zu zeichnen und basiert auf den biografischen Interview.

Persönliche Mitteilung (Quelle)

Persönliche Mitteilungen sind nicht öffentlich zugängliche, unveröffentlichte Informationen. Dazu zählen private E-Mails, Briefe, Chatnachrichten, Textnachrichten und informelle Gespräche. Sie dürfen in wissenschaftlichen Arbeiten nur zitiert werden, wenn keine andere, öffentlich zugängliche Quelle verfügbar ist.

Perspective Paper

Perspective / Position / Outlook Paper formuliert einen Standpunkt, zukünftige Herausforderungen oder eine Richtung für das Fach. Es ist vor allem in technologie- und theorieorientierten Disziplinen verbreitet

Perspektivenwechsel

Ein Perspektivenwechsel ist der methodische oder gedankliche Wechsel des Blickwinkels. Für die wissenschaftliche Originalität ist er essenziell, da er hilft, eingefahrene Denkmuster aufzubrechen, neue Forschungsfragen zu formulieren und innovative Lösungen für bestehende Probleme zu entwickeln

PESTLE-Analyse

Die PESTLE-Analyse (auch PESTEL-Analyse genannt) ist ein strategisches Management- und Marktforschungsinstrument. Sie dient dazu, die externe Makroumgebung typischerweise eines Unternehmens oder Institution, aber auch eines anderen Forschungsobjektes, zu untersuchen. Eine PESTLE-Analyse kann sowohl quantitative als auch qualitative Daten enthalten, die meist mit einer Inhaltsanalyse oder einer Metaanalyse erstellt werden. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass bestehende Bereiche gelöscht oder neue hinzugefügt werden können. Sie lässt sich somit an das jeweilige Forschungsthema anpassen. Das Akronym steht für sechs Einflussbereiche, die von außen auf ein Unternehmen einwirken und weder direkt kontrolliert noch beeinflusst werden können: Political, Economic, Social, Technological, Legal und Environment. Political steht für die Analyse der politischen Umwelt. Dazu gehören beispielhaft die Regierungsstabilität, Steuerpolitik, Handelspolitik, Gesetzesvorhaben oder Subventionen. Economic steht für die Analyse der wirtschaftlichen Umwelt. Analysethemen können Inflation, Wechselkurse, Wirtschaftswachstum, Arbeitslosenquote oder Einkommensverteilung sein. Social steht für die Analyse der sozialen bzw. soziokulturellen Umwelt. Hier steht also die Gesellschaft an sich im Vordergrund, weswegen beispielhaft der Demografischer Wandel, die Bildung, die kulturellen Trends, der Lebensstil oder das Konsumverhalten analysiert wird. Technological steht für die Analyse der technologischen Umwelt. Innovationen, Forschungs- und Entwicklungsausgaben, Automatisierungsgrad oder technologischer Wandel sind beispielhafte Inhalte. Legal steht für die Analyse der rechtlichen Umwelt. Anders als bei political wird hier nicht ein Gesetzesvorhaben, sondern tatsächlich geltende Rechte analysiert. Hierzu gehören das Arbeitsrecht, der Verbraucherschutz, das Wettbewerbsrecht, der Datenschutz oder die Produktsicherheitsgesetze. Environmental steht für die Analyse der ökologischen Umwelt. Klimawandel, Nachhaltigkeit, CO2-Ziele, Entsorgungsauflagen oder Ressourcenknappheit können hierbei Analysethemen sein.

Phänomen der Emotionalen Entfremdung

Das Phänomen der Emotionalen Entfremdung beschreibt das Gefühl der Isolation und Fremdheit, das Menschen empfinden, wenn sie sich in einem fremden Umfeld oder einer fremden Sprache bewegen und sich nicht authentisch ausdrücken können.

phonetische Transkription

siehe lautliche Transkription

PICO-Modell

Das PICO-Modell (bzw. das PICO-Schema) ist eine strukturierte Methode, die vor allem in der evidenzbasierten Medizin und den Gesundheitswissenschaften genutzt wird, um präzise und beantwortbare Forschungsfragen zu formulieren. Zudem dient es als hervorragendes Hilfsmittel, um gezielte Suchbegriffe für wissenschaftliche Datenbanken abzuleiten. Das Wort PICO ist ein Akronym für die vier zentralen Elemente, aus denen sich eine Fragestellung zusammensetzt: Patient / Population / Problem, Intervention, Comparison / Control und Outcome. Das P steht für die Frage, wer oder was die Zielgruppe bzw. das Problem ist. Es kann das Alter, Geschlecht, die Diagnose und die Art der Erkrankung eingrenzen. Das I steht für die Frage welche Maßnahme, Therapie oder Behandlung wird durchgeführt (z. B. ein bestimmtes Medikament, eine Operation oder eine neue Pflegemethode). Das C hingegen fragt, womit die Intervention verglichen wird (z. B. ein Placebo, Standardtherapie, keine Behandlung oder eine andere Berufsgruppe). Schließlich fragt das O nach dem Ziel oder Ergebnis, welches erreicht werden soll (z. B. Linderung von Schmerzen, Senkung der Sterblichkeit, Verbesserung der Lebensqualität). Je nach Fachbereich gibt es Erweiterungen des Modells, wie etwa das PICOT-Schema (wobei das T für Time/Zeitraum steht) oder PICOS (wobei das S für Study Design/Studiendesign steht).

PICO-Schema

siehe PICO-Modell

Pilotstudie

Eine Pilotstudie ist ein kleiner, vorläufiger Probelauf vor einer groß angelegten Hauptstudie. Sie dient dazu, die Machbarkeit, Methodik und Zeitplanung zu testen, Schwachstellen im Forschungsdesign (wie unverständliche Fragen in Umfragen) frühzeitig zu erkennen und so kostspielige Fehler in der späteren Hauptuntersuchung zu vermeiden. Eine Pilotstudie ist ein groß angelegter Probelauf der gesamten Studie im kleinen Rahmen, der die organisatorische Machbarkeit und die Abläufe testet. Ihr Fokus liegt auf der Durchführung und Logistik des gesamten Forschungsprozesses. Man fragt sich also, ob die Rekrutierung, die Randomisierung, die Dateneingabe und der Ablauf der Intervention in der Praxis funktioniert. Eine Pilotstudie wird vor der eigentlichen Hauptstudie, und wenn das Instrument schon steht, durchgeführt. Eine Pilotstudie ist zwar gesetzlich oder in Prüfungsordnungen selten zwingend vorgeschrieben, aber in folgenden Situationen dringend empfohlen. Die Nutzung von neuen oder unerprobten Methoden bei denen man neue Fragebögen, Messgeräte, Interviewleitfäden oder Behandlungsansätze das erste Mal in der Praxis einsetzt, sind Pilotstudien wichtig. Ebenso bei unsicheren Rahmenbedingungen, also wenn unklar ist, ob die Zielgruppe bereit ist, an der Studie teilzunehmen, oder ob die Abbruchquote zu hoch sein könnte. Pilotstudien helfen bei fehlenden Erfahrungswerten, also wenn es kaum oder keine Vorstudien gibt, auf denen Sie aufbauen können, und Sie erste Trends oder Effektstärken für die spätere Fallzahlberechnung benötigen. Ist schließlich das Risiko oder die Kosten hoch, sollte ebenfalls eine Pilotstudie stattfinden. Dies ist der Fall, bei großen klinischen Studien oder aufwendigen Marktforschungs- und IT-Projekten, bei denen ein Scheitern der Hauptstudie vermieden werden muss. Pilotstudien bemerken frühzeitig, ob Teilnehmer Fragen falsch verstehen oder ob technische Ausrüstung versagt. Sie können einschätzen, wie viel Zeit die Datenerhebung und die Auswertung tatsächlich in Anspruch nehmen. Zusätzlich sichern sie die wissenschaftliche Qualität der Hauptstudie, da das endgültige Design auf empirischen Erfahrungswerten basiert. Aufgrund der zu geringen Teilnehmerzahl (Stichprobengröße) lassen sich die Ergebnisse der Pilotstudie meist nicht statistisch verallgemeinern. Sie dient nicht dazu, die Hauptthese final zu beweisen und bietet keinen Hypothesentest.

Plagiarismus

Plagiarismus ist einer der zentralen Verstöße im wissenschaftlichen Schreiben. Gemeint ist nicht nur das wörtliche Kopieren fremder Texte ohne Kennzeichnung, sondern auch das Übernehmen fremder Gedanken, Strukturen oder Formulierungen ohne korrekte Zuordnung. Das kann bewusst geschehen, aber auch unabsichtlich, wenn beim Schreiben zu nah an einer Vorlage gearbeitet wird.

Plagiat

Ein Plagiat ist die unrechtmäßige Übernahme von fremdem geistigen Eigentum, wie Texten, Ideen, Kunstwerken oder Forschungsergebnissen. Es bedeutet, fremde Leistungen als die eigenen auszugeben, ohne den tatsächlichen Urheber zu nennen. Umgangssprachlich wird oft von „geistigem Diebstahl“ gesprochen.

Platzierungseffekt

Der Platzierungseffekt (oft auch als Antwortreihenfolgeeffekt bezeichnet) bezieht sich hingegen darauf, wie die Anordnung von Antwortoptionen innerhalb einer einzigen Frage das Antwortverhalten verändert

Podiumsdiskussion

Eine Podiumsdiskussion in der Wissenschaft ist ein moderiertes Gespräch, bei dem Expert:innen, Forschende oder Akteure aus Politik, Medien und Gesellschaft vor größerem Publikum über kontroverse Themen, Forschungsergebnisse oder forschungspolitische Fragen debattieren. Sie dient dem Wissenstransfer und dem interdisziplinären Austausch.

Point-by-Point response

siehe Antwortbrief (Einreichung)

Position paper

siehe Perspective Paper

Practice Guideline

siehe Leitlinie (Journalartikel)

Prädiktive Fragen

siehe Prognostische Fragen

Prädiktive Validität

siehe Vorhersagevalidität

Prädiktoren

siehe unabhängige Variable

Praktische (gesellschaftliche / wirtschaftliche) Relevanz

Hierbei geht es um den Nutzen der Forschung außerhalb des rein akademischen Raums. Es ist ein Aspekt des wissenschaftlichen Gütekriteriums der Relevanz. Es wird in Anwendbarkeit und gesellschaftlichen Wert unterteilt. Anwendbarkeit entsteht, wenn die Forschungsergebnisse Lösungen für konkrete Probleme (z.B. in der Wirtschaft, der Politi, im Gesundheitswesen oder der Sozialarbeit) bieten. Hingegen haben Erkenntnisse, die dabei helfen gesellschaftliche Herausforderungen besser zu verstehen oder zu bewältigen, einen gesellschaftlichen Wert.

Prämisse

Eine Prämisse (von lateinisch praemissa = „das Vorausgeschickte“) ist eine grundlegende Annahme, Voraussetzung oder Grundannahme. Sie dient als unhinterfragter Ausgangspunkt, auf dem wissenschaftliche Argumentationen, logische Schlüsse oder Theorien aufbauen

Präregistrierung (Preregistration)

Unter Präregistrierung versteht man die Vorab-Dokumentation von Forschungsplänen. Forschende hinterlegen dabei ihre Hypothesen, das Studiendesign, die Stichprobengröße und den geplanten Analyseplan in einem öffentlichen Register, bevor die Daten erhoben oder ausgewertet werden.

Präsenzbestand

In der Wissenschaft bezieht sich der Präsenzbestand auf Bibliotheksmaterialien, die nicht außer Haus entliehen werden dürfen. Sie stehen den Nutzenden ausschließlich innerhalb der Bibliotheks- oder Institutsräume zur Verfügung

Präskriptive Sätze

Präskriptive Sätze sind Werturteile, Normen und Soll-Sätze. Sie haben keinen empirischen Gehalt und können deshalb durch empirische Forschung nicht begründet werden. Beispielhaft:• Du sollst nicht stehlen!

Pre-test

Ein Pre-test ist die systematische Vorabprüfung von Forschungsinstrumenten wie Fragebögen, Experimenten oder Interviews. Er dient dazu, Fehler, Missverständnisse, unklare Formulierungen oder technische Probleme zu erkennen, bevor die eigentliche Hauptstudie startet. Er ist hingegen der gezielte, oft qualitative Test einzelner Erhebungsinstrumente (z. B. Fragebögen oder Interviewleitfäden) auf Verständlichkeit und Fehler. Sein Fokus liegt auf der Qualität und Validität der Fragen und des Messinstrumentes. Hiermit versucht man die Frage, ob die Probanden die Fragen wie beabsichtigt verstehen und ob es unklare Formulierungen, verwirrende Antwortoptionen oder Probleme bei der Handhabung gibt, zu beantworten. Ein Pre-Test findet vor der Pilotstudie in der Entwicklungsphase des Fragebogens statt. In der empirischen Forschung werden Pretests grob in qualitative und quantitative Methoden unterschieden.

Preregistration

siehe Präregistrierung

Primärforschung (Feldforschung)

Die Primärforschung setzt dort an, wo vorhandene Informationen nicht ausreichen. Hierbei werden Originaldaten direkt an der Quelle erhoben. Da die Daten speziell für das aktuelle Forschungsprojekt generiert werden, ist dieser Ansatz hochgradig individualisiert.

Primer

Primer / Mini-Review ist ein kompakter Überblick für Fachleute oder angrenzende Disziplinen, und besitzt oft einen didaktischem Fokus

PRISMA-Flow-Chart

Ein PRISMA Flow Chart (Flussdiagramm) ist die visuelle Dokumentation des systematischen Auswahlprozesses von Studien, wie er in wissenschaftlichen Arbeiten (z. B. systematischen Reviews oder Meta-Analysen) durchgeführt wird. Der Name steht für Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses. Es zeigt auf einen Blick, wie viele Studien gefunden, geprüft und letztendlich für die wissenschaftliche Arbeit verwendet wurden.

PRISMA-Flussdiagramm

siehe PRISMA-Flow-Chart

Privatbibliothek

Eine Privatbibliothek ist eine individuelle Sammlung von Büchern und Medien, die sich im Besitz einer Privatperson oder einer privaten Organisation befindet. Im Gegensatz zu öffentlichen Bibliotheken ist sie nicht institutionell gebunden, öffentlich zugänglich oder gewinnorientiert. Historisch gesehen waren Privatbibliotheken oft ein Zeichen von Status, Gelehrsamkeit und Wohlstand. Im alten Rom, im Adel und im gehobenen Bürgertum gehörte eine gepflegte Bibliothek zum guten Ton und diente als Wissensbasis und Prestigeobjekt. Viele der heute weltbekannten staatlichen Universitäts- und Landesbibliotheken haben ihren Ursprung in solchen historischen Privatsammlungen.

Problem der Goldenen Mitte

siehe Tendenz-zur-Mitte-Problematik

Problemdefinition (Methode für die Originalität)

n der Wissenschaft ist die Problemdefinition der methodische Ausgangspunkt jeder Forschung. Sie bedeutet nicht einfach, ein Thema zu beschreiben, sondern zielt darauf ab, eine bestehende Wissenslücke oder einen Widerspruch präzise einzukreisen. Erst durch eine fundierte Problemdefinition wird wissenschaftliche Originalität überhaupt möglich.

problemzentriertees Interview

Das problemzentriete Interview ist eine Form des Leitfadeninterviews, die auf subjektive Bewältigung eines bestimmten Problems (z.B. einer Lebenskrise) abzielt. Sie konfrontiert den Befragten mit situationsbezogenen Fragen und kombiniert damit das offene Erzählen.

Proceedings

In der Wissenschaft sind Proceedings (auf Deutsch Tagungsbände oder Konferenzbände) die schriftlichen Veröffentlichungen aller wissenschaftlichen Arbeiten, Präsentationen und Abstracts, die auf einer Fachkonferenz, einem Symposium oder Workshop vorgestellt wurden. Sie dokumentieren den aktuellen Forschungsstand und den Austausch innerhalb einer Fachdisziplin

Prognostische Fragen

Prognostische Fragen (auch prädiktive Fragen) zielen darauf ab, zukünftige Entwicklungen, Wahrscheinlichkeiten oder hypothetische Szenarien auf der Grundlage von historischen und aktuellen Datenmustern vorherzusagen. Im Gegensatz zu rein beschreibenden (deskriptiven) Fragen richten sie den Blick immer in die Zukunft. In der Wissenschaft und Forschung befassen sich prognostische Forschungsfragen mit zukünftigen Trends, Auswirkungen oder hypothetischen Überlegungen, die oft in zukunftsorientierten Disziplinen wie Wirtschaft, Technik oder den Sozialwissenschaften vorkommen. Ein Beispiel wäre "Wie wird sich der Einsatz von KI-gestützten Systemen im Marketing in den nächsten fünf Jahren auf das Kaufverhalten auswirken?“.

Projektantrag

siehe Forschungsexposé

Promotion

Eine Promotion ist der gesamte akademische Prozess zur Verleihung des Doktorgrades. Sie ist der höchste akademische Abschluss, den man an einer Universität erwerben kann, und dient als Nachweis der Befähigung zu eigenständiger und vertiefter wissenschaftlicher Arbeit.

Proportionalschrift

Eine Proportionalschrift, z.B. Arial oder Times New Roman, ist eine Schriftart, bei der jedes Zeichen nur den Platz einnimmt, den es tatsächlich benötigt. Breite Buchstaben wie „m“ oder „w“ sind breiter als schmale Zeichen wie das „i“ oder ein Punkt. Dadurch wirken Texte harmonischer und lassen sich deutlich besser lesen.

Prospektiv

In der Wissenschaft bedeutet prospektiv (von lateinisch prospicere = „vorausschauen“) so viel wie vorausschauend oder zukunftsorientiert. Es beschreibt ein Forschungsdesign, bei dem Forschende eine Hypothese aufstellen und die Daten erst nach dem Studienbeginn eigens für diese Untersuchung erheben, während das zu untersuchende Ereignis (wie eine Erkrankung) zum Start der Studie noch nicht eingetreten ist.

Protocol paper

Protocol Paper / Study Protocol beschreibt das Design einer geplanten Studie, oft mit einem Fokus auf Transparenz, Methoden und Ethik. Es ist besonders wichtig in klinischen und experimentellen Feldern.

Provenienz

Der Begriff Provenienz (von lat. provenire „herkommen“, „entstehen“) bezeichnet in der Wissenschaft allgemein die Herkunft oder den Ursprung eines Objekts, einer Person oder von Daten. Je nach Fachdisziplin hat der Begriff unterschiedliche, spezifische Bedeutungen und Methoden

Pseudoanonymisierung

Unter Pseudonymisierung versteht man das Ersetzen von klaren Identifikationsmerkmalen (wie dem Namen) durch ein Pseudonym (z.B. eine Nummer oder einen Code). Dadurch wird der direkte Personenbezug verschleiert, die Daten bleiben aber über die Zuordnungstabelle weiterhin einer bestimmten Person zuordenbar. Deshalb fallen pseudonymisierte Daten in der Regel weiterhin unter den Datenschutz.

psychologisches Interview

siehe Tiefeninterview

Publikationsbias

siehe File Drawer Problem

Publikationsdauer

Unter der Publikationsdauer versteht man den gesamten Zeitraum, den ein Text, ein Buch oder ein wissenschaftlicher Artikel von der ersten Einreichung bis zur tatsächlichen Veröffentlichung (dem Publikationsdatum) benötigt. In der wissenschaftlichen Forschung kann dieser Prozess, der oft strenge Begutachtungen (Peer-Review) und Überarbeitungen beinhaltet, mehrere Monate bis zu mehreren Jahren in Anspruch nehmen.

Publikationsgebühr

siehe Article Processing Charge (APC)

Publikationskosten

Als Publikationskosten (oder Publikationsgebühren) werden die Gebühren bezeichnet, die Verlage oder Herausgeber für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten, Fachbücher oder Artikel erheben. Sie sind ein zentraler Bestandteil des modernen wissenschaftlichen Publizierens. Je nach Publikationsart, Disziplin und Verlag fallen diese Kosten sehr unterschiedlich aus.

Publikationsregeln

Publikationsregeln wirken manchmal wie eine lästige Hülle um den eigentlichen Text. In Wahrheit machen sie die Publikation erst möglich. Sie sorgen dafür, dass Beiträge fair geprüft, korrekt zugeordnet und wissenschaftlich verlässlich veröffentlicht werden können. Dazu gehört auch die Regel, dass ein Manuskript normalerweise nur bei einem Journal gleichzeitig eingereicht werden darf. Diese eine Regel allein ist schon Ausdruck dessen, dass Publizieren ein systematischer, vertrauensbasierter Prozess ist. Wer sie verletzt, gefährdet nicht nur ein einzelnes Manuskript, sondern die Verlässlichkeit des gesamten Verfahrens

Publikationstauglichkeit

Die Publikationstauglichkeit (oder Veröffentlichungsreife) beschreibt den Zustand einer Arbeit, in dem sie alle fachlichen, formalen und rechtlichen Anforderungen erfüllt, um offiziell veröffentlicht zu werden. Dies ist besonders im wissenschaftlichen und akademischen Bereich relevant

publiziert

Publiziert heißt, dass ein Werk über einen Verlag oder Medien veröffentlicht ist, sodass es gekauft oder konsumiert werden kann. Abhängig des rechtlichen Rahmens ist es zwingend notwendig, daß eine Quelle publiziert ist. In einigen Ländern reicht eine reine Veröffentlichung aus

Punktwolke

siehe Streudiagramm

Qualitative Auswertungsmethoden

Qualitative Auswertungsmethoden dienen dazu, nicht-numerische Daten (wie Interviewtexte, Beobachtungsprotokolle, Audio- und Videomaterial) systematisch zu analysieren. Ihr Ziel ist es, soziale Phänomene zu ergründen, individuelle Motive zu verstehen und neue Theorien zu entwickeln. Statt nach „Wie viel?“ fragen sie nach dem „Wie?“ und „Warum?“. Grundlegend hierfür das ist sogenannte „Kodieren“. Ziel ist es dabei, das gesprochene Wort zu strukturieren, wesentliche Themen zu filtern und den Text auszuwerten. Prinzipielle bedeutet kodieren, das Gruppieren von Inhalten zu einem Thema. Im Rahmen der Kodierung als qualitative Auswertungsmethode werden Kodes primär nach ihrer Entstehungsweise, ihrem Abstraktionsgrad und ihrer Funktion im Analyseprozess.

Qualitative Befragung

Eine qualitative Befragung ist eine sozialwissenschaftliche Methode zur Erhebung von subjektiven Meinungen, Erfahrungen, Motiven und Einstellungen. Im Gegensatz zu standardisierten Umfragen (quantitativ) wird hierbei offen und flexibel gefragt, um tiefere Einblicke in die Gedankenwelt der Befragten zu erhalten. Die Fallzahl ist meist geringer, dafür aber deutlich detailreicher. Bei qualitativen Befragungen geht es prinzipiell um die Arbeit mit offenen Fragen, also Frage ohne eine Auswahl von vorgegebenen Antwortmöglichkeiten. Diese Frage drehen sich um ein festgelegtes Rahmenthema. Sie können mündlich oder schriftlich stattfinden, wobei letzteres jedoch eher selten Anwendung findet. Typischerweise unterliegt es keinem typischen Frage-Antwort-Schema, da sich aus einer qualitativen Befragung ein Gespräch mit ebenfalls Rückfragen entwickeln kann. Somit ist eigentlich der Begriff Befragung irreführend, da es keine reine Befragung darstellt. Die Interaktion zwischen Interviewer und Befragten wird als Informationsquelle betrachtet (Interviewer = Erhebungsinstrument).

qualitative Forschung

Bei der qualitativen Forschung stehen nicht-numerische Daten im Mittelpunkt, wie Interviews, Beobachtungen oder Textanalysen, um tiefere Ursachen, Meinungen oder Prozesse zu verstehen. Die qualitative Forschung arbeitet somit mit Daten, die vom Forschenden nicht im Vorfeld komplett vorhersehbar sind.

Qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz

Die Qualitative Inhaltsanalyse nach Udo Kuckartz ist eine der populärsten und am systematischsten ausgearbeiteten Methoden zur Auswertung von Texten (z. B. Interviewtranskripten, Fokusgruppen oder Dokumenten) im deutschsprachigen Raum. Kuckartz legt großen Wert auf ein kontrolliertes, nachvollziehbares und methodisch geleitetes Vorgehen, das sowohl qualitative (interpretative) als auch quantitative (häufigkeitsbasierte) Schritte erlauben soll. Kuckartz wird gewählt, wenn man viele Interviews oder offene Fragen auswertet, bei denen man explorativ vorgeht und typische Ausprägungen (Typenbildung) oder Bewertungen herausarbeiten möchtest. Zudem ist Kuckartz oft die bessere Wahl, wenn man qualitative Analysesoftware nutzt. Kuckartz unterscheidet im Wesentlichen drei Hauptformen der inhaltsanalytischen Auswertung; die inhaltliche strukturierte Inhaltsanalyse, die evaluative Inhaltsanalyse und die typenbildende Analyse. Die inhaltliche strukturierte Inhaltsanalyse ist die am häufigsten gewählte Form. Sie filtert bestimmte Themen, Inhalte oder Aspekte aus dem Material heraus und ordnet sie einem Kategoriensystem zu. Bei der Evaluativen Inhaltsanalyse wird das Material nach bestimmten Kriterien bewertet (z.B. „hoch“, „mittel“, „niedrig“ oder „positiv, „neutral“, „negativ“). Ziel der typenbildenden Inhaltsanalyse ist es, im Datenmaterial bestimmte Typen oder Muster von Personen / Verhaltensweisen zu identifizieren. Kuckartz definiert Kategorie (Code) als "Schublade", in die eine Textstelle eingeordnet wird. Sie muss klar definiert sein. Der Codierleitfaden ist das Herzstück der Validität. Ein Dokument, in dem jede Kategorie benannt, definiert und mit einem konkreten Textbeispiel (Ankerbeispiel) versehen ist. Die Memos hingegen sind die systematischen Notizen des Forschenden während des gesamten Prozesses (wichtig für die Reflexion und Dokumentation).

qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring

Die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring ist ein systematisches, theoriegeleitetes und regelgeleitetes Verfahren zur Auswertung von Textmaterial (wie z. B. Interviewtranskripten). Ziel ist es, große Textmengen zu strukturieren und auf bestimmte Aspekte hin zu reduzieren, ohne den inhaltlichen Kontext zu verfälschen. Im Zentrum der Methode stehen drei verschiedene Techniken, je nachdem, was mit den Daten passieren soll; Zusammenfassung, Explikation und Strukturierung. Bei der Zusammenfassung ist es das Ziel, das Textmaterial zu reduzieren, indem unwesentliche Teile gestrichen und ähnliche Aussagen zusammengefasst werden. Das geschieht schrittweise (Paraphrasieren, Generalisieren, Reduzieren). Die Explikation soll einzelne, schwer verständliche Textstellen interpretiert und durch zusätzliche Informationen aus dem Kontext oder durch Hintergrundmaterial verständlicher gemacht werden. Schließlich filtert die Strukturierung den Text nach bestimmten, vorher definierten Kriterien und ordnet den Text in ein vorgegebenes Ordnungssystem (z.B. nach Themenbereich). Diese Form der Inhaltsanalyse wird gewählt, wenn die Forschungsfrage sehr theoriegeleitet ist, man sich an einem strengen Regelwerk orientieren möchte und der Betreuer/Prüfer diesen klassischen Ansatz fordert. Das Herzstück der Analyse ist die Bildung von Kategorien (Codes), nach denen der Text ausgewertet wird. Hierfür werden deduktive und induktive Kodierung verwendet.

qualitativer Pretest

Bei den qualitativen Pretests liegt der Fokus auf dem Verständnis und den Gedankengängen der Testpersonen. Sie werden beispielhaft durch die Think-Aloud-Technik (auch Lautes Denken genannt), einem Kognitiven Interview oder einem Experteninterview durchgeführt. Bei dem Lauten Denken äußern Testpersonen all ihre Gedanken laut, während sie den Fragebogen ausfüllen. So werden unklare Formulierungen aufgedeckt. Das Kognitive Interview findet direkt nach dem Ausfüllen durch die Testpersonen statt. Sie werden gefragt, wie sie bestimmte Fragen verstanden und welche Überlegungen sie angestellt haben. Bei dem Experteninterview prüfen Fachleute oder Kollegen das Erhebungsinstrument auf fachliche Richtigkeit und methodische Strenge.

Qualitätssicherung (Publikationstauglichkeit)

Ein Artikel muss so aufgebaut sein, dass es ein Peer-Review übersteht- also logisch argumentiert, statistisch sauber, methodisch transparent und ehrlich im Umgang mit Limitationen ist. Dies entsteht durch die Erfüllung der Qualitätskriterien der jeweiligen Disziplin (z. B. Nachvollziehbarkeit, methodische Transparenz, angemessene Statistik).

Quantitative Auswertungsmethoden

Quantitative Auswertungsmethoden sind statistische Verfahren, die numerische Daten systematisch analysieren. Ihr Ziel ist es, aus messbaren Größen (Zahlen, Häufigkeiten, Skalenwerten) belastbare Aussagen abzuleiten – etwa um Zusammenhänge zu erkennen, Gruppen zu vergleichen oder Hypothesen zu überprüfen. Abhängig davon, wie viele Variablen gleichzeitig betrachtet werden, unterscheidet man; univariate, bivariate und multivariate Analysen.

quantitative Befragung

Eine quantitative Befragung (auch Umfrage genannt) ist eine standardisierte Forschungsmethode, bei der Daten in Form von Zahlen erhoben werden. Ziel ist es, große Stichproben zu untersuchen, um numerische, repräsentative und statistisch auswertbare Daten zu erhalten. Die Erhebung erfolgt standardisiert, meist über geschlossene oder Multiple-Choice-Fragen in großen Stichproben. Umfragen können im Allgemeinen als offene oder geschlossene Befragungen gestaltet werden. Typische Merkmale für quantitative Befragungen sind der Deduktive Ansatz, die feste Reihenfolge und ihre statistische Auswertung. Der deduktive Ansatz besagt, daß bereits bestehende Theorien oder konkrete Hypothesen mit der Umfrage überprüft werden sollen. Da Umfragen typischerweise geschlossene Befragungen sind, besitzen sie generell eine klare Reihenfolge von Fragen, die allen Teilnehmern in exakt derselben Abfolge gestellt werden. Da quantitative Daten gesammelt werden ist es typischerweise einfach, die Ergebnisse anhand von Zahlen, Prozenten und Mittelwerten, z.B. mit Tools wie SPSS, R oder Excell, zu analysieren; sprich mittels einer statistischen Auswertung.

quantitative Forschung

Bei der quantitativen Forschung liegt der Fokus auf numerischen Daten, die durch Umfragen, Experimenten oder statistischen Analysen ausgewertet werden. Quantitative Forschung arbeitet also mit Daten, die der Forschende bewusst erhebt und vorgibt.

quantitativer Pretest

Bei quantitativen Pretests wird der Probelauf bereits mit einer kleineren Stichprobe der späteren Zielgruppe durchgeführt. Der Fokus liegt auf Statistik und Ablauf. Es gibt Standard-Pretests und die Verhaltenscodierung. Durch den Standard-Pretest wird der Fragebogen exakt so getestet, wie er später in der Hauptstudie verwendet wird. Er liefert Daten zur Ausfallquote (Drop-out), Antwortverteilung und Bearbeitungsdauer. Die Verhaltenscodierung wird auch Behaviour Coding genannt. Beobachter notieren dabei systematisch, ob Interviewer und Befragte Probleme bei bestimmten Fragen haben (z. B. häufiges Nachfragen oder Zögern).

Quellenverzeichnis

Ein Quellenverzeichnis bezieht sich spezifischer auf das eigentliche „Rohmaterial“ der Untersuchung. Dazu gehören beispielsweise Primärtexte (das Werk eines bestimmten Autors, dass man analysiert), auch qualitative und quantitative Daten wie geführte Interviews, Fragebögen, Tabellen oder Webseiten. Es ist das systematische Verzeichnis am Ende einer wissenschaftlichen Arbeit, das alle verwendeten Quellen (Bücher, Artikel, Internetseiten, Interviews) vollständig auflistet. Es dient dazu, Plagiate zu vermeiden und Lesern die Nachprüfung der verwendeten Informationen zu ermöglichen.

Quick-and-Dirty-Test (Pretest)

Ein „Quick and dirty“-Pretest ist ein informelles, pragmatisches Testverfahren in der Wissenschaft und Marktforschung. Es dient dazu, mit minimalem Aufwand an Zeit und Budget erste Rückmeldungen zu Fragen, Fragebögen oder Prototypen einzuholen, wobei methodische Standards oft zugunsten der Geschwindigkeit vernachlässigt werden.

Quota Sampling

siehe Quotenverfahren (Stichprobe)

Quotenverfahren (Stichprobe)

Eine Quotenregelung bezeichnet die verbindliche Vorgabe, einen bestimmten prozentualen Anteil von Gütern, Positionen, Teilnahme oder Plätzen an zuvor festgelegte Gruppen zu vergeben. Sie dient meist dazu, strukturelle Ungleichgewichte zu korrigieren, Repräsentanz herzustellen oder den Zugang zu knappen Ressourcen zu steuern

raison d’être

Der Begriff Raison d’être (französisch für „Daseinsgrund“ oder „Existenzberechtigung“) bezeichnet in der Wissenschaft den fundamentalen Zweck, die Rechtfertigung oder den tiefsten Sinn einer wissenschaftlichen Disziplin, einer Institution oder einer bestimmten Forschungsausrichtung.

Random Sampling

siehe zufällige Auswahl

Randomisierung

Anstatt die Testpersonen oder Objekte vom Forschenden aktiv zu gruppieren, werden den Gruppen zufällig (z. B. per Los) zugeteilt. Somit kann man zufällige Fehler und Verzerrungen (wie die Subjektivität des Forschenden) ausgleichen.

Randomisierung (Auswahl)

siehe zufällige Auswahl

Rangordnungskalen

Rangordnungsskalen

Rangordnungsskalen bitten Befragte mehrere Antwortoptionen in eine persönliche Reihenfolge (1. Platz bis 5. Platz) zubringen. Für eine wissenschaftliche Auswertung werden die Ergebnisse der einzelnen Aussagen am Ende häufig zu einem Gesamtwert addiert.

Rankkorrelationskoeffizient

siehe Spearman-Korrelationskoeffizient

Rapid Communication

siehe Kurzberichte

Ratingfragen

siehe Skalenfragen

Recht auf Löschung

siehe Recht auf Vergessen

Recht auf Vergessen (Recht auf Löschung) DSGVO

Spätestens sobald der Betroffene die Lösung der personenbezogenen Daten verlangt (Recht auf Vergessen), müssen die Daten auch gelöscht werden. In der Wissenschaft ist das „Recht auf Vergessenwerden“ (Art. 17 DSGVO) stark eingeschränkt. Die Forschungsprivilegierung greift hier: Wenn personenbezogene Daten für wissenschaftliche Zwecke verarbeitet werden und eine Löschung die Ziele der Forschung ernsthaft beeinträchtigen würde, besteht kein Anspruch auf sofortige Löschung

Rechtmäßigkeit und Transparenz DSGVO

Mit Rechtmäßigkeit und Transparenz ist gemeint, daß eine Rechtsgrundlage zur Erhebung und Veröffentlichung der Daten vorliegen muss. Eine ausdrückliche Einwilligung oder der Fakt, daß man damit einen Vertrag erfüllt, wäre mögliche Beispiel hierfür. Wichtig ist, daß der Betroffene vor der Einwilligung bzw. vor der Vertragsunterzeichnung umfassend informiert wurde wie, wofür und warum man Daten verwendet und welche Rechte man als Betroffener hat.

Rechtsnorm

Eine Rechtsnorm (auch Rechtsvorschrift oder Rechtssatz) ist eine allgemein verbindliche Regelung, die vom Staat durchgesetzt wird und das Zusammenleben ordnet. Sie knüpft eine Rechtsfolge an einen bestimmten Tatbestand. Rechtsnormen sind generell-abstrakt, das heißt, sie gelten für eine unbestimmte Vielzahl von Personen und Sachverhalten. Arten von Rechtsnormen sind z.B. Gesetze (vom Parlament erlassene Rechtstexte z.B. das BGB), Rechtsverordnungen (von der Exekutive erlassen z.B. STVO) oder Satzungen (von Selbstverwaltungskörperschaften erlassen).

Rechtsprechung

siehe Gerichtsurteil

Rechtsquellenverzeichnis

Ein Rechtsquellenverzeichnis ist ein separates Verzeichnis in wissenschaftlichen Arbeiten, das alle verwendeten Gesetze, Verordnungen, EU-Richtlinien und völkerrechtlichen Verträge auflistet. Es dient der besseren Übersicht und grenzt die eigentlichen Rechtsgrundlagen klar von der verwendeten juristischen Sekundärliteratur (Bücher, Fachartikel) ab. Der Leser soll die genutzten Rechtsnormen schnell finden und nachvollziehen könne, in welcher konkreten Fassung (Stand des Gesetzes) das Recht angewendet wurde. Da Gesetzte im Text meist nur mit Paragraphen (z.B. § 242 BGB) zitiert werde, bündelt das Verzeichnis den vollen Titel, das Verkündungsdatum und die letzte Änderung. Das Rechstquellenverzeichnis folgt in der Regel einer klaren fachlichen oder hierarchischen Gliederung.

Rechtssatz

siehe Rechtsnorm

Rechtssprechung

Rechtsverordnung

siehe Verordnung

Rechtsvorschrift

siehe Rechtsnorm

Redlichkeit

siehe Ehrlichkeit

Redundanz

In der Wissenschaft beschreibt Redundanz das mehrfache oder überflüssige Vorhandensein von Informationen, Systemen oder Daten. Je nach Fachbereich hat dieser Begriff eine andere Bedeutung – von einem Fehler in Texten bis hin zu einem Sicherheitsmerkmal in der Forschung.

reflexive Thematische Analyse

Die reflexive thematische Analyse (oft nach dem Standard von Virginia Braun und Victoria Clarke) ist ein flexibler, qualitativer Auswertungsansatz. Ihr Ziel ist es, Muster oder Bedeutungen („Themen“) in Daten wie Interviews, Texten oder Bildmaterial zu identifizieren und zu interpretieren, wobei die aktive, subjektive Rolle der Forschenden bei der Datenauslegung als zentraler Bestandteil des Prozesses verstanden und kritisch reflektiert wird

Reflexivität

Die ständige, kritische Selbstreflexion der eigenen Rolle, der eigenen Vorurteile und des eigenen emotionalen Erlebens während des Forschungsprozesses wird Reflexivität genannt.

Regressionsanalyse

Die Regressionsanalyse hat das Ziel eine mathematische Funktion, mit der sich Werte, der einen Variablen anhand der anderen vorhersagen lassen, zu erstellen.

Reizwortmethode

In der Wissenschaft dient die Reizwortmethode (auch Reizwortanalyse) als Kreativitätstechnik, um Denkmuster zu durchbrechen. Sie fördert die Originalität, indem sie durch zufällige Begriffe (Reizwörter) neue Assoziationen auslöst. Dadurch entstehen innovative Forschungsfragen und interdisziplinäre Lösungsansätze, die auf logischem Wege oft verborgen geblieben wären.

Relationale Fragen

Relationale Fragen (oft im Coaching, in der systemischen Beratung oder in der Psychologie verwendet) sind lösungsorientierte Fragen, die den Fokus auf Beziehungen, Wechselwirkungen und die Perspektiven anderer richten. Statt nach isolierten Problemen oder Ursachen zu fragen, beleuchten sie, wie Menschen oder Situationen in Beziehung zueinanderstehen. Sie klären das "Wie hängt X mit Y zusammen?" und messen Korrelationen, ohne direkte Ursachen zu beweisen (z.B. „Gibt es einen Zusammenhang zwischen Einkommen und Lebenserwartung?“). Bei relationalen Fragen sind Ja oder Nein Antwort nicht zu erwarten. Durch z.B. einen Perspektivwechsel wird der Befragte gebeten, die Sichtweise einer anderen Person einzunehmen (z.B. "Was würde deine Mutter dazu sagen?"). Schließlich dienen sie der Einordnung von Gefühlen oder Beziehungen auf einer Skala. In der Informatik meint man mit ihnen Abfragen, die Daten aus verschiedenen Tabellen über eindeutige Schlüssel miteinander verknüpfen (z.B. über SQL).

Relativierung (Beobachtung)

Die Überlegungen zum Inhalt des Untersuchungsmaterials sowie dessen Einbettung in einen breiten theoretischen Rahmen

Relevante Fragen

Relevante Fragen beziehen sich auf den Bezug zum Umfrageziel; sie sind methodisch notwendig, um die eigentlichen Forschungsfragen der Erhebung zu beantworten.

Relevanz

Im Deutschen bezeichnet Relevanz die Bedeutsamkeit, Wichtigkeit oder Maßgeblichkeit eines Sachverhalts. Der Begriff gibt an, in welchem Maße ein Thema, eine Information oder ein Ereignis für eine bestimmte Situation, eine Entscheidung oder die Allgemeinheit von Belang ist. Beim wissenschaftlichen Arbeiten bedeutet Relevanz, dass Ihre Forschungsfrage, Ihre Methoden und Ihre Ergebnisse einen konkreten Mehrwert für Ihr Fachgebiet oder die Gesellschaft liefern.

Reliabilität

Reliabilität bedeutet übersetzt „Zuverlässigkeit“. Sie gibt die formale Messgenauigkeit und Reproduzierbarkeit einer Untersuchung an. Ein Messverfahren oder Test ist dann reliabel, wenn es bei wiederholter Anwendung unter gleichen Bedingungen stets zu denselben Ergebnissen kommt und diese frei von Zufallsfehlern sind. Ein klassisches Verständnisbeispiel für ein zuverlässiges Instrument ist:- Wenn man auf eine Waage wiederholt steigt, zeigt diese immer exakt dasselbe Gewicht an.

Replikation

In der Wissenschaft ist die Replikation die bewusste Wiederholung einer bereits veröffentlichten Studie oder eines Experiments. Das übergeordnete Ziel ist es, zu überprüfen, ob die ursprünglichen Ergebnisse Bestand haben und dieselben Schlussfolgerungen gerechtfertigt sind.

Replikationsstudie

Eine Replikationsstudie ist die wissenschaftliche Wiederholung einer bereits veröffentlichten Studie. Ziel ist es, die ursprünglichen Ergebnisse zu überprüfen und festzustellen, ob sie zuverlässig sind oder ob sie möglicherweise auf Fehlern, Zufall oder veränderten Bedingungen beruhen. Sie ist ein zentrales Instrument der Qualitätssicherung in der Wissenschaft. In der Wissenschaft ist die Replikation der grundsätzliche Vorgang der Wiederholung eines Experiments oder einer Studie. Eine Replikationsstudie ist hingegen das spezifische, eigenständige Forschungsprojekt, das genau zu diesem Zweck durchgeführt und publiziert wird. Sie prüft, ob die Ergebnisse der Originalstudie unter gleichen oder veränderten Bedingungen Bestand haben.

repräsentative Auswahl

Eine repräsentative Auswahl hilft ebenfalls bei der Erreichung der Objektivität. Eine repräsentative Auswahl (repräsentative Stichprobe) in der Wissenschaft ist eine Teilmenge von Untersuchungsobjekten (Personen, Daten, Dinge), die die Struktur und Eigenschaften der Gesamtheit (Grundgesamtheit) so genau wie möglich widerspiegelt. Das Ziel ist es, Ergebnisse einer kleinen Gruppe (Stichprobe) zuverlässig auf eine große Gruppe verallgemeinern zu können. Eine repräsentative Stichprobe muss nicht zwingend sehr groß sein, aber sie muss korrekt ausgewählt sein. Dennoch gilt: Je größer die Stichprobe, desto geringer in der Regel der Stichprobenfehler.

repräsentative Stichprobe

siehe repräsentative Auswahl

Repräsentativität

siehe repräsentative Auswahl

Research letter

siehe Kurzberichte

Research proposal

siehe Forschungsexposé

Response Letter

siehe Antwortbrief (Einreichung)

Response-Bias

siehe Antwort-Tendenzen

Resubmit for review

„Resubmit for review“ als Entscheidung einer Peer-Reviews kann je nach Journal sogar heißen, dass der Text nach einer größeren Umarbeitung erneut, wie ein neuer Beitrag, geprüft wird

Retrospektiv

„Retrospektiv“ (von lateinisch retrospectare für „zurückblicken“) bedeutet in der Wissenschaft, dass Forschende in die Vergangenheit schauen. Bei einer retrospektiven Studie oder Analyse sind die zu untersuchenden Ereignisse (z. B. eine bestimmte Krankheit) bereits eingetreten, und es wird anhand bereits vorhandener Daten (wie Krankenakten oder Fragebögen) rückblickend nach Ursachen oder Risikofaktoren gesucht.

Review article

siehe Übersichtsartikel

Revise and resubmit

„Revise and resubmit“ als Entscheidung eines Peer-Reviews bedeutet nicht Ablehnung, sondern eine Einladung, den Text substanziell zu verbessern und erneut einzureichen.

Richtigkeit DSGVO

Die Richtigkeit verlangt, daß der Betroffene erfährt, welche personenbezogenen Daten gespeichert werden, und daß falsche Daten auf Wunsch korrigiert werden.

Rosinenpicken (Cherry-Picking)

In der Wissenschaft bezeichnet Rosinenpicken (auch Cherry-Picking) die selektive und unzulässige Auswahl von Daten, Belegen oder Studien. Dabei werden nur Ergebnisse präsentiert, die die eigene Theorie stützen, während widersprüchliche Fakten bewusst ignoriert oder ausgeblendet werden.

Sachinterview

siehe Experteninterview

Sachliche Darstellung

Eine sachliche Darstellung zeichnet sich dadurch aus, dass sie Ereignisse oder Themen neutral, unvoreingenommen und ohne persönliche Gefühle, Meinungen oder Wertungen beschreibt. Der Fokus liegt rein auf Fakten, Daten und konkreten Details.

Sammelband

siehe Sammelwerk

Sammelwerk

Sammelwerk (Sammelband oder Herausgeberwerk)

Ein Sammelwerk (oft auch Sammelband oder Herausgeberwerk genannt) ist ein wissenschaftliches Buch, das Beiträge von mehreren verschiedenen Autoren zu einem bestimmten Rahmenthema vereint. Diese Einzelbeiträge (Aufsätze/Kapitel) werden von einem oder mehreren Herausgebern (oft abgekürzt mit Hrsg. oder Hg.) ausgewählt, zusammengestellt und redaktionell bearbeitet. Typische Beispiele für Sammelwerke sind Festschriften, Handbücher, Tagungsbände oder Enzyklopädien.

Sans Serif

Sans Serif (ohne Serifen, serifenlose Schrift, Grotesk)

Sans Serif (französisch für „ohne Serife“) bezeichnet Schriftarten, wie z.B. Arial, die im Gegensatz zu klassischen Antiqua-Schriften keine kleinen dekorativen Linien, Häkchen oder Füßchen an den Enden der Buchstaben aufweisen. Im Deutschen werden diese Schriften auch als serifenlose Schriften oder Grotesk bezeichnet.

Satzspiegel

Unter einem Satzspiegel versteht man den bedruckten Bereich einer Seite, der von den weißen, unbedruckten Rändern (den sogenannten Stegen) umgeben ist. Er umfasst den Haupttext, Bilder und Tabellen. Ein exakt definierter Satzspiegel sorgt für ein harmonisches Layout, optimale Lesbarkeit und ein einheitliches Erscheinungsbild.

Satzung

In der Rechtswissenschaft ist eine Satzung eine Rechtsnorm, die von einer juristischen Person zur Regelung ihrer eigenen Angelegenheiten im Rahmen der ihr zustehenden Autonomie erlassen wird. Je nach Rechtsgebiet unterscheidet man zwischen dem öffentlichen Recht (z.B. Kommunen) und dem Zivilrecht (z.B. Vereine).

Säulendiagramm

siehe Balkendiagramm

Schachtelzitat

siehe Zitat im Zitat

Scheinargument

Ein Scheinargument ist eine logisch ungültige oder sachfremde Argumentation, die eine These stützen soll, obwohl sie inhaltlich keinen echten Beweis liefert. In der Wissenschaft dienen sie oft dazu, von fehlenden Belegen abzulenken oder durch emotionale Appelle eine unwissenschaftliche Behauptung zu verschleiern

schließende Statistik

siehe Inferenzstatistik

Schneeballeffekt (Gruppendiskussion)

In der Wissenschaft beschreibt der Schneeballeffekt bei Gruppendiskussionen eine Eigendynamik, bei der ein anfänglicher Impuls (eine Idee, Aussage oder Erfahrung) in der Gruppe eine Kettenreaktion auslöst. Die Beiträge der Teilnehmenden schaukeln sich gegenseitig hoch, wodurch immer mehr und tiefere Informationen, Assoziationen oder Meinungen zutage gefördert werden

Schreibschrift (digital)

Eine Schreibschrift (im englischen Script Font genannt) ist ein digitaler Font, z.B. Bickham Script oder Pacifico, der auf der menschlichen Handschrift oder klassischer Kalligrafie basiert. Die Buchstaben wirken fließend, elegant oder locker, und die Zeichen eines Wortes sind in der Regel so gestaltet, dass sie nahtlos miteinander verbunden werden können.

Schrift

Die Schrift ist das allgemeine Design und die Idee dahinter.

Schriftart

siehe Font

Schriftfamilie

Eine Schriftfamilie (engl. font family) bezeichnet in der Typografie und Wissenschaft eine Gruppe zusammengehörender Schriften. Sie teilen sich dieselben gestalterischen Grundmerkmale, variieren aber in Strichstärke (z. B. fett), Schriftlage (z. B. kursiv) und Laufweite (z. B. schmalfett). Eine Schriftfamilie besteht meist aus mehreren Varianten der Schrift, den sogenannten Schriftschnitten. Jeder dieser Stile ist ein eigener Font.

Schriftgrad

siehe Schriftgröße

Schriftgröße (Schriftgrad)

Die Schriftgröße (auch Schriftgrad) ist das typografische Maß für die vertikale Ausdehnung von Buchstaben und Zeichen. Sie bestimmt, wie groß oder klein ein Text dargestellt wird.

schriftliche Befragung

Bei schriftlichen Befragungen erfolgt der Versand klassisch per Post (z. B. als Fragebogen im Papierformat). Die Befragten füllen diesen eigenständig aus und senden ihn zurück.

Schriftschnitt

Ein Schriftschnitt (auch Schriftstil) ist eine konkrete Variante einer Schriftart innerhalb einer Schriftfamilie. In wissenschaftlichen Arbeiten werden verschiedene Schriftschnitte (wie kursiv, fett oder Kapitälchen) gezielt als typografische Auszeichnungen eingesetzt, um Zitate, Definitionen oder Hervorhebungen im Text optisch vom Standard-Fließtext (dem sogenannten Normalschnitt) abzugrenzen

Schriftstil

siehe Schriftschnitt

Schubladenproblem

siehe File Drawer Problem

Schulbibliothek

Schulbibliotheken unterstützen Schüler bei der Recherche und fördern die Lesekompetenz

Scope (Journal)

Der Scope (auf Deutsch „Umfang“, „Ausrichtung“ oder „Zielsetzung“) eines wissenschaftlichen Journals beschreibt das thematische Profil. Er definiert, welche Fachgebiete, Themen und Artikelarten ein Journal veröffentlicht und an welche Leserschaft es sich richtet.

Scope-Mismatch

Ein Scope-Mismatch (passende Übersetzung: thematische oder inhaltliche Diskrepanz) bedeutet, dass das Thema, die Methodik oder der theoretische Rahmen Ihres wissenschaftlichen Manuskripts nicht mit dem Ziel- und Themenprofil (den Aims and Scope) einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift (Journal) übereinstimmt.

Screening

In der Wissenschaft bezeichnet Screening ein systematisches, standardisiertes Testverfahren im großen Stil. Ziel ist es, aus einer großen Anzahl von Elementen (wie Proben, Substanzen oder Personen) diejenigen herauszufiltern, die bestimmte Eigenschaften, Mutationen oder Krankheitsmerkmale aufweisen. Es dient als hocheffizientes Suchverfahren nach dem Prinzip „die Nadel im Heuhaufen zu finden“.

Script Font

siehe Schreibschrift

Sekundärforschung (Schreibtischforschung)

Die Sekundärforschung bildet meist den Ausgangspunkt jeder Untersuchung. Anstatt Daten selbst zu generieren, werden bereits existierende Quellen ausgewertet, die ursprünglich für andere Zwecke erhoben wurden.

Sekundärliteratur

Sekundärliteratur in der Wissenschaft umfasst Texte, die bereits vorhandene Primärquellen oder Originalforschungen beschreiben, analysieren, interpretieren oder zusammenfassen. Sie liefert den nötigen Forschungskontext, vergleicht wissenschaftliche Ansätze und entsteht immer zeitlich nach der Primärquelle

Sekundärquelle

Eine Sekundärquelle (oft synonym mit Sekundärliteratur) ist eine Arbeit, die Primärquellen analysiert, interpretiert oder zusammenfasst, anstatt selbst neue Daten oder direkte Augenzeugenberichte zu liefern. Sie bildet die Grundlage für den wissenschaftlichen Diskurs

Sekundärzitat (auch Zitat aus zweiter Hand)

Ein Sekundärzitat (auch Zitat aus zweiter Hand) liegt vor, wenn man eine Aussage oder ein wörtliches Zitat übernimmt, das nicht im Originalwerk selbst gelesen wurde, sondern in einer anderen Schrift (Sekundärliteratur). In wissenschaftlichen Arbeiten gilt die goldene Regel: Immer die Originalquelle beschaffen und direkt zitieren. Ein Sekundärzitat ist nur erlaubt, wenn das Original nicht mehr auffindbar ist! Man muss im Verweis deutlich machen, dass das Zitat von Autor A stammt, man es aber in der Schrift von Autor B gefunden hat. Dafür nutzt man den Zusatz „zitiert nach“ (oder zit. nach). Hierbei nennt man im Text immer zuerst das Original und danach die Quelle, die man tatsächlich gelesen hat. Sekundäre Zitate besitzen eine Besonderheit im Literaturverzeichnis. In Abhängigkeit vom gewählten Zitierstil werden entweder beide Quellen – sowohl das Original als auch das Werk, in dem man das Zitat gefunden hat – oder nur diejenige, die man gelesen hat (die Sekundärquelle) aufgeführt.

Selbstbeobachtung (Introspektion)

Unter einer Selbstbeobachtung (auch Introspektion genannt) versteht man die bewusste und aufmerksame Wahrnehmung eigener Gedanken, Gefühle, Körperreaktionen und Verhaltensweisen. Sie dient der inneren Standortbestimmung und wird im Alltag, im Coaching oder in der Psychotherapie eingesetzt, um persönliche Verhaltensmuster zu erkennen.

Selbstbericht

siehe Self-Report-Method

Selective Exposure

siehe Selektive Zuwendung

Selective Perception

siehe selektive Wahrnehmung

Selective Retention

siehe selektive Erinnerung

Selektion (Beobachtung)

Was soll beobachtet werden? Die Auswahl bestimmter Beobachtungsobjekt oder das Herausfiltern bestimmter Reize

Selektionsprozess der Beobachtung

Generell ist jede Beobachtung einem dreifachen Selektionsprozess unterworfen. Diese Auswahl passiert bewusst und unbewusst, ob es nun eine naive oder systematische Beobachtung ist. Dies hilft zu verstehen, wie man daraus ein wissenschaftliche Datenerhebungsmethode schafft. Der Selektionsprozess besteht aus der selektiven Zuwendung, der selektiven Wahrnehmung und der selektiven Erinnerung

Selektive Erinnerung (Selective Retention)

Selektive Erinnerung bezeichnet in der Wissenschaft die menschliche Tendenz oder Fähigkeit, beim Abrufen von Informationen aus dem Gedächtnis gezielt bestimmte Fakten, Erlebnisse oder Aspekte zu aktivieren, während andere ausgeblendet oder vergessen werden. Dieser Prozess wird durch psychologische, neurobiologische und soziale Faktoren gesteuert.

Selektive Wahrnehmung (Selective Perception)

Selektive Wahrnehmung bezeichnet in der Wissenschaft – insbesondere in Psychologie und Kommunikationswissenschaft – ein kognitives Phänomen, bei dem das Gehirn aus einer Fülle von Umweltreizen gezielt nur bestimmte Informationen herausfiltert und andere ignoriert. Dies dient dem Schutz vor Reizüberflutung, wird jedoch durch persönliche Erwartungen, Einstellungen oder Ziele gesteuert.

Selektive Zuwendung (Selective Exposure)

Selektive Zuwendung (engl. selective exposure) bezeichnet in der Sozialpsychologie und Kommunikationswissenschaft das menschliche Verhalten, gezielt nach Informationen zu suchen oder Medieninhalte auszuwählen, die der eigenen Meinung entsprechen, während widersprüchliche Informationen gemieden werden.

Selektives Kodieren

Das Selektive Kodieren sucht nach einer zentralen Schlüsselkategorie. Alle anderen Kodes werden diesem Hauptthema untergeordnet, um eine Theorie oder ein Kernmodell zu entwickeln.

Self-Report-Method

Eine Self-Report-Method (Selbstbericht) ist eine quantitative oder qualitative Datenerhebungsmethode, bei der Teilnehmer direkt zu ihren eigenen Gedanken, Gefühlen, Einstellungen oder Verhaltensweisen befragt werden. Sie wird als Primärquelle in der Psychologie und Marktforschung eingesetzt, da sie oft der einzige Weg ist, an das subjektive Erleben einer Person heranzukommen. Im Grunde ist der Selbstbericht ein Sammelbegriff für alle Methoden, bei denen Personen Auskunft über ihr eigenes Verhalten, ihre Gedanken oder Gefühle geben (z. B. in Fragebögen oder Interviews). Es sind meist eine einmalige Befragung (Retrospektiv), z.B. am Ende eines Experiments oder einer App-Nutzung. Ihr Fokus liegt eher auf allgemeinen Einstellungen, Persönlichkeitsmerkmalen oder dem Gesamteindruck. Es wird genutzt, um grundlegende Einschätzungen zu erheben. Ein Nutzer bewertet beispielsweise im Nachhinein, wie zufrieden er generell mit einem Service war. Vorteilhaft ist die Tatsache, dass sie extrem kostengünstig, praktisch handhabbar ist und es erlaubt, innerhalb kurzer Zeit große Datenmengen zu erfassen. Daher wird diese Methode gerne in Verbindung mit anderen Datenerhebungsmethoden genutzt. Der Nachteil einer Self-Report-Method liegt darin, daß die Daten durch Verzerrungen beeinflusst werden könne. Insbesondere die sogenannte "soziale Erwünschtheit" führt dazu, dass Menschen ihre Antworten manchmal so anpassen, dass sie in einem besseren Licht dastehen.

Semantic Scholar

Semantic Scholar ist eine kostenlose, KI-gestützte Suchmaschine für wissenschaftliche Literatur, die vom Allen Institute for AI entwickelt wurde. Sie hilft Forschenden, Millionen von Fachartikeln, Studien und Publikationen zu durchsuchen und die Informationsflut besser zu bewältigen.

Sensibilisierte Einwilligung

siehe informierte Einwilligung

sensible Fragen

siehe Heikle Fragen

Sequenzialität

Sequenzialität bezeichnet in der Wissenschaft das Prinzip, dass Vorgänge, Handlungen oder Daten in einer aufeinanderfolgenden Reihenfolge (Sequenz) stattfinden oder analysiert werden. In den Sozial- und Sprachwissenschaften beschreibt die Sequenzialität (bzw. Sequentialität), dass sprachliche Äußerungen oder soziales Handeln aufeinander Bezug nehmen und sich schrittweise entfalten (z. B. in der Konversationsanalyse oder beim Sequenziellen Interpretieren).

Sequenzielles Design

Das sequenzielle Design sagt, daß die Methoden nacheinander angewandt werden. Es gibt zwei Formen des sequenziellen Designs; Das explanative Design und das explorative Design.

Serifen

Als Serifen bezeichnet man in der Typografie feine, häkchenartige Linien oder Querbalken am Ende von Buchstabenstrichen. In der Wissenschaft (etwa beim Verfassen von Typographie | Portal Wissenschaftliches Schreiben) helfen sie dem Auge, entlang der Zeile zu gleiten, wodurch sie die Lesbarkeit langer Fließtexte im Druck erleichtern.

serifenlose Schrift

siehe Sans Serif

Serifenschrift

Eine Serifenschrift (z.B. Times New Roman oder Garamond) ist eine Schriftart, deren Buchstaben kleine dekorative Endstriche oder Füßchen (die sogenannten Serifen) an den oberen und unteren Kanten besitzen. Diese Häkchen verbinden die Buchstaben optisch zu Wörtern und verbessern so den Lesefluss in längeren Texten.

Short Communication

siehe Kurzberichte

Signifikanz

Signifikanz bedeutet „statistische Bedeutsamkeit“. In der Wissenschaft, Marktforschung und Medizin gibt der Begriff an, ob ein beobachteter Effekt, Unterschied oder Zusammenhang mit hoher Wahrscheinlichkeit kein reiner Zufall ist, sondern tatsächlich existiert

Signifikanzniveau

Das Signifikanzniveau (α) ist die vorab festgelegte Irrtumswahrscheinlichkeit in der Wissenschaft. Es gibt an, wie bereit man ist, einen Fehler 1. Art (Alpha-Fehler) zu akzeptieren – also fälschlicherweise einen Effekt anzunehmen, obwohl in Wahrheit kein Zusammenhang oder Unterschied existiert.

Signpost-Satz

Ein Signpost-Satz (oder „Wegweiser-Satz“) ist ein sprachlicher Orientierungspunkt in Texten oder Präsentationen. Er dient dazu, das Publikum an der Hand zu nehmen, die Struktur zu verdeutlichen und den roten Faden sichtbar zu machen

Single-Choice-Fragen

Bei Single-Choice-Fragen („Einfache Auswahl“) steht eine Liste von Antwortmöglichkeiten zur Verfügung, jedoch darf nur eine einzige Option ausgewählt werden. Die Auswahl ist also exklusiv. Wird eine andere Option angeklickt, hebt sich die vorherige automatisch auf. Ihre typischen Verwendungszwecke sind eindeutige Kategorisierungen (z. B. Geschlecht, Altersgruppe) oder absolute Wissensfragen (z. B. "Welche Hauptstadt hat Frankreich?").

singuläre empirische Sätze

Empirische Sätze sind singulär, wenn ihr Gültigkeitsanspruch raum-zeitlich begrenzt ist. "In Deutschland sind im Jahr 2011 200 Autofahrer unter Alkoholeinfluss tödlich verunglückt."

sinngemäßes Zitat

siehe indirektes Zitat

Skalenfragen

Skalenfragen (oder Ratingfragen) sind ein Oberbegriff für alle Fragen in Umfragen, bei denen Befragte ihre Antworten auf einer vorgegebenen Skala einstufen. Sie gibt es in verschiedenen Varianten; als numerische Ratingskalen, als visuelle Analogskalen (VAS) oder als Rangordnungsskalen.

Skalierung

Skalierung bedeutet allgemein die Anpassung an einen neuen Maßstab. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort scalae (Treppe/Leiter) ab und beschreibt im Kern das Vergrößern oder Verkleinern von Dingen oder Systemen. Man legt also fest, wie die Ausprägung gemessen wird. (z.B. exakte Kilometerangaben, Kategorien wie „nie, selten, oft“)

soziale Erwünschtheit

Soziale Erwünschtheit (im Englischen social desirability bias) bezeichnet in den Wissenschaften die menschliche Tendenz, sich in Befragungen, Tests oder Interviews so zu präsentieren, dass es den gesellschaftlichen Normen und Erwartungen entspricht. Statt der ehrlichen Meinung oder des tatsächlichen Verhaltens geben Probanden Antworten, von denen sie soziale Zustimmung erwarten und Ablehnung vermeiden wollen

Sozialwissenschaften (Gesellschaftswissenschaften)

Die Sozialwissenschaften konzentrieren sich stärker auf das konkrete Verhalten der Menschen und ihre sozialen Beziehungen untereinander.

Soziodemografische Angaben

Soziodemografische Angaben sind statistische Standardfragen zur Person, um die Stichprobe beschreiben zu können. Sie stehen ebenfalls am Ende der Umfrage, da sie als manchmal als intim empfunden werden können. Der Befragte hat bis dahin schon Vertrauen aufgebaut und die Umfrage fast geschafft.

Soziodemografische Fragen

Soziodemografische Fragen (auch charakterisierende oder demografische Fragen) erfassen die objektiven, quantifizierbaren Eigenschaften von Personen oder Personengruppen. Sie dienen in Umfragen, der Marktforschung oder in der Personalentwicklung dazu, die Struktur von Zielgruppen zu verstehen, zu segmentieren und Ergebnisse statistisch auszuwerten. Sie unterteilen sich in demografische (statistische Grunddaten) und sozioökonomische/soziokulturelle Merkmale: Alter, Geschlecht, Familienstand und Haushaltsgröße, Bildungsstand und Ausbildung, Berufliche Stellung, Einkommen, Wohnsituation, Staatsangehörigkeit oder Migrationshintergrund. Damit die Daten zuverlässig und datenschutzkonform erhoben werden, sollten diese Fragen am Ende eines Fragebogens stehen und stets eine Option wie "Keine Angabe" beinhalten. Sollte die Gefahr bestehen, daß mittels dieser Daten Rückschlüsse auf eine konkrete Person gezogen werden müssen diese als Personenbezogene Daten nach DSGVO deklariert werden.

Spannweite

Die Spannweite zeigt die Differenz zwischen dem kleinsten und dem größten Wert in den Daten.

Spearman-Korrelationskoeffizient

Der Spearman-Korrelationskoeffizient (ein Rangkorrelationskoeffizient) bewertet den monotonen Zusammenhang auf Basis der Ränge (also der sortierten Reihenfolge) der Daten.

Speicherbegrenzung DSGVO

Mit der Speicherbegrenzung ist verpflichtet die erhobenen Daten nur so lange wie angegeben zu speichern. Spätestens sobald der Betroffene die Lösung der personenbezogenen Daten verlangt (Recht auf Vergessen), müssen die Daten auch gelöscht werden.

Spezialbibliothek

Spezialbibliotheken konzentrieren sich thematisch auf ganz spezifische Fachbereiche oder Branchen. Beispiele sind Behörden-, Firmen-, Museumsbibliotheken oder Archive von Verbänden. So gibt es in Deutschland eine deutsche Abfallwirtschaftsbibliothek, eine agrahistorische Bibliothek, die deutsche Esperanto-Bibliothek oder auch die naturhistorische Zentralbibliothek.

Split-Half-Methode (Testhalbierung)

Die Split-Half-Methode (auch Testhalbierungsreliabilität genannt) ist ein statistisches Verfahren in der empirischen Forschung, um die Zuverlässigkeit (Reliabilität) eines Tests oder Fragebogens zu überprüfen. Sie misst, wie in sich konsistent die Fragen oder Aufgaben sind

Standard-Pretest

Durch den Standard-Pretest wird der Fragebogen exakt so getestet, wie er später in der Hauptstudie verwendet wird. Er liefert Daten zur Ausfallquote (Drop-out), Antwortverteilung und Bearbeitungsdauer.

Standardabweichung

Die Standardabweichung ist die Wurzel aus der Varianz und entspricht der ursprünglichen Maßeinheit der Daten. Sie dient vor allem zur konkreten Interpretation.

standardisiertes Interview

siehe strukturiertes Interview

STAR-Methode

In der Wissenschaft (und Forschung) bezeichnet die STAR-Methode kein originäres wissenschaftliches Paradigma, sondern ein Strukturschema. Es wird vornehmlich in Bewerbungsverfahren für akademische Positionen (z. B. Postdoc-Stellen oder Professuren) oder bei der Verfassung von Forschungsberichten und Verhaltensbeurteilungen angewendet, um wissenschaftliche Kompetenzen und Problemlösungskompetenzen präzise nachzuweisen. Die Buchstaben stehen für vier aufeinanderfolgende Phasen zur Darstellung von Erfahrungen oder Projekten; Situation, Task, Action, Result.

statistische Hypothese

Eine statistische Hypothese ist eine These, die man Überprüfen will. Statistisch stellt man oft eine Hypothese und deren Antithese, also eine Gegenaussage, auf, um diese dann statistisch über ihre Wahrheit zu überprüfen. Einfache Sätze wie „Frauen sind kreativer als Männer.“ Können in Abhängigkeit des vorhandenen Datensatzes ausreichen.

Steg

Als Steg bezeichnet man im Seitenlayout die unbedruckten Ränder außerhalb des Satzspiegels bis zur Papierkante. Sie geben dem Text optischen Halt, verhindern, dass Text beim Binden verschwindet, und bieten Platz für Korrekturen oder Notizen.

Stichprobe

Eine Stichprobe ist eine kleine, ausgewählte Teilmenge aus einer großen Gesamtmenge (der sogenannten Grundgesamtheit). Sie wird stellvertretend untersucht, um Rückschlüsse auf die gesamte Gruppe zu ziehen, wenn es zu aufwendig oder unmöglich ist, alle Elemente zu erfassen.

Stichprobendesign

Ein Stichprobendesign ist der strukturierte Plan, der festlegt, wie aus einer großen Gesamtmenge (Grundgesamtheit) eine kleinere, repräsentative Teilmenge (Stichprobe) gezogen wird. Es bestimmt, wer oder was mit welcher Methode und in welchem Umfang ausgewählt wird, damit die Ergebnisse verlässlich auf das Gesamte übertragen werden können.

Stichprobentheorie

Die Stichprobentheorie ist ein Teilgebiet der Statistik. Sie liefert die mathematischen und methodischen Grundlagen, um aus einer kleinen Teilmenge (Stichprobe) verlässliche Rückschlüsse auf eine große, meist unerreichbare Gesamtmenge (Grundgesamtheit) zu ziehen.

Stilistische Unterschiede (Sprache)

Sprache ist flexibel. Verschiedene Übersetzer nutzen unterschiedliche Wörter für denselben Sinn und zeigen somit stilistische Unterschiede. Selbst eine korrekte Übersetzung wird durch eine Rückübersetzung fast nie exakt den gleichen Wortlaut wie das Original aufweisen.

Störvariable

Störvariablen sind alle anderen Faktoren, die das Ergebnis ebenfalls beeinflussen könnten (z.B. Raumtemperatur, Wasserzufuhr). Diesem müssen konstant gehalten werden, um eine Datenverfälschung zu vermeiden. Einige Störvariablen können allerdings nicht beeinflusst oder verändert werden. Dann müssen diese dennoch dokumentiert sein.

Strahlungseffekt

Der Strahlungseffekt (auch Ausstrahlungs- oder Halo-Effekt) beschreibt die inhaltliche Beeinflussung einer Frage durch eine vorhergehende Frage oder einen Themenkomplex.

Straightliner

Teilnehmer, die überall dieselben Antworten anklicken

Streudiagramm

Ein Streudiagramm (auch Scatterplot oder Punktwolke genannt) ist eine grafische Darstellung in der Statistik. Es veranschaulicht die Beziehung oder den Zusammenhang zwischen zwei verschiedenen metrischen Variablen

Streuungsmaße

Ein Streuungsmaß, oder Variabilität, zeigt wie stark die Daten um den Mittelwert streuen. Hierfür helfen die Standardabweichung und die Varianz genauso wie die Spannweite weiter.

Stringenz

Stringenz beschreibt in der Wissenschaft die methodische, logische und formale Schlüssigkeit einer Untersuchung oder Argumentation. Ein stringenter Forschungsprozess ist lückenlos, nachvollziehbar, konsequent aufgebaut und lässt keinen Raum für Widersprüche oder unzulässige Gedankensprünge

Strohmann-Argument

Ein Strohmann-Argument (oder Strohmann-Fehlschluss) bezeichnet eine rhetorische Taktik, bei der die Position der Gegenseite absichtlich falsch dargestellt, extrem überzeichnet oder stark vereinfacht wird, um sie anschließend leichter widerlegen zu können. Der eigentliche, ursprüngliche wissenschaftliche Standpunkt wird dabei ignoriert.

Strohmann-Fehlschluss

siehe Strohmann-Argument

Strukturentdeckende Verfahren

Strukturentdeckende Verfahren, auch interdependente Methoden genannt, untersuchen die Beziehungen aller Variablen gleichberechtigt, ohne feste Vorher-Nachher-Richtung. Genutzt werden hierfür die Faktorenanalyse oder die Clusteranalyse

Strukturierte Beobachtung

siehe Systematische Beobachtung

strukturiertes Interview

In einem strukturierten, auch standardisiertem, Interview sind die Fragen und ihre Reihenfolge exakt festgelegt und werden jedem Befragen in genau derselben Form gestellt (z.B. bei bestimmten Umfragen oder standardisierten Bewerbungsgesprächen).

Strukturprüfende Verfahren

Strukturprüfende Verfahren untersuchen den Einfluss einer oder mehrerer unabhängiger Variablen auf eine oder mehrere abhängige Variablen (z. B. Prognosen erstellen). Dazu nutzt man eine Multiple Regression, eine Logistische Regression oder die sogenannte MANOVA.

Strukturwissenschaften (Formalwissenschaften)

Strukturwissenschaften (geprägt von Carl Friedrich von Weizsäcker) sind Disziplinen, die sich nicht mit der materiellen Natur oder konkreten gesellschaftlichen Inhalten befassen. Stattdessen erforschen sie abstrakte Formen, logische Systeme, Methoden und den inneren Aufbau von Phänomenen. Sie sind eng mit den Formalwissenschaften verbunden.

Study Protocol

siehe Protocol paper

Subjektivität

Subjektivität beschreibt die persönliche, von individuellen Gefühlen, Erfahrungen und Meinungen geprägte Sichtweise eines Menschen. Sie steht im Gegensatz zur Objektivität, die Dinge wertfrei und unabhängig vom Betrachter beschreibt.

Substantivstil

Substantivstil entsteht, wenn man zu viele Hauptwörter (Nominalstil) verwendet, was den Text starr und schwerfällig macht. Besser ist der Aktiv- oder Verbalkontext (z.B. „Die Autoren untersuchen ...“ statt „Es wurde eine Untersuchung durchgeführt...“).

Suggestivfragen

Eine Suggestivfrage ist eine Frage, die durch ihre Formulierung (z. B. durch Unterstellungen, Verstärker oder Gruppendruck) die antwortende Person unbewusst dazu lenkt, eine vom Fragesteller erwartete Antwort zu geben. In der Wissenschaft (etwa in der empirischen Sozialforschung oder Psychologie) gilt sie als methodischer Fehler, da sie die Reliabilität und Validität der Daten systematisch verzerrt.

Supranational

Supranational bezeichnet Organisationen, an die nationale Staaten einen Teil ihrer Souveränität abgetreten haben (wie z. B. die Europäische Union).

Symbol

Ein Symbol ist ein konkretes Zeichen, Bild oder Sinnbild, das stellvertretend für eine abstrakte Idee, einen Begriff oder einen Sinnzusammenhang steht. Es verweist über seine eigentliche Bedeutung hinaus und muss in der Regel durch kulturelle Vereinbarung erlernt werden.

Symbolverzeichnis

Ein Symbolverzeichnis listet alle in einer wissenschaftlichen oder technischen Arbeit verwendeten Symbole (z. B. Variablen, Formelzeichen, mathematische Indizes) alphabetisch auf und erklärt deren Bedeutung sowie die verwendete Maßeinheit. Es ist in der Regel direkt nach dem Inhalts- und Abbildungsverzeichnis zu finden.

Synektik (Bildtechnik)

Als wissenschaftliche Methode zielt die Synektik (von griech. synechein = zusammenbringen) darauf ab, Originalität durch kontrollierte Verfremdung zu erzeugen. Durch das Bilden von Analogien wird das Vertraute fremd gemacht, um eingefahrene Denkmuster aufzubrechen und völlig neuartige, interdisziplinäre Lösungsansätze für komplexe Probleme zu finden.

Synopsis

siehe Abstract

Systematisch-analytische Methoden

Systematisch-analytische Methoden in der Wissenschaft bezeichnen einen strukturierten, regelgeleiteten Ansatz, bei dem komplexe Phänomene in ihre Einzelteile zerlegt (analysiert) und logisch untersucht werden. Ziel ist es, Ursachen, Strukturen und Gesetzmäßigkeiten objektiv, nachvollziehbar und fehlerfrei zu erkennen

Systematische Beobachtung

Eine Beobachtung in der Wissenschaft wird auch systematische Beobachtung genannt und zielt darauf ab als Datenerhebungsmethode genutzt zu werden. Die systematische Beobachtung ist eine wissenschaftliche Methode der empirischen Forschung, bei der Verhalten, Vorgänge oder Objekte geplant, theoriegeleitet und nach strengen, im Vorfeld definierten Regeln erfasst werden. Sie unterscheidet sich von der Alltagsbeobachtung durch ihre methodische Striktheit, um Objektivität, Reliabilität und wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten

systematische Übersichtsarbeit

Ein systematisches Review (oder systematische Übersichtsarbeit) ist eine eigenständige wissenschaftliche Methode, bei der alle verfügbaren Studien zu einer spezifischen Forschungsfrage nach einem transparenten, vorab definierten Plan gesucht, bewertet und zusammengefasst werden. Ziel ist es, Verzerrungen zu minimieren und eine objektive Antwort auf die Fragestellung zu liefern.

systematisches Review

siehe systematische Übersichtsarbeit

Systematisierung

siehe Kategorisierung

Systematisierung (Beobachtung)

Die Zusammenstellung einzelner, mit Zeichen, Zahlen oder Begriffen kodierte Beobachtungen zu einem übersichtlichen Gesamtprotokoll

t-Test

Der t-Test ist ein statistisches Hypothesentestverfahren, mit dem in der Wissenschaft überprüft wird, ob sich Mittelwerte von maximal zwei Gruppen statistisch signifikant voneinander unterscheiden oder ob sie nur zufällig voneinander abweichen

TA

siehe Thematische Analyse

Tabellenverzeichnis

Ein Tabellenverzeichnis ist ein systematisches Verzeichnis in wissenschaftlichen oder umfangreichen Arbeiten, das alle verwendeten Tabellen auflistet. Es enthält in der Regel die Tabellennummer, den exakten Titel (die Tabellenbeschriftung) sowie die jeweilige Seitenzahl. Es gibt dem Leser einen schnellen, kompakten Überblick darüber, welche Daten und grafischen Aufbereitungen im Dokument enthalten sind. Der Lesser kann gezielt nach bestimmten Datensätzen oder Übersichten suchen, ohne das gesamte Dokument durchblättern zu müssen. In wissenschaftlichen Arbeiten (wie Hausarbeiten, Bachelor- oder Masterthesen) gehört es zum guten Formstandard, um strukturiert zu arbeiten.

Tagebuchstudie

Eine Tagebuchstudie ist eine spezifische Form der Self-Report-Methode (Selbstbericht). Der Hauptunterschied liegt im Zeitrahmen und der Dynamik: Während ein klassischer Self-Report als einmalige Momentaufnahme dient, erfassen Tagebuchstudien Erlebnisse und Verhaltensweisen fortlaufend über einen längeren Zeitraum. Eine Tagebuchstudie (oft digital als App umgesetzt) ist eine qualitative oder quantitative Langzeitstudie. Über einen Zeitraum von wenigen Tagen bis mehrere Wochen hinweg in regelmäßigen Abständen, oft mehrmals täglich, fortlaufend und zeitnah (Prospektiv) werden Teilnehmerangaben über ihr aktuelles Erleben dokumentiert. Teilnehmende geben selbstständig ihre Erfahrungen, Verhaltensweisen oder Emotionen in Bezug auf ein bestimmtes Produkt, eine Dienstleistung oder ihren persönlichen Alltag ab. Das Ereignis wird notiert, unmittelbar nachdem es passiert ist. Der Fokus liegt eher auf dem Erfassen von Alltagsschwankungen, Routinen, Stimmungsverläufen oder dynamischen Nutzungsgewohnheiten. Die Erhebung erfolgt in Echtzeit und direkt im natürlichen Umfeld der Nutzer, um Gedächtnislücken oder verfälschte Erinnerungen zu vermeiden. Sie halten ihre Erlebnisse in kurzen Einträgen fest. Dies kann in Form von Texten, Fotos, Audio- oder Videoaufnahmen geschehen. Vorteilhaft ist die hohe ökologische Validität. Die Daten spiegeln das reale, unverfälschte Verhalten im Alltag wider und nicht die künstliche Situation im Labor. Ebenfalls vorteilhaft ist die Verlaufserkennung. Es lassen sich Veränderungen, Gewohnheitsbildungen oder emotionale Entwicklungen über Zeiträume hinweg nachvollziehen. Tagebuchstudien sind zwar hervorragend geeignet, um das tatsächliche Nutzerverhalten im Alltag zu erforschen, weisen aber auch deutliche Schwächen auf. Ein Nachteil ist die hohe Teilnehmerbelastung. Die kontinuierliche Dokumentation über mehrere Tage oder Wochen erfordert viel Zeit und Disziplin. Dies führt oft zu nachlassender Motivation. Der große Aufwand begünstigt vorzeitige Studienabbrüche oder unvollständige Datensätze (Missing Data). Die bewusste Teilnahme an der Studie kann das Verhalten oder die Wahrnehmung der Probanden verändern. Diese verzerrten Ergebnisse durch Beobachtung nennt man Hawthorne-Effekt. Wenn Einträge nicht sofort nach der Nutzung, sondern gesammelt (z. B. abends) erfolgen, schleichen sich oft Erinnerungsfehler ein. Schließlich entsteht oft eine aufwändige Auswertung. Die Fülle an qualitativen Daten (z. B. Freitexte, Fotos) muss strukturiert und analysiert werden, was sehr zeitintensiv ist.

Tagungsbände

siehe Proceedings

Talkaloud Interview

siehe Lautes Denken

Tautologische Aussagen

Tautologische Aussagen sind analytisch wahre Sätze.• Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, dann ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist.

Teilnehmende Beobachtung

Die teilnehmende Beobachtung ist eine qualitative Methode der empirischen Sozialforschung und Ethnografie. Forschende tauchen aktiv in den Alltag oder die soziale Gruppe ein, die sie untersuchen, um menschliches Handeln in realen Situationen zu verstehen.

Tendenz-zur-Mitte-Problematik

Die Tendenz zur Mitte ist ein systematischer Messfehler, bei dem Befragte oder Beurteilende auf mehrstufigen Skalen bevorzugt mittlere Antwortkategorien wählen und extreme Werte (z. B. „stimme voll zu“ oder „lehne völlig ab“) vermeiden. Sie verringert die Varianz und verfälscht Forschungsergebnisse

Terminologie

Unter Terminologie versteht man die Gesamtheit aller Fachbegriffe (Termini) und Definitionen, die in einer bestimmten Wissenschaft oder Fachdisziplin verwendet werden. Sie ist das präzise, kontrollierte Vokabular, das Experten nutzen

Test-Retest-Methode

Die Test-Retest-Methode (auch Testwiederholung) dient in der Wissenschaft dazu, die Zuverlässigkeit (Reliabilität) eines Messinstruments, wie zum Beispiel eines Fragebogens, Tests oder medizinischen Geräts, zu überprüfen.Dabei wird exakt dieselbe Messung zu zwei verschiedenen Zeitpunkten an derselben Versuchsgruppe durchgeführt. Anschließend wird der Zusammenhang (die Korrelation) der Ergebnisse beider Zeitpunkte statistisch berechnet

Testhalbierungsreliabilität

siehe Split-Half-Methode

Testwiederholung

siehe Test-Retest-Methode

Thematic Analysis

siehe Thematische Analyse

Thematische Analyse

Die Thematische Analyse (engl. Thematic Analysis, TA) nach Virginia Braun und Victoria Clarke ist eine der weltweit am häufigsten genutzten qualitativen Forschungsmethoden. Ihr Hauptzweck besteht darin, Muster, Bedeutungen und Konzepte (Themen) in qualitativen Daten – wie Interviews, Fokusgruppen oder Texten – zu identifizieren, zu analysieren und darzustellen.Der große Vorteil dieses Ansatzes ist seine enorme Flexibilität: Die Methode ist an keine bestimmte theoretische Ausrichtung (wie z. B. reine Grounded Theory) gebunden und kann induktiv (aus den Daten heraus) oder deduktiv (anhand bestehender Theorien) angewendet werden.

Thematische Kodes

Thematische Kodes (Themes) sind breiter gefasste Sinn-Einheiten, die größere Textabschnitte interpretieren. Sie bündeln mehrere kleinere Kodes zu einem zusammenhängenden Erzählstrang oder Muster (z.B. „Work-Life-Balance“).

Themes

siehe Thematische Kodes

Theoretical Article

siehe Theoretischer Artikel

theoretische Analyse

Bei einer theoretischen Analyse bleibt man in der Welt der Logik und der bestehenden Modelle. Man nutzt bereits bekannte Theorien, um neue Schlüsse zu ziehen oder Probleme zu durchleuchten. Man arbeitet mit Definitionen, logischen Argumentationsketten und mathematischen Formeln.

theoretische Relevanz

siehe Wissenschaftliche (theoretische) Relevanz

Theoretische Sättigung

Die theoretische Sättigung (engl. theoretical saturation) ist ein zentrales Abbruchkriterium in der qualitativen Sozialforschung. Sie beschreibt den Punkt im Forschungsprozess, an dem das Erheben weiterer Daten (z. B. durch Interviews oder Beobachtungen) keine neuen Erkenntnisse, Variationen oder Beziehungen mehr liefert, sondern nur noch Wiederholungen aufzeigt

Theoretische Stichprobenziehung

Die theoretische Stichprobenziehung (oder das Theoretical Sampling) ist ein dynamisches, iteratives Verfahren in der qualitativen Forschung (insbesondere in der Grounded-Theory-Methodologie), bei dem die Auswahl neuer Datenquellen (wie Personen, Ereignisse oder Dokumente) auf den Erkenntnissen basiert, die im fortlaufenden Analyseprozess bereits gewonnen wurden

Theoretischer Artikel

Ein theoretischer Artikel beschäftigt sich mit einem Phänomen, einer Idee oder einer wissenschaftlichen Frage auf konzeptioneller Ebene. Im Mittelpunkt steht also nicht die Auswertung einer eigenen Stichprobe, sondern die Frage, wie sich ein Thema begrifflich sauber fassen, logisch strukturieren oder theoretisch besser erklären lässt.

Theorie

Eine Theorie ist im wissenschaftlichen Sinne kein „vager Einfall“, sondern ein Gedankengebäude. Sie besteht aus logisch verknüpften Aussagen, die versuchen, einen Teil der Realität zu erklären oder vorherzusagen. Man könnte sagen, eine Theorie ist also eine Anhäufung von Aussagen. Theorien sind weder endgültig belegt, sonst wären sie Gesetze, noch endgültig falsifiziert. Umgangssprachlich könnte man sage, eine Theorie ist der „Schlachtplan“ oder das Modell im Kopf. Wichtig ist, daß Theorien immer prüfbar sein müssen. Liegt dies nicht vor, ist es keine Theorie.

These

These bedeutet Annahme, Behauptung, Leitsatz, Kernsatz, Position oder Postulat.

Think-Aloud

siehe Lautes Denken

Tiefeninterview (psychologisches, exploratives)

Tiefeninterviews, auch explorative oder psychologische Interviews genannt, ist ein sehr offenes Einzelgespräch, das tief in die individuelle Gefühlswelt oder die Einstellung der Peron eindringt. Mit dieser speziellen Befragung sollen ebenfalls die tiefsitzenden Überzeugungen oder unbewusste Motive aufgedeckt werden.

Time sampling

siehe Zeitstichprobe

Time sampling observation

siehe Zeitstichprobe

Transkription

Unter Transkription versteht man das systematische Verschriftlichen von gesprochener Sprache (Audio oder Video). Sie dient dazu, mündliche Aussagen festzuhalten, um sie leichter durchsuchen, zitieren oder analysieren zu können. Man kann dies mittels Software oder manuell, also selbst abtippen, durchführen. Je nachdem, welches Ziel man verfolgt, unterscheidet man verschiedene Formen. Die drei wichtigsten Grundformen sind die literarische, die lautliche (phonetische) und die inhaltlich-semantische Transkription

Transparenz

siehe Rechtsmäßigkeit und Transparenz

Transparenz (wissenschaftliche)

Wissenschaftliche Transparenz bedeutet, dass der gesamte Forschungsprozess – von der Planung bis zur Veröffentlichung – für andere Forschende und die Gesellschaft vollständig nachvollziehbar, offen und überprüfbar ist. Sie ist das Kernprinzip der guten wissenschaftlichen Praxis

Triangulationsdesign

Das Triangulationsdesign, auch paralleles oder konvergentes Desing genannt, besteht aus der gleichzeitigen Erhebung von qualitativen und quantitativen Daten. Sie werden zusammengeführt, um ein Phänomen aus verschiedenen Aspekten zu beleuchten. Daher werden zeitgleich die Daten erhoben, analysiert und die Ergebnisse dokumentier. Die Zusammenführung bedeutet deren Vergleich, deren Beziehung zueinander oder deren Gültigkeit. Die Interpretation schließlich erfolgt grundlegend als gleichwertig der qualitativen als auch quantitativen Daten.

Tücken der Rückübersetzung

Nicht nur die Übersetzung, sondern auch die Rückübersetzung birgt oft trügerische Fallen. Wenn ein englischer Begriff ins Japanische und von einem Unabhängigen zurück ins Englische übersetzt wird, kommt oft etwas völlig anderes heraus. Die größten Tücken der Rückübersetzung (Back-Translation) sind stilistische Unterschiede, vorgetäuschte Genauigkeit, Falsche Fährten bei „Falschen Freunden“ und die Kulturelle Ignoranz.

Turn-Taking

Sprecherwechsel. Also der Fakt, daß im Gespräch die Sprecher natürlich hin und her wechseln

typenbildende Inhaltsanalyse

Ziel der typenbildenden Inhaltsanalyse ist es, im Datenmaterial bestimmte Typen oder Muster von Personen / Verhaltensweisen zu identifizieren.

Übereinstimmungsvalidität (konkurrente Validität)

Übereinstimmungsvalidität (Konkurrente Validität) gibt an, wie gut die Ergebnisse eines neuen Tests mit den Resultaten eines bereits bewährten Messverfahrens (dem Kriterium) übereinstimmen, wenn beide Erhebungen zeitgleich durchgeführt werden.

Überinterpretieren

siehe Over-Interpretation

Übersichtsarbeiten

Eine Übersichtsarbeit ist ein Artikel, der keine neuen Primärdaten erhebt, sondern bereits veröffentlichte Studien zu einem Thema systematisch sammelt, zusammenfasst und kritisch auswertet. Sie ist damit ein sekundärer Artikeltyp: Statt „Wir haben gemessen …“ liest du Formulierungen wie „Diese Review fasst zusammen …“ oder „In dieser Übersichtsarbeit diskutieren wir …“. Je nach Disziplin und Journal kann eine Übersichtsarbeit eher narrativ (klassische Literature Review) oder systematisch (Systematic Review, oft mit Meta Analyse) aufgebaut sein. Gemeinsamer Kern bleibt: Sie erzählt nicht die Geschichte einer Studie, sondern die Geschichte eines gesamten Forschungsfeldes.

Umfrage

siehe quantitative Befragung

Umfrageformular

Umfrageformulare können schriftlich, online, telefonisch oder im Rahmen von persönlichen Interviews durchgeführt werden. Schriftliche und onlinebasierte Umfragen können Antworten von einer relativ hohen Anzahl von Befragten erfassen, es wird kein Interviewer benötigt, und der Befragte kann sich die Zeit nehmen, die er oder sie für die Beantwortung benötigt. Der Fragebogen wird bei onlinebasierten Umfragen über Plattformen oder per Link versandt. Dies ist die kostengünstigste und schnellste Methode mit hoher Reichweite. Ein typischer Fragebogen folgt dem sogenannten Trichterprinzip – er beginnt einfach und unverfänglich, baut sich logisch nach Themen auf und endet mit den persönlichen Angaben. Der Aufbau soll die Befragten motivieren, kognitiv überfordern und bis zum Abschluss führen. Hilfreich hierzu ist sich zunächst eigene Gestaltungskriterien und Leitlinien zu schaffen. Es soll den Teilnehmer dazu motivieren teilzunehmen, aber nicht beeinflussen. Wie bei einem guten Buch muss ein Fragebogen einen Spannungsbogen aufbauen. Dabei ist es wichtig, daß man am Anfang den Befragten nicht überfordert. Man beginnt also mit Fragen, die zur Forschungsfrage hinführt. So wird der Befragte auf die Forschungsfrage eingestellt. Dabei ist dringend auf den Strahlungs- und den Platzierungseffekt zu achten. Dieser Einfluss muss bedacht und möglichst geringgehalten werden. Der Fragebogen folgt einem festen, logischen Ablauf, um die Vergleichbarkeit der Daten für alle Teilnehmenden sicherzustellen.

unabhängige Variable

Eine unabhängige Variable (uV) ist die Ursache in einer Ursache-Wirkungs-Beziehung. Es handelt sich um den Faktor, den Sie in einem Experiment gezielt verändern, um dessen direkte Auswirkung auf eine andere Größe – die abhängige Variable – zu messen. Unabhängige Variablen sind also Faktoren, die der Forscher gezielt verändert bz. Verändern kann (z.B. die Lichtmenge).

Uniform Resource Locator

siehe URL

univariate Analyse

Eine univariate Analyse ist ein statistisches Verfahren, das die Verteilung und die Eigenschaften einer einzigen Variablen (eines Merkmals) isoliert untersucht. Ziel ist es, die Daten übersichtlich darzustellen und grundlegende Muster zu erkennen, ohne nach Zusammenhängen mit anderen Variablen zu suchen. In der Praxis (z.B. in der Marktforschung oder bei Umfragen) dient die univariate Analyse oft als erster Schritt der Datenprüfung. Sie hilft dabei, einen ersten Überblick über die Daten zu bekommen und Ausreißer oder fehlerhafte Eingaben frühzeitig zu erkennen. Forschungsfragen, die über eine einzelne Variable hinausgehen (z.B. "Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Geschlecht und dem Gehalt?"), werden anschließend mit bi- oder multivariaten Analysemethoden untersucht. Eine univariate Analyse beinhaltet Häufigkeitsverteilungen, Lage- und Streuungsmaße.

univariate Statistik

siehe univariate Analyse

Universitäts- und Hochschulbibliothek

Aufgabe der Universitäts- und Hochschulbibliotheken ist es die jeweiligen Fakultäten mit Fachliteratur zu versorgen

unkritische Themen (Pretest)

In der Wissenschaft bezeichnet der Begriff unkritische Themen (im Kontext des Weglassens eines Pretests) standardisierte, altbekannte oder sachliche Sachverhalte. Wenn Fragen oder Themengebiete im Fragebogen als unkritisch eingestuft werden, bedeutet dies, dass bei ihnen keine Verständnisschwierigkeiten, keine methodischen Fehler und keine Verzerrungen der Antworten (z. B. durch soziale Erwünschtheit / Rechtfertigung) zu erwarten sind

unstrukturierte Beobachtung (unsystematisch)

Bei einer unstrukturierten (oder unsystematischen) Beobachtung dokumentiert man das Geschehen offen und flexibel, ohne vorab festgelegte Kategorien, Strichlisten oder starre Beobachtungsbögen. Der Fokus liegt darauf, das Verhalten in einer Situation möglichst ganzheitlich und unvoreingenommen zu erfassen

unsystematische Beobachtung

siehe unstrukturierte Beobachtung

Unübersichtlichkeit (Gegenteil: Gliederung & Ordnung)

Im wissenschaftlichen Schreiben bedeutet Unübersichtlichkeit eine mangelnde Nachvollziehbarkeit und Struktur. Sie erschwert es der Leserschaft, dem roten Faden zu folgen, zentrale Argumentationen zu erfassen und die wissenschaftliche Güte der Arbeit zu beurteilen

unüberwachtes Lernen

Unüberwachtes Lernen (unsupervised learning) ist ein Teilgebiet des maschinellen Lernens. Algorithmen bekommen unbeschriftete Rohdaten ohne vorgegebene Zielwerte oder richtige Antworten. Sie müssen selbstständig verborgene Strukturen, Ähnlichkeiten und Muster in den Daten entdecken und ordnen

Unwissen

Unter Unwissen (oder Unwissenheit) versteht man das Fehlen von Wissen, Kenntnissen oder Informationen über einen bestimmten Sachverhalt. Es ist der Zustand, in dem einem Menschen die nötige Einsicht, Erfahrung oder Aufklärung fehlt, um eine Sache vollständig zu verstehen oder beurteilen zu können

URL

Eine URL (Uniform Resource Locator) ist die genaue Internetadresse einer Webseite, vergleichbar mit einer Hausanschrift. Sie gibt an, wo sich eine Datei oder ein Dokument im Internet befindet. Ändert sich der Speicherort, führt die URL ins Leere. Eine URL verwendet man zum Aufrufen von Websites im Browser. In wissenschaftlichen Arbeiten wird sie meist nur dann verwendet, wenn keine DOI verfügbar ist.

Ursache-Wirkung-Zusammenhang

siehe Kausalität

Valenzanalyse

Bei der Valenzanalyse, als Teil der Inhaltsanalyse, interessieren nicht nur die reinen Häufigkeiten, sondern auch inhaltliche Bewertungen der Kategorien. Das Kategorienschema hat also zu berücksichtigen, dass in den Aussagen eine bestimmte Tendenz (positiv, negativ) zum Ausdruck kommt, oder ob die Aussagen neutral sind. Eine Valenzanalyse prüft also auch, ob sich in der Zähleinheit (z.B. einem Satz) eine Bewertung des Themas ausdrückt.

Validierte Instrumente (Pretest)

Validierte Instrumente sind standardisierte Messmethoden (z. B. Skalen oder Fragebögen), deren wissenschaftliche Gütekriterien (wie Validität und Reliabilität) in früheren Studien bereits umfassend nachgewiesen wurden. Daher ist in der aktuellen Forschung ein Pretest zur Überprüfung der Messgenauigkeit oft nicht mehr zwingend erforderlich

Validität

Validität bedeutet „Gültigkeit und gibt an, ob eine wissenschaftliche Untersuchung oder ein Messinstrument (wie ein Fragebogen) tatsächlich genau das misst oder untersucht, was es messen soll. Wenn man beispielsweise die Intelligenz messen will, der Test aber am Ende nur das Rechenvermögen abfragt, ist der Test nicht valide.

Vancouver-Zitierweise

Die Vancouver-Zitierweise ist ein numerisches System, das gerne in den medizinischen Fachgebieten verwendet wird, bei dem Quellen im Text durch Nummern in runden (1), eckigen [1] oder hochgestellten¹ Klammern belegt werden, die der Reihenfolge ihres ersten Erscheinens entsprechen. Im Literaturverzeichnis werden diese Quellen dann vollständig, ebenfalls nummeriert, aufgeführt.

Variabilität

seine Streuungsmaße

Variable

Eine Variable ist in der Wissenschaft ein Merkmal, eine Eigenschaft oder ein Messwert, der veränderlich ist und verschiedene Ausprägungen annehmen kann. Sie ist das grundlegende Untersuchungsobjekt in der Forschung, um Daten zu erheben, Zusammenhänge zu analysieren und Hypothesen zu überprüfen

Varianz

Die Varianz gibt die quadrierte durchschnittliche Entfernung der Daten vom Mittelwert an. Sie dient vor allem als Rechengröße, die Standardabweichung zur konkreten Interpretation.

Varianzanalyse

siehe ANOVA

VAS

siehe visuelle Analogskalen

Veranstaltung (keine Konferenz)

Eine Veranstaltung (z. B. Vorträge, Podiumsdiskussionen, Vorlesungen) ist eine mündliche Primärquelle. Im wissenschaftlichen Kontext sind Veranstaltungen keine großen akademischen Tagungen oder Konferenzen, sondern eher praxisbezogene oder interne Events. Dazu zählen Gastvorträge oder Keynotes, Vorlesungen oder Seminare, Podiumsdiskussionen, interne Firmenpräsentationen oder Persönliche Gespräch und Interviews. Mündliche Quellen gelten formal als schwer nachprüfbar, sind aber in den Sozial- und Geisteswissenschaften oft ein wichtiges empirisches Material.

verdeckte Beobachtung

Eine verdeckte Beobachtung (covert observation) ist eine Forschungsmethode, bei der Daten über Verhaltensmuster erfasst werden, ohne dass die beobachteten Personen wissen, dass sie Teil einer Studie sind. Dadurch soll natürliches, unverfälschtes Verhalten ohne Reaktivität (Veränderung durch Beobachtung) garantiert werden.

vergleiche

siehe Vgl.

Verhaltensanalyse

Eine Verhaltensanalyse als Interviewformat (auch verhaltensdiagnostisches oder verhaltensbasiertes Interview) ist eine strukturierte wissenschaftliche Befragungsmethode. Anstatt abstrakte Einstellungen abzufragen, zielt sie darauf ab, konkrete, vergangene Verhaltensweisen und Erlebensweisen in spezifischen Situationen zu rekonstruieren. Sie dient der Hypothesengewinnung und Identifizierung aufrechterhaltender Bedingungen. Es basiert oft auf dem Bewerbugnsgespräch.

Verhaltenscodierung

Die Verhaltenscodierung wird auch Behaviour Coding genannt. Beobachter notieren dabei systematisch, ob Interviewer und Befragte Probleme bei bestimmten Fragen haben (z. B. häufiges Nachfragen oder Zögern).

Verhaltensfragen

Verhaltensfragen (im Englischen Behavioral Questions) sind spezielle Interviewfragen, die in Vorstellungsgesprächen eingesetzt werden. Anstatt nach allgemeinen Stärken, Schwächen oder hypothetischen Szenarien zu fragen, bitten Personaler darum, konkrete Situationen aus der Vergangenheit zu schildern. Das Ziel ist es, anhand Ihrer tatsächlichen Taten auf zukünftiges Verhalten und Ihre Soft Skills zu schließen. Um Verhaltensfragen strukturiert und überzeugend zu beantworten, nutzen Sie am besten die bewährte STAR-Methode

Verlaufserkennung

Durch die Verlaufserkennung lassen sich Veränderungen, Gewohnheitsbildungen oder emotionale Entwicklungen über Zeiträume hinweg nachvollziehen. Dies ist ein Vorteil bei Langzeitdatenerhebungen.

veröffentlicht

Generell bedeutet veröffentlicht, dass Informationen, Werke oder Nachrichten für die Allgemeinheit zugänglich und bekannt gemacht wurden. Es ist der Moment, in dem etwas aus einem privaten oder internen Kreis in die Öffentlichkeit gelangt.

Veröffentlichungsreife

siehe Publikationstauglichkeit

Verordnung

Eine Verordnung (oder Rechtsverordnung) ist eine abstrakt-generelle Rechtsnorm, die von der Exekutive (Regierung, Ministerien oder Verwaltungsbehörden) erlassen wird. Sie ist ein „Gesetz im materiellen Sinne“, bedarf zu ihrer Legitimation jedoch stets einer gesetzlichen Ermächtigung durch das Parlament (Legislative).

Verordnung (EU)

Eine EU-Verordnung ist ein echtes, europäisches Gesetz, das in allen Mitgliedstaaten sofort und wortgleich gilt (ohne nationale Umsetzung). Im Gegensatz dazu ist eine innerstaatliche Rechtsverordnung (z. B. in Deutschland) ein Gesetz der Exekutive, das in der Normenhierarchie unter dem Parlamentsgesetz steht.

Versalien

Versalien ist der typografische Fachbegriff für Großbuchstaben. Der Begriff stammt vom lateinischen Wort versus (Zeile) ab, da früher Satzanfänge hervorgehoben wurden. In der Typografie gilt es als verpönt, ganze Sätze oder Absätze komplett in Versalien zu schreiben. Wörter verlieren dadurch ihre charakteristische Form, wodurch der Text deutlich schwerer und langsamer lesbar wird. Auch in der digitalen Kommunikation (z. B. in Chats) wird das Schreiben in reinen Versalien oft als unhöflich empfunden, da es als "Schreien" interpretiert wird.

Verschwörungserzählungen

Wichtig ist, daß Theorien immer prüfbar sein müssen. Liegt dies nicht vor, ist es keine Theorie. Daher sind „Verschwörungstheorien“ keine Theorien, da sie oft weder prüfbar, schon widerlegt oder überhaupt nicht wissenschaftlich sind, und heißen in der einschlägigen Forschung „Verschwörungserzählungen“. Es sind eben nur Erzählungen

Verschwörungstheorien

siehe Verschwörungserzählungen

vertikale Verhaltenanalyse

vertikale Verhaltensanalyse

Eine vertikale Verhaltensanalyse (auch Makroanalyse) ist ein tiefenpsychologisches und lerntheoretisches Interviewformat. Sie erfasst situationsübergreifende Ziele, Pläne, Kognitionen und biografische Lernerfahrungen, die dem konkreten Problemverhalten zugrunde liegen, anstatt nur auslösende Momente im Hier und Jetzt zu betrachten. Es basiert auf dem standardisierten Interview.

Vertrauensintervall

siehe Konfidenzintervall

Vgl. (vergleiche)

Die Abkürzung vgl. steht für „vergleiche“ und wird in wissenschaftlichen Arbeiten vor eine Quellenangabe gesetzt, um ein indirektes Zitat (eine Paraphrase) zu kennzeichnen. Es signalisiert dem Lesenden, dass der vorherige Inhalt sinngemäß, aber nicht wortwörtlich aus der angegebenen Quelle übernommen wurde

VHB-Ranking

Ein VHB-Ranking (oft offiziell als VHB-Rating bezeichnet) ist ein Verzeichnis des Verbands der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft (VHB), das die wissenschaftliche Qualität von Fachzeitschriften und Publikationsmedien in der Betriebswirtschaftslehre (BWL) bewertet. Es ist der wichtigste Maßstab im deutschsprachigen Raum für die Publikationsleistung von BWL-Forschern.

virtuelle Bibliothek

Virtuelle Bibliotheken sind spezialisierte Webportale oder Fachinformationsführer. Sie halten keine eigenen Publikationen auf ihren Servern bereit, sondern sammeln, strukturieren und kommentieren Links zu Informationsquellen im gesamten Internet. Sie fungieren als Wegweiser (Kataloge), um Nutzern die gezielte Suche nach hochwertigen, fachspezifischen Informationen zu erleichtern.

visuelle Analogskalen (VAS)

Eine Visuelle Analogskala (VAS) ist ein psychometrisches Messinstrument zur Erfassung subjektiver Empfindungen, die sich nicht direkt messen lassen (wie Schmerz, Juckreiz oder Lebensqualität). Sie besteht meist aus einer 10 cm langen Linie, deren Endpunkte extreme Zustände (z. B. „kein Schmerz“ bis „stärkster vorstellbarer Schmerz“) markieren, auf der Probanden ihre Intensität abstufen

Vollbeleg

siehe Langzitierweise

Vorauswahl

siehe Screening

Vorgetäuschte Genauigkeit (Sprache)

Rückübersetzung ist keine verlässliche Formel. Ein grammatikalisch falscher oder völlig unnatürlicher Text in der Zielsprache kann sich durch eine wörtliche Rückübersetzung plötzlich wieder wie das perfekte Original lesen, obwohl der eigentliche Zieltext fehlerhaft ist. Somit entsteht eine vorgetäuschte Genauigkeit.

Vorhersagevalidität (Prädiktive Validität)

Die Vorhersagevalidität (auch prädiktive Validität) ist ein wissenschaftliches Gütekriterium. Sie gibt an, wie gut die Ergebnisse eines Tests oder Messverfahrens ein zukünftiges Verhalten oder ein bestimmtes Ereignis (das sogenannte Kriterium) vorhersagen können. Die Vorhersagevalidität wird quantitativ bestimmt. Dafür wird ein Test zu einem frühen Zeitpunkt durchgeführt und das Testergebnis später mit dem tatsächlich eingetretenen Ereignis abgeglichen. Beide Werte werden mathematisch miteinander korreliert. Je höher dieser Zusammenhang ausfällt, desto höher ist die Vorhersagevalidität des Tests.

vorreferenziell

Der Begriff vorreferenziell beschreibt in der Wissenschaftstheorie und Linguistik eine Phase, Ebene oder Struktur, in der sprachliche Ausdrücke noch keinen konkreten Bezug (Referenz) zu realen oder gedanklichen Objekten in der Welt aufweisen. Es ist der Zustand vor der eigentlichen Bedeutungszuweisung. Bei Erstellen einer wissenschaftlichen Arbeit, bedeutet werden Abbildungen und Tabellen sowie Formeln vorreferenziell im Text beschrieben. Mit anderen Worten, bevor eine Grafik oder ähnliches in einer Arbeit zu finden ist, muss es im Text ausreichend beschrieben sein.

Vorspann

Der Vorspann, auch Formalia genannt, besteht aus Deckblatt, Abstrakt und den Verzeichnissen vor dem eigentlichen Inhalt. Es ist also inhaltlich noch nicht wirklich viel, sondern dient der Erkennbarkeit innerhalb der Arbeit.

Wald-Diagramm

Ein Forest Plot (auch Wald-Diagramm) ist eine grafische Übersichtsgrafik in der medizinischen und wissenschaftlichen Statistik. Er stellt die Ergebnisse mehrerer Einzelstudien sowie deren zusammenfassendes Gesamtergebnis übersichtlich in einer einzigen Grafik dar, um den aktuellen Forschungsstand zu einer bestimmten Fragestellung zu veranschaulichen.

Webseite

Eine Webseite ist ein einzelnes Dokument oder eine Unterseite innerhalb dieser Website. Die Website ist das Buch, die Webseite ist die einzelne Seite darin. Webseiten sind eine spezifische Unterseite, z.B. www.beispiel.de/kontakt.html. Es ist also eine einzelne Datei (HTML), die man im Brower sieht.

Website

Eine Website ist der gesamte Internetauftritt (die Sammlung aller Seiten unter einer Domain). Die Startseite einer Website nennt man Homepage. Mit anderen Worten umfasst die Website das gesamte Webangebot, z.B. www.beispiel.de. Sie beinhalten alle verknüpften Unterseiten, Bilder und Videos.

Wegweiser-Satz

siehe Signpost-Satz

WEIRD-Bias

In dem Rahmen des Ethnozentrismus muss man ebenfalls den WEIRD-Bias als wichtiges Augenöffner-Konzept nennen. Ein Großteil unserer psychologischen und sozialen Studien basiert auf Probanden, die Western, Educated, Industrialized, Rich, and Democratic (WEIRD) sind. Wie repräsentativ ist das für den Rest der Welt? Spoiler: Gar nicht. Nicht nur die Interpretation und Übertragung, sondern schon allein die Datenerhebung kann die Ignoranz anderer Kulturen komplett missglücken.

Weitschweifigkeit (Gegenteil: Kürze & Prägnanz)

Weitschweifigkeit bezeichnet den übermäßigen Gebrauch von Wörtern und Details, die für die eigentliche Kernaussage nicht notwendig sind. Im wissenschaftlichen Schreiben beeinträchtigt sie die Lesbarkeit, verschleiert die Argumentationsstruktur und führt zu Informationsüberflutung

Whitepaper

Ein Whitepaper in der Wissenschaft ist ein fundierter, sachlicher Bericht, der komplexe Forschungsergebnisse oder technologische Standards prägnant zusammenfasst. Es dient als Brücke zwischen der reinen Grundlagenforschung und der Anwendung, um praxisnahe Lösungen aufzuzeigen, und ist meist frei verfügbar

Widerlegbarkeit

siehe Falsifizierbarkeit

wirtschaftliche Relevanz

siehe praktische Relevanz

Wissen

Wissen ist die Gesamtheit der Fakten, Theorien, Regeln und Fähigkeiten, die Personen oder Gruppen zur Lösung von Problemen nutzen. Es zeichnet sich durch einen hohen Grad an Gewissheit aus und gilt als eine wahre, gerechtfertigte Überzeugung. Somit ist Wissen nicht nur für den einzelnen (subjektiv) war, sondern auch für die Allgemeinheit (objektiv). Im Gegensatz zu Glauben oder Vermutung ist Wissen überprüfbar und rational begründet.

Wissenschaft

Wissenschaft ist alles was „Wissen schafft“. Also eine organisierte Form Wissen zu erwerben, zu vermehren und weiterzugeben. Dazu muss man sich mit den Wissensschätzen in einem Fachgebiet vertraut machen und darauf aufbauend neues Wissen (und neue Produkte) erschaffen. Wissenschaft ist die Gesamtheit der Erkenntnisse, Theorien und Erfahrungen.

Wissenschaftliche (theoretische) Relevanz

Wissenschaftliche (theoretische) Relevanz ist ein Aspekt der Relevanz in der Wissenschaft und bezieht sich auf den Beitrag, den eine Arbeit zur Erweiterung des Wissens in einer Disziplin leistet. Dies kann man durch das Schließen einer unzureichenden untersuchten Lücke in der Literatur (Forschungslücke) erreichen. Hierzu gehört das Widerlegen, Bestätigen oder Erweitern von bestehenden Theorien oder Modellen. Schließlich kann auch das Anwenden einer neuen, innovativen Methode oder die Übertragung bekannter Methoden auf ein neues Forschungsfeld dafür genutzt werden.

Wissenschaftliche Bibliothek

Wissenschaftliche Bibliotheken für Forschung und Lehre richten sich an Studierende, Forschende und wissenschaftlich Interessierte. Aufgabe der Universitäts- und Hochschulbibliotheken ist es die jeweiligen Fakultäten mit Fachliteratur zu versorgen. Landes- und Staatsbibliotheken hingegen sammeln das Schrifttum eines bestimmten Bundeslandes oder Staates und dienen als Archiv. In geschichtlicher Abhängigkeit gibt es auch Landbibliotheken, deren Land keinen rechtlichen Status mehr hat, z.B. Badische Landesbibliothek, Württembergische Landesbibliothek oder Landesbibliothek Oldenburg.

wissenschaftliche Hypothese

Eine wissenschaftliche Hypothese (also eine Forschungshypothese) ist eine Annahme (These) über reale Sachverhalte (empirischer Gehalt, empirische Untersuchbarkeit) in Form von Konditionalsätzen. Sie weisen über einen Einzelfall hinaus (Generalisierbarkeit, Allgemeinheitsgrad) und sind durch Erfahrungsdaten widerlegbar (Falsifizierbarkeit).

Wissenschaftliche Journalartikel

Wissenschaftliche Journalartikel (Fachartikel) lassen sich anhand ihrer inhaltlichen Funktion und Methodik in verschiedene Typen unterteilen.

wissenschaftliche Manipulation

siehe Manipulation (wissenschaftliche)

Wissenschaftliches Arbeiten

Wissenschaftliches Arbeiten ist eine systematische, methodische und objektive Vorgehensweise, um eine Forschungsfrage zu untersuchen und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Es handelt sich um ein kritisches, nachvollziehbares Arbeiten, das auf aktuellen Quellen basiert, Standards einhält und oft in akademischen Arbeiten wie Haus- oder Abschlussarbeiten angewandt wird.

Wissenstransferproblematik

Wenn Experten (z. B. aus Wissenschaft, IT oder Medizin) ihr Fachwissen an Laien oder fachfremde Abteilungen weitergeben, gehen wichtige Details oft in einem Kommunikationsgraben verloren. Dies nennt man Wissenstransferproblematik.

wörtliches Zitat

siehe direktes Zitat

Zeilenabstand

Der Zeilenabstand ist der vertikale Abstand zwischen den Grundlinien von aufeinanderfolgenden Textzeilen. Er wird meist in Prozent der Schriftgröße oder in Punkten (pt) gemessen und soll die Lesbarkeit des Textes verbessern.

Zeitstichprobe (Beobachtung)

Eine Zeitstichprobe (engl. time sampling oder time-sampling observation) ist eine quantitative Beobachtungsmethode in der empirischen Forschung. Statt ein Verhalten durchgehend zu protokollieren, wird die Beobachtungszeit in feste, regelmäßige Intervalle unterteilt (z. B. alle 20 Sekunden für 5 Sekunden). Nur in diesen festgelegten Zeitfenstern wird das Auftreten definierter Verhaltensweisen registriert.

Zeitung

Zeitungen sind periodisch (regelmäßig) erscheinende Druckerzeugnisse, die ein breites Publikum über aktuelle Ereignisse informieren. Sie zeichnen sich durch Aktualität (tages- oder wochenaktuell), Publizität (öffentlich zugänglich), Periodizität und Universalität (vielfältige Themen wie Politik, Wirtschaft, Sport) aus. Sie dienen als Quelle für Informationen über das Zeitgeschehen, Meinungsbilder sowie Politik-, Sozial- und Alltagsgeschichte.

Zeitzeugeninterview

siehe Oral History

Zentrale Tendenz

siehe Lagemaße

Zielgröße

siehe abhängige Variable

Zielvariable

siehe abhängige Variable

Zirkelbeweis

siehe Zirkelschluss

Zirkelschluss

Ein Zirkelschluss (auch Zirkelbeweis oder Zirkuläritätsfehler) ist ein logischer Beweisfehler, bei dem die Schlussfolgerung (Konklusion) bereits als Voraussetzung (Prämisse) in den Beweis einfließt. Anstatt etwas Neues zu beweisen, wird die Aussage selbst als Begründung verwendet

Zirkuläritätsfehler

siehe Zirkelschluss

zit. Nach

siehe zitiert nach

Zitat aus zweiter Hand

siehe Sekundärzitat

Zitat im Zitat (Schachtelzitat)

Ein Zitat im Zitat (auch Schachtelzitat genannt) ist die wörtliche Übernahme einer Textpassage, die ihrerseits bereits ein direktes Zitat enthält. Es wird verwendet, wenn man eine Quelle zitiert und der ursprüngliche Autor dort eine andere Person direkt zitieren lässt.

Zitat mit Fehler [sic!]

Eindeutige Fehler im Original werden direkt dahinter mit [sic!] in eckigen Klammern markiert.

Zitatanpassungen [ ]

Manchmal muss man das Zitat in seinem eigenen Satzbau integrieren. Wenn man Wörter hinzufügt, um den Satz grammatikalisch passend zu machen, stehen die Ergänzungen ebenfalls in eckigen Klammern [ist]

Zitation

siehe Zitieren

Zitatkürzungen [...]

Manchmal muss man das Zitat in seinem eigenen Satzbau integrieren. Fehlende Wörter oder Satzteile werden mit drei Punkten in eckigen Klammern markiert [...].

Zitieren

Zitieren bedeutet, fremde Aussagen, Ideen oder Textpassagen in eigenen Texten zu verwenden und dabei die ursprüngliche Quelle anzugeben. Dadurch wird geistiges Eigentum respektiert und nachvollziehbar gemacht, woher bestimmte Informationen stammen.

Zitierfähigkeit

Zitierfähigkeit beschreibt die formale und technische Eignung einer Quelle, in einer wissenschaftlichen Arbeit verwendet zu werden. Eine Quelle ist zitierfähig, wenn sie öffentlich zugänglich, eindeutig identifizierbar und dauerhaft auffindbar ist. Dadurch wird sichergestellt, dass Dritte die ursprünglichen Aussagen jederzeit nachprüfen können.

Zitiertechnik

Zitiertechniken sind im Grunde wie die Wegweiser in einem riesigen Erlebnispark des Wissens. Sie verraten der Leserschaft, wo sie die Original-Information findet. Je nachdem, für welchen Weg du dich entscheidest, werden diese Wegweiser an ganz unterschiedlichen Orten platziert. Es gibt dabei drei klassische Routen, die sich darin unterscheiden, wo die Quelle im Dokument auftaucht.

Zitierweise

Zitierweisen dienen in wissenschaftlichen Arbeiten primär dazu, fremdes Gedankengut zu kennzeichnen, die Nachvollziehbarkeit der eigenen Argumentation zu gewährleisten und Plagiate zu vermeiden. Sie sind ein festgelegtes Regelwerk, das eine einheitliche und präzise Quellenangabe ermöglicht. Zitierweisen würdigen die geistige Leistung anderer Autoren und durch ihres einheitlichen Zitierstils sorgen sie für Übersichtlichkeit und Professionalität in der Arbeit. Es gibt verschiedene etablierte Zitierweisen in wissenschaftlichen Arbeiten, die sich primär in der Platzierung der Quellenangaben (im Text oder in Fußnoten) unterscheiden. Die gängigsten sind die deutsche Zitierweise (Fußnoten), APA, Harvard (Autor-Jahr) und numerische Systeme (z. B. IEEE). Die Wahl hängt oft vom Fachbereich ab oder wird von der Hochschule oder vom Journal vorgegeben. Es ist essenziell, die gewählte Zitierweise einheitlich und konsequent über die gesamte Arbeit hinweg zu verwenden.

Zitierwürdigkeit

Die Zitierwürdigkeit beschreibt in der Wissenschaft die inhaltliche Qualität und Seriosität einer Quelle. Sie ist neben der Zitierfähigkeit (der formalen Zugänglichkeit und Veröffentlichung) das zweite Hauptkriterium, das erfüllt sein muss, um eine Quelle in wissenschaftlichen Arbeiten verwenden zu dürfen

zufällige Auswahl (Zufallsstichprobe, Randomisierung [Auswahl])

Bei der zufälligen Auswahl, auch Zufallsstichprobe oder Randomisierung genannt, hat jede Person der Zielgruppe die exakt gleiche und berechenbare Chance, ausgewählt zu werden. Dies ist der Fall, wenn eine Software aus dem Einwohnermeldeamt per Zufallsgenerator 500 Personen für eine Umfrage zieht.

zufällige Auswahl (Zufallsstichprobre, Randomisierung [Auswahl])

Zufällige Auswahl der Bequemlichkeit

siehe natürliche Auswahl

Zufallsstichprobe

siehe zufällige Auswahl

Zusammenhang

Ein Zusammenhang ist der Oberbegriff für jegliche Art von Beziehung zwischen zwei Ereignissen oder Variablen.

Zusammenhangsanalyse

Mittels der Zusammenhangsanalyse untersucht man, ob es eine Korrelation gibt. (Z.B. Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Eiscremekonsum oder zwischen Lernzeit und Prüfungsnoten).

Zusätzliche Stimulanz (Gegenteil: keine anregenden Zusätze)

Tabellen, Grafiken, Beispiele oder Analogien, die das Verständnis erleichtern und den Text auflockern

Zweckbindung DSGVO

Die Zweckbindung besagt, daß Daten nur für den Zweck verwendet werden dürfen, für den man sie erhoben hat.

α-Fehler

siehe Fehler 1. Art

β-Fehler

siehe Fehler 2. Art

Aus dem „Wörterbuch wissenschaftliches Arbeiten" von Prof. Dr. Brandtjen — dreisprachig (DE/EN/ES).